Berufsunfälle: Suva-Versicherte verunfallen seltener

Berufsunfälle: Suva-Versicherte verunfallen seltener

Luzern, 2. April 2014

Sinkende Zahlen bei den Berufskrankheiten und den Berufsunfällen sowie ein Anstieg der Taggelder und Heilkosten: Das ergibt die Auswertung des Versicherungsjahrs 2013 der Suva. Insgesamt meldeten die 1,9 Millionen Versicherten 462 776 Unfälle und Berufskrankheiten.

Statistisch passieren jede Stunde über 50 Unfälle. 2013 resultierten daraus 462 776 Unfälle, die die Versicherten der Suva meldeten. Dabei blieb die Anzahl Berufs- und Nichtberufsunfälle relativ stabil: Die registrierten Berufsunfälle (181 500) gingen um 1,15 Prozent zurück, die Nichtberufsunfälle (263 021) stiegen um 0,78 Prozent an.

Tabelle 1: Bei der Suva registrierte Unfälle

 

2013

2012

Differenz
Total Unfälle und Berufskrankheiten

462 776

462 071

0,15%

Berufsunfälle

181 500

183 607

-1,15%

Berufskrankheiten

2 263

2 309

-1,99%

Nichtberufsunfälle

263 021

260 985

0,78%

Freiwillige Unternehmerversicherung

1 233

1 170

5,38%

Unfallversicherung für Arbeitslose

14 759

14 000

5,42%

Taggelder und Heilkosten stiegen

Die Suva zahlte 2013 Taggelder in der Höhe von 1,27 Milliarden Franken, das sind 3,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Die durchschnittliche Taggeldbezugsdauer stieg um 1,9 Prozent.

2013 kosteten die ärztlichen und therapeutischen Behandlungen der Versicherten 1,15 Milliarden Franken. Damit stiegen die Heilkosten um 12,4 Prozent. Dieser Anstieg ist darauf zurückzuführen, dass bei den stationären Tarifen die geleisteten Kantonsbeiträge bis 2013 vollständig wegfielen. Ausserdem müssen sich die Unfallversicherer seit der Einführung des neuen Fallpauschalensystems Swiss DRG im Jahr 2012 auch an der Finanzierung der Immobilien und Mobilien in den Spitälern (Anlagenutzungskosten) beteiligen. Der starke Anstieg der stationären Heilkosten resultierte zudem aus einem Abrechnungsstau bei den Spitälern. So erhielt die Suva die Rechnungen aus dem Jahre 2012 so spät, dass 40 Prozent der Kosten erst im Jahre 2013 abgerechnet werden konnten.

Engagement gegen steigende Kosten

Die Suva engagiert sich stark, um die steigenden Heilkosten im Griff zu behalten. So prüft sie jährlich manuell wie elektronisch rund 2 Millionen Rechnungen. Damit verhindert sie, dass jedes Jahr rund 140 Millionen Franken fälschlicherweise ausbezahlt werden. Ausserdem prüft die Suva jährlich rund 300 Verdachtsfälle von Versicherungsmissbrauch. «Aus einem aufgeklärten Missbrauchsfall können Einsparungen bis zu einer halben Million Franken resultieren», sagt Felix Weber, Mitglied der Suva-Geschäftsleitung und verantwortlich für Versicherungsleistungen und Rehabilitation.

Höhere Rentenkosten

Insgesamt beziehen derzeit rund 100 000 Personen eine Rente der Suva, davon sind gut drei Viertel Invalidenrenten und knapp ein Viertel Hinterlassenenrenten. Monatlich fliessen so rund 123 Millionen Franken als Rentenzahlungen an die Anspruchsberechtigten. 2013 sprach die Suva 1776 neue Invalidenrenten, im 2012 waren es 1584. Die Gesamtkosten der neuen Invalidenrenten sind 2013 von 438 auf 491 Millionen Franken angestiegen. «Wir müssen davon ausgehen, dass diese Kosten weiter ansteigen werden», sagt Felix Weber. Denn die für die Rentenkosten berücksichtigten Zinsen sind per 2014 gesunken, so dass die Suva mehr Mittel benötigt, um die neuen Renten zu kapitalisieren. Zudem steigt die Lebenserwartung der Rentnerinnen und Rentner.

Auskünfte an Medienschaffende erteilt:

Gabriela Hübscher, Unternehmenskommunikation,
Tel. 041 419 55 32, gabriela.huebscher@suva.ch(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet)

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 3200 Mitarbeitende. Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts mit 4,2 Mrd. Franken Prämienvolumen versichert sie rund 120 000 Unternehmen bzw. 1,9 Mio. Berufstätige gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Verwaltungsrat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.