Sonne, Hitze und Ozon
Arbeitsmedizin
Fachthemen und Factsheets
Sonne, Hitze und Ozon
Heisse Tipps für heisse Tage!
- Broschüre «Sonnenstrahlung: Kennen Sie die Risiken?»(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet)
- «Sonnenschutz – das Wichtigste in Kürze»(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet)
- Faltprospekt «Heisse Tipps für heisse Tage»(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet)
- Poster «Heisse Tipps für heisse Tage!» (120 KB)(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet; Dieses Dokument ist nicht barrierefrei.)
Das Wichtigste in Kürze
- Checkliste Arbeiten an heissen Tagen auf Baustellen im Freien(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet)
- Bauarbeit bei grosser Hitze(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet)
- Hitze:
Während Hitzephasen im Sommer wird der Organismus des Menschen zusätzlich belastet, besonders wenn noch eine hohe Luftfeuchtigkeit dazukommt. Speziell betroffen sind Personen, die schwere körperliche Arbeit im Freien verrichten. Belastet ist vor allem der Kreislauf. Sehr hohe Umgebungstemperaturen können zu Hitzekrämpfen, Hitzeerschöpfung oder im schlimmsten Fall zu einem Hitzschlag führen. - Sonneneinstrahlung (UV-Strahlen):
Ultraviolett-Strahlen sind unsichtbar und nicht spürbar. Wir begegnen ihnen täglich, sie sind Teil der Sonnenstrahlung. Im Sommer werden die Tageshöchstwerte zwischen 11.00 und 15.00 Uhr erreicht. Ab einer gewissen Intensität können UV-Strahlen Hautkrebs oder Augenschäden verursachen.- Broschüre «Sonnenstrahlung: Kennen Sie die Risiken?»(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet)
- «Sonnenschutz – das Wichtigste in Kürze»(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet)
- Kleinplakat «Auch bei der Arbeit braucht's starken Schutz.»(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet)
- Kleinplakat «Outdoor-Berufe haben ein gemeinsames Risiko: zu viel Sonne.»(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet)
- Factsheet Sonne (51 KB)(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet; Dieses Dokument ist nicht barrierefrei.)
- Ozon:
Bei intensiver Sonneneinstrahlung bildet sich Ozon, vorwiegend im Frühsommer und im Sommer. Die Tageshöchstwerte werden in den späten Nachmittagsstunden erreicht (ca. 16.00 bis 18.00 Uhr). Bodennahes Ozon wirkt als Reizgas. Hohe Ozonbelastungen können zu Augenbrennen, Reizgefühl in Hals und Rachen, Atemnot und Kopfschmerzen führen.
Jede Person reagiert unterschiedlich auf Hitze
Hitze kann sich negativ auf die Gesundheit und die Sicherheit der Arbeitenden auswirken und unter Umständen die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit mindern.
Wie gut wir Hitze vertragen, hängt auch vom momentanen körperlichen Befinden ab. So wird die Hitze z.B. bei Erkältung oder anderen chronischen Erkrankungen deutlich schlechter ertragen. Im Allgemeinen reagieren schwangere Frauen, ältere und kranke Personen empfindlicher auf Hitze und Ozon.
Typische hitzebedingte Beschwerden können sich äussern als: Schwindel, Kopfschmerzen, Erschöpfung, Übelkeit, Erbrechen usw.
Typische ozonbedingte Beschwerden können sich äussern als: Reizerscheinungen der Augen und der Atemwege.
Technische Massnahmen
Arbeiten im Freien
- Einrichtungen zum Schutz vor Sonnenstrahlung
- Trinkwasser zur Verfügung stellen
Arbeiten in Gebäuden
- An exponierten Fenstern Storen montieren
- Ventilatoren zur Verfügung stellen
- Gegebenenfalls Klimageräte installieren
Organisatorische Massnahmen
Erste Hilfe und Notfallorganisation
- Verantwortlichkeiten bestimmen
Information der Mitarbeitenden über
- Beschwerden durch Hitze und Ozon sowie Erste-Hilfe-Massnahmen
- Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen (genügend trinken)
- Schutz vor Sonnenstrahlung: Kopfbedeckung, Kleidung, Hautschutzcreme
- Mitwirkungsrechte und Pflichten
Die Arbeitszeiten anpassen
- Arbeitszeiten im Rahmen des Arbeitsgesetzes verschieben und/oder einschränken
- Häufiger Erholungspausen gewähren
Die Tätigkeiten organisieren
- Schwere oder belastende Arbeiten auf den Morgen verlegen
- Arbeitsrhythmus anpassen
Arbeiten im Freien
- Strahlungsexposition möglichst vermeiden
- Schwere Arbeiten während der Ozonspitze am späteren Nachmittag vermeiden
Arbeiten in Gebäuden
- Fenster wenn möglich während der Nacht, spätestens aber am frühen Morgen öffnen
- Während des Tages Fenster schliessen und beschatten
- Für Luftbewegung sorgen
Persönliche Massnahmen
Auf Körpersignale achten
- Anzeichen von körperlichen Beschwerden wahrnehmen und Massnahmen ergreifen.
