Fast 90 Millionen für Schadenfälle aus dem letzten Jahrtausend

Fast 90 Millionen für Schadenfälle aus dem letzten Jahrtausend

Luzern, 14. Juli 2015

Im Jahr 2014 hat die Suva 1,165 Milliarden Franken für Heilkosten ausgegeben. Fast 90 Millionen davon zahlte sie für Versicherte, die vor dem Jahr 2000 verunfallten oder an einer Berufskrankheit erkrankten. Obwohl das Unfallereignis und der Ausbruch der Berufskrankheit lange zurückliegen, sind diese Versicherten heute noch auf ärztliche und therapeutische Unterstützung angewiesen.

Ein Unfall kann langfristige Folgen haben. Dies zeigt die Aufteilung der Heilkosten der Suva. Im Jahr 2014 hat sie rund 88 Millionen Franken für Heilbehandlungen ausgegeben, bei denen das Ereignis vor der Jahrtausendwende stattfand. Das entspricht einem Anteil von 7,5 Prozent der 2014 bezahlten Heilkosten. Im Jahr 2013 waren es rund 95 Millionen Franken (8,2 Prozent). Die ältesten Schadenfälle, für die die Suva heute noch Heilkosten ausrichtet, stammen aus den frühen 40er-Jahren. Wie die Statistik zeigt, verändert sich jedoch im Verlauf der Zeit die Art der Behandlung. «Bei älteren Schadenfällen sind die Anteile für Orthopädie-, Rehabilitations- und Pflegeleistungen an den Heilkosten um ein Vielfaches höher als bei jüngeren Schadenfällen. Dasselbe gilt auch für die Optiker- und Apothekenleistungen», sagt Stefan Scholz, wissenschaftlicher Experte bei der Suva.

Drei Viertel der Heilkosten stammen aus den letzten zwei Jahren

Die jüngsten Schadenfälle machen den grössten Anteil der Heilkosten aus. Schadenfälle, die die Suva im Jahr 2013 und 2014 registriert hat, verursachten drei Viertel der Heilkosten 2014 oder rund 873 Millionen Franken. In den ersten Wochen und Monaten fallen vor allem Notfallbehandlungen, Spitalaufenthalte und eine intensive ärztliche Betreuung ins Gewicht. Der Grossteil der Schadenfälle wird spätestens nach zwei Jahren abgeschlossen und verursacht keine weiteren Kosten. Die Heilkosten des Jahres 2014 waren über 570 000 verschiedenen Schadenfällen zuzuordnen. Immerhin 20 000 dieser Schadenfälle stammten aus der Zeit von vor der Jahrtausendwende.

Verantwortung wahrnehmen

Wenn die Suva einen Schadenfall anerkennt, geht sie damit ein Leistungsversprechen ein. Die Folgen von Unfällen oder Berufskrankheiten können nach langer Zeit noch immer oder erneut Beschwerden verursachen, selbst wenn deren Ursprung schon Jahrzehnte zurückliegt. Die Suva ist aber auch gegenüber den Prämienzahlern in der Pflicht, ungerechtfertigte Ansprüche abzuwehren. Vor allem in Bezug auf die Heilkosten hilft die konsequente Rechnungskontrolle mittels Big-Data-Analysen, diese Verantwortung wahrzunehmen. Dadurch konnte die Suva im vergangenen Jahr 160 Millionen Franken sparen. Werden die Ansprüche aber anerkannt, übernimmt die Suva die Kosten, wie die erwähnten 88 Millionen Franken, die sie 2014 für Unfälle von vor der Jahrtausendwende ausrichtete.

Grafik:  Heilkosten (406 KB)(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet; Dieses Dokument ist nicht barrierefrei.)

Auskünfte an Medienschaffende erteilt:

Takashi Sugimoto, Unternehmenskommunikation,
Tel. 041 419 56 23, takashi.sugimoto@suva.ch(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet)

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Ein Unfall kann langfristige Folgen haben.
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Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 4100 Mitarbeitende. Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts mit 4,2 Mrd. Franken Prämienvolumen versichert sie rund 123 000 Unternehmen bzw. 1,97 Mio. Berufstätige gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Verwaltungsrat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.