1000 Mitglieder sagen Stopp bei Gefahr

1000 Mitglieder sagen Stopp bei Gefahr

Luzern, 31. März 2015

Pro Jahr verunfallen rund 181 500 Versicherte der Suva bei der Arbeit. Das sind rund 100 Unfallopfer pro Arbeitsstunde. Mit der Lancierung der Sicherheits-Charta vor knapp vier Jahren hat sich die Suva zusammen mit den Sozialpartnern zum Ziel gesetzt, diese Zahlen zu senken. Nun hat die Bauunternehmung «Les Fils de Léon Sarrasin SA» in Martigny die Charta als 1000. Mitglied unterschrieben und sich dazu bekannt, die Sicherheitsregeln fest im Betrieb zu verankern.

«Der Ehefrau oder den Kindern mitteilen zu müssen, dass der Ehemann bzw. der Vater einen schweren Arbeitsunfall erlitten hat, ist bedrückend», sagt Léonard Sarrasin, Geschäftsleiter des Bauunternehmens «Les Fils de Léon Sarrasin SA». Damit er dies möglichst nie tun müsse, habe er die Sicherheits-Charta unterschrieben. Er sei sich bewusst, dass seine Pflicht in Sachen Arbeitssicherheit mit einer Unterschrift noch lange nicht getan sei. Mithilfe der Sicherheits-Charta soll aber bei seinen 45 Angestellten unmissverständlich die Botschaft ankommen, dass bei Gefahr «Stopp» zu sagen nicht nur ein Recht, sondern Pflicht ist. Vertreter der Suva haben der Bauunternehmung in Martigny symbolisch ein übergrosses Exemplar der Charta überreicht und der Firma für ihr Engagement gedankt. «Die Sicherheits-Charta soll dabei unterstützen, die Akzeptanz und das Verständnis von Sicherheitsregeln in den Betrieben fest zu verankern. Zudem ist die Charta für alle Beteiligten die Legitimation, bei Gefahr ‹Stopp› zu sagen und erst weiterzuarbeiten, wenn die Sicherheit wiederhergestellt ist», sagt André Meier, Abteilungsleiter Arbeitssicherheit bei der Suva. Keine Arbeit sei so wichtig, dass man die eigene Gesundheit oder die der Mitarbeitenden aufs Spiel setze, hält Meier weiter fest.

Gemeinsam 250 Leben retten

Die Sicherheits-Charta ist die Brücke zwischen der Kampagne «Vision 250 Leben» und den «Lebenswichtigen Regeln», die die Suva in Zusammenarbeit mit verschiedenen Branchen erarbeitet hat. Gleichzeitig ist die Sicherheits-Charta ein öffentliches Bekenntnis aller Beteiligten dazu, die «Lebenswichtigen Regeln» der Suva konsequent einzuhalten und durchzusetzen. «Jede Regel für sich ist einfach einzuhalten, aber man muss daran denken und die Regeln verinnerlichen», sagt André Meier. Mit der Umsetzung der «Vision 250 Leben» will die Suva zwischen 2010 und 2020 die jährliche Anzahl tödlicher Berufsunfälle halbieren. Somit will sie 250 Leben bewahren und ebenso viele schwere Invaliditätsfälle verhindern.

Mit wenigen Klicks Mitglied werden

Mitglieder, die die Sicherheits-Charta bereits unterzeichnet haben, sind auf einer interaktiven Landkarte auf www.sicherheits-charta.ch(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet)  zu finden. Alle, die noch nicht Mitglied sind, können sich über diese Webseite kostenlos anmelden und auf diese Weise zu mehr Sicherheit am Arbeitsplatz beitragen.

In der Videoreportage zeigt Léonard Sarrasin, Geschäftsführer des 1000. Mitglieds der Sicherheits-Charta, auf einer seiner Baustellen auf, wie er die Unfallzahlen mit dem Bekenntnis zur Charta senken möchte.

Die Sicherheits-Charta Die Sicherheits-Charta Die Sicherheits-Charta begrüsst das 1000. Mitglied (2'54") Abspielen Downloaden / weiterempfehlen

Fotos zur Übergabe der Charta finden sich ab 14 Uhr unter www.photopress.ch.(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet) 

Auskünfte an Medienschaffende erteilt:

Serkan Isik, Unternehmenskommunikation,
Tel. 041 419 65 14, serkan.isik@suva.ch(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet)

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 4000 Mitarbeitende. Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts mit 4,2 Mrd. Franken Prämienvolumen versichert sie rund 121 000 Unternehmen bzw. 1,95 Mio. Berufstätige gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Verwaltungsrat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.