Wie laut soll Musik sein?

Seit mehr als 20 Jahren ist die Gehörgefährdung durch Musik ein Thema. Bereits 1985 hat die Suva die erste Version der Infoschrift "Musik und Hörschäden" herausgegeben und 1989 Schallgrenzwerte für Musikveranstaltungen vorgeschlagen.

Darüber hinaus führte die Suva in den vergangenen Jahren - meist in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Gesundheit BAG - verschiedene Studien durch, über die zusammenfassend im Beitrag  "Wie laut soll Musik sein" (PDF, 266 KB) an der "Deutschen Akustik-Tagung DAGA 03" berichtet wurde.

Was damals in Bezug auf Walkman-Geräte gesagt wurde, gilt heute auch für MP3-Player, wie die Studie der Suva ergeben hat.

Die folgenden Aussagen sind deshalb aus Sicht der Suva nach wie vor gültig:

  • Die Gehörgefährdung durch portable Geräte mit Kopf- oder Ohrhörern ist geringer als befürchtet: Etwa 7% der Benützer portabler Musikwiedergabegeräte (Walkman, MP3 etc.) setzen ihre Ohren einer gehörgefährdenden Dauerbelastung aus.
  • Bei 17-jährigen Lehrlingen erreicht die gesamte Musikbelastung bei 58 % der Burschen und bei 41 % der Mädchen kritische Werte. Dafür verantwortlich sind hauptsächlich öffentliche Musikveranstaltungen - und dies trotz der 1996 eingeführten Grenzwerte.
  • Mädchen agieren bei der Lautstärke deutlich zurückhaltender: Während die Burschen die Musik im Kopfhörer an einer leistungsfähigen Hifi-Anlage auf durchschnittlich 91 dB(A) stellten, wählten die Mädchen durchschnittlich nur 81 dB(A).
  • Eine Begrenzung des Dauerschallpegels von Konzerten, Technoparties und Festivals auf 100 dB(A) wird vom Publikum mehrheitlich akzeptiert.
  • Eine Mehrheit der Jugendlichen beurteilt die Lautstärke an Musikveranstaltungen als zu hoch: in Diskotheken 52 %, an Rockkonzerten 57 % und bei Technoveranstaltungen gar 72 %! Nur 3 % der Befragten finden die Musik "zu leise".
  • Mädchen und junge Frauen stehen hohen Lautstärken kritischer gegenüber als ihre männlichen Kollegen: 66 % beurteilen die Lautstärke von Musikveranstaltungen und in Musiklokalen generell als zu hoch, bei Männern sind es immerhin 57%.