Suva senkt Prämien 2013 zum sechsten Mal in Folge

Suva senkt Prämien 2013 zum sechsten Mal in Folge

Luzern, 15. Juni 2012

Die Suva erzielte 2011 einen Gewinn von 123 Millionen Franken. Per 1. Januar 2013 sinken die Prämien erneut; und zwar um durchschnittlich 2 Prozent in der Berufs-, bzw. um durchschnittlich 1 Prozent in der Nichtberufsunfallversicherung. Erstmals kann die Suva zudem in der Berufsunfallversicherung Ausgleichsreserven abbauen, was die Prämien in diesem Versicherungszweig zusätzlich im Durchschnitt um 3 Prozent verbilligt. Rund 50 Prozent der Kunden zahlen 2013 weniger Prämien.

Die Suva blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2011 zurück. Die Jahresrechnung schliesst mit einem Gewinn von 123 Millionen Franken (Vorjahr: 244 Millionen). Finanzchef Ernst Mäder: «Angesichts der widrigen Umstände an den Finanzmärkten kann das Ergebnis als gut bezeichnet werden. Zum positiven Abschluss haben vor allem die rückläufigen Versicherungskosten beigetragen, insbesondere die sinkende Anzahl neuer Invalidenrenten.»

Stabile Performance und solider Deckungsgrad

Die unter Berücksichtigung der schwierigen Marktverhältnisse gute Anlageperformance von 0,2 Prozent (5,6 Prozent) auf den breit diversifizierten Kapitalanlagen von 38 Milliarden Franken (Marktwert) trägt zu einer sicheren Finanzsituation bei. Der finanzielle Deckungsgrad liegt bei soliden 118 Prozent (121 Prozent). Das Anlagevermögen sichert langfristig die Renten von rund 100 000 Rentenbezügern. An sie fliessen monatlich rund 140 Millionen Franken als Invaliden- und Hinterlassenenrenten.

Sechste Prämiensenkung in Folge

Insgesamt zahlt die Suva durch eine ordentliche Prämiensenkung und einen Abbau von Ausgleichsreserven 100 Millionen Franken an ihre Versicherten zurück. Rund 50 Prozent der Kunden profitieren 2013 von einer Prämiensenkung.

Dank wirksamer Prävention, erfolgreichem Schadenmanagement, straffer Kostenkontrolle und effizientem Risikomanagement bei den Finanzanlagen kann die Suva die Prämien für 2013 erneut senken: In der Berufsunfallversicherung um durchschnittlich 2 Prozent, in der Nichtberufsunfallversicherung um durchschnittlich 1 Prozent. Die effektive Prämie hängt aber stets vom Risiko des Betriebs und der Branche ab, weshalb im Einzelfall auch Prämienerhöhungen möglich sind. Ulrich Fricker, Vorsitzender der Geschäftsleitung: «Die Suva gibt ihren Versicherten 2013 rund 50 Millionen Franken in Form von tieferen Prämien zurück. Dies führt zu geringeren Lohnnebenkosten und stützt den Werkplatz Schweiz.»

Erstmals Abbau von Reserven möglich

Neben den Massnahmen zur Prämiensenkung kann die Suva 2013 erstmals sogenannte Ausgleichsreserven abbauen. Diese werden vorausschauend laufend aus Prämieneinnahmen und Finanzerträgen gebildet. Zweck der Ausgleichsreserven ist, die Prämien während einer Rezession stabil halten zu können und die Betriebe in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht mit zusätzlichen Lohnnebenkosten belasten zu müssen. Ulrich Fricker: «Es ist das Privileg einer Sozialversicherung, dass wir uns nicht den Mechanismen kurzfristiger Gewinnmaximierung unterordnen müssen, sondern langfristig im Sinne unser Versicherten agieren können.» Da die Reserven der Berufsunfallversicherung in einigen Branchen das vorgesehene Maximum erreicht haben, erfolgt eine ausserordentliche Rückvergütung im Umfang von 50 Millionen Franken, was die Prämien der Berufsunfallversicherung um durchschnittlich 3 Prozent verbilligt.

