"Vision 250 Leben" - neue Impulse für die Arbeitssicherheit

Präventionsziel 2015

Die Arbeitssicherheit in der Schweiz braucht neue Impulse: Mehr als 180'000 Berufsunfälle und Berufskrankheiten hat die Suva im Jahr 2008 registriert. Noch immer verunfallt jeder fünfte Bauarbeiter, jeder vierte Gerüstbauer, jeder dritte Forstarbeiter und sogar jeder zweite Forstlehrling. Das Berufsunfallrisiko ist mit 90 Unfällen pro 1'000 Vollbeschäftigte nach wie vor hoch. Besonders tragisch sind diejenigen Unfälle, bei denen Menschen ihr Leben verlieren: Im Durchschnitt der letzten Jahre waren in den Betrieben mehr als 90 Todesfälle zu beklagen. Im europäischen Vergleich lag die Schweiz 2005 mit 2,3 Todesfällen pro 100'000 Vollbeschäftigte im Mittelfeld.

BU-Todesfallrisiko senken

"Vision 250 Leben" heisst die Antwort der Suva auf diese ungünstige Entwicklung des Unfallgeschehens. Bis 2015 sollen 250 Berufsunfälle (BU) mit Todesfolge vermieden werden (siehe Grafik) und ebenso viele schwere Invaliditätsfälle. Dazu braucht es mehr als eine Halbierung der Anzahl schwerer Unfälle. Das heisst höchstens 35 Todesfälle pro Jahr. Damit wäre auch ein erstes Zwischenziel erreicht, nämlich die Senkung des BU-Todesfallrisikos auf 1:100’000. Dieses Ziel stimmt mit der aktuellen Strategie der EU zur Förderung der Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz überein.

Fokus auf hohe Risiken

Die Eidgenössische Koordinationskommission für Arbeitssicherheit (EKAS) hat die Vollzugsorgane beauftragt, die Vision der Suva umzusetzen. Die Suva schlägt für die Umsetzung folgende Schwerpunkte vor:

  • Vollzug verstärken mit Fokus auf Arbeitsplätze mit hohen Risiken
  • Nachhaltiges Lernen aus jedem schweren Unfall (Unfallanalyse, Sofortmassnahmen, Massnahmen im Sicherheitssystem, Unfalldatenbank)
  • Risikoeinschätzung und -verhalten verbessern

Die Suva führt zu ausgewählten Themen und in Branchen mit hohen Risiken regelmässig Kampagnen durch. Wir setzen unsere Mittel und Ressourcen gezielt in Schwerpunktgebieten des Unfallgeschehens ein – also dort, wo die Risiken und damit auch die Kosten am höchsten sind. Im Folgenden stellen wir Ihnen die aktuellen Kampagnen kurz vor.