Neurenten seit 2003 halbiert

Die Zahl der gemeldeten Unfälle und Berufskrankheiten nahm 2011 um 1,6 Prozent auf 466 424 zu, wobei die Nichtberufsunfälle etwas stärker anstiegen als die Berufsunfälle (2,8 Prozent versus 2,2 Prozent). Allerdings war die Zunahme insgesamt weniger ausgeprägt als im Vorjahr (2,2 Prozent). Erneut erreichte die Zahl der neu festgesetzten Invalidenrenten mit 1727 einen Tiefststand seit Einführung des Unfallversicherungsgesetzes im Jahr 1984. Gegenüber dem Rekordjahr 2003 mit 3357 Neurenten entspricht dies nahezu einer Halbierung. Die Suva führt diese Entwicklung auch auf die konsequenten Wiedereingliederungsmassnahmen zurück.

Wirksame kostendämpfende Massnahmen

Als nicht gewinnorientierte Sozialversicherung gibt die Suva eingesparte Kosten in Form von Prämiensenkungen an ihre Versicherten zurück. Einen massgeblichen Beitrag dazu leisten verschiedene kostendämpfende Massnahmen. So kontrolliert die Suva jährlich 2 Millionen Rechnungen elektronisch und manuell. Damit verhindert sie, dass 100 Millionen Franken ungerechtfertigterweise ausbezahlt werden. Konsequent geht die Suva auch gegen Versicherungsmissbrauch vor, indem sie jährlich mehrere hundert Fälle prüft. Pro aufgedecktem Missbrauchsfall spart die Suva bis zu einer halben Million Franken. Bis Ende 2011 wurden insgesamt 308 Fälle rechtskräftig abgeschlossen, was Einsparungen von rund 64 Millionen Franken entspricht.

Einmaliger Schulterschluss der Sozialpartner in der Prävention

Neben der Verhütung von Berufsunfällen mit dem Präventionsprogramm «Vision 250 Leben» – Verhindern von 250 tödlichen Arbeitsunfällen und schweren Invaliditätsfällen innert zehn Jahren – setzt die Suva einen weiteren Schwerpunkt beim korrekten Umgang mit dem Werkstoff Asbest bei Abbruch- und Umbauarbeiten. In der Baubranche gelang 2011 mit der «Sicherheits-Charta» der Startschuss zur engeren Zusammenarbeit zwischen Gewerkschaften, Arbeitgebern und Planern, die sich für mehr Sicherheit einsetzen wollen. Bei der Prävention von Freizeitunfällen liegt das Schwergewicht beim Wintersport, Fussball und Velofahren.

Kennzahlen

2011

2010

Veränderung

Prämieneinnahmen in Mrd. CHF

4,362

4,313

1,1%

Gewinn in Mio. CHF

123

244

– 49,6%

Kapitalanlagen in Mrd. CHF (Marktwert)

38

38

 – 0,3%

Personalbestand (Vollzeitstellen)

3 147

3 071

2,5%

Versicherte Betriebe

117 780

115 722

1,8%

Versicherte Arbeitnehmer*

1 922 000

1 860 000

3,4%

Gemeldete Unfälle und Berufskrankheiten

466 424

458 894

1,6%

Ausbezahlte Renten total**

95 357

96 831

– 4,7%

Neu festgesetzte Invalidenrenten

1 727

1 978

– 12,7%

* Vollbeschäftigte (exkl. Arbeitslose und freiwillige Unternehmerversicherung) gemäss neuer Schätzmethode (s. www.suva.ch/waswo/3827.d(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet)  )
** Invaliden- und Hinterlassenenrenten

Fotos zur Bilanzmedienkonferenz finden Sie ab 14.00 Uhr unter www.photopress.ch(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet)  .

Vollständige Mediendokumentation: www.suva.ch/bmk(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet)  

Auskünfte an Medienschaffende erteilt:

Bernadette Thalmann, Unternehmenskommunikation,
Tel. 041 419 56 23, bernadette.thalmann@suva.ch(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet)

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 3100 Mitarbeitende. Sie ist ein selbständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts und versichert rund 118 000 Unternehmen bzw. 1,9 Mio. Berufstätige gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Suva generiert ein Prämienvolumen von rund 4,4 Mrd. Franken. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Verwaltungsrat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.