- Keine alkoholischen Getränke oder Drogen konsumieren.
Flüssigkeit zu sich nehmen
- Frühzeitig trinken, d.h. bevor sich der erste Durst meldet.
- Genügend und regelmässig trinken.
- Wasser oder schwach gesüsster Tee sind Süssgetränken vorzuziehen
Arbeiten im Freien
- Kopfbedeckung
- Sonnenbrille mit UV-Schutz
- Sonnenschutzcreme
- Immer körperbedeckende Kleidung tragen.
Besondere Abklärungen
sind erforderlich bei
- Körperlicher Schwerarbeit
- Arbeiten in engen Räumen (z. B. Führerstände, Krankabinen, Baugruben)
- Arbeiten mit besonderen Schutzausrüstungen
- Allein arbeitenden Personen
Rechtliche Grundlagen
- Arbeitsgesetz ArG, Artikel 6(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet)
- Verordnung 3 des Arbeitsgesetzes ArGV mit Links auf die Wegleitung zu den wichtigen Artikeln:
- Art. 2(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet) , 3(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet) , 5(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet) , 6(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet) , 7(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet) , 10(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet) (Grundlagen)
- Art. 16(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet) (Raumklima)
- Art. 20(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet) (Sonneneinwirkung und Wärmestrahlung)
- Art. 21(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet) (Arbeit in ungeheizten Räumen oder im Freien)
- Art. 35(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet) (Trinkwasser und andere Getränke)
- Verordnung 3 des Arbeitsgesetzes ArGV mit Links auf die Wegleitung zu den wichtigen Artikeln:
- Unfallversicherungsgesetz UVG, Artikel 82(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet)
- Verordnung über die Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten (VUV) mit Links auf die Wegleitung zur Arbeitssicherheit zu den wichtigen Artikeln
- Art. 3 bis 10 (Grundsätze zu Schutzmassnahmen, Instruktion und Mitwirkung)(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet)
- Art. 11 (Pflichten des Arbeitnehmers)(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet)
- Art. 11 a (Beizug von Spezialisten der Arbeitsicherheit)(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet)
- Art. 33 (Lüftung)(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet)
- Art. 38 (Persönliche Schutzausrüstung PSA)(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet)
- Art. 45 (Schutz gegen gesundheitsgefährdendeStrahlen)(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet)
- Verordnung über die Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten (VUV) mit Links auf die Wegleitung zur Arbeitssicherheit zu den wichtigen Artikeln
- Grenzwerte am Arbeitsplatz (Maximale Arbeitsplatzkonzentrationswerte, MAK-Werte)(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet)
Informationen zur aktuellen Situation
- Wetter, Temperatur, Luftfeuchtigkeit: www.meteoschweiz.ch(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet)
- Ozon: www.ozon-info.ch(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet)
- UV: www.uv-index.ch(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet)
Weiterführender Link:
Fragen und Antworten zu Hitze
Was passiert im Organismus, wenn der Schweiss aus allen Poren rinnt?
Die normale Körpertemperatur des Menschen wird durch verschiedene Regulationsmechanismen in einem engen Bereich gehalten. Bei erhöhten Umgebungstemperaturen können vor allem körperliche Betätigungen mit der damit verbunden Wärmeenergieproduktion zu einer Erhöhung der Körpertemperatur führen. Um einem Ansteigen der Temperatur entgegenzuwirken, passt sich der Kreislauf an, so dass vermehrt Körperwärme an die Körperoberfläche transportiert und dort an die Umgebung abgegeben werden kann. Bei Hitzearbeiten kommt dem Schwitzen eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung einer normalen Körpertemperatur zu, da durch die Verdampfung des Schweisses Wärme abgegeben werden kann. Vor allem bei körperlicher Arbeit können mehrere Liter Schweiss während der Arbeitsschicht abgesondert werden.
Innerhalb von 7 – 14 Tagen kommt es zu einer Akklimatisierung an erhöhte Umgebungstemperaturen. Die Konzentration von Salz im Schweiss nimmt ab, die Schweissmenge wird gesteigert. Der Kreislauf passt sich den klimatischen Bedingungen an. Es kommt zu einer vermehrten Durchblutung der Körperoberfläche, wozu die Hautgefässe erweitert werden. Dadurch wird die Wärmeabgabe an die Umgebung verbessert.
Bei Temperaturen über 30 Grad kann das Arbeiten zur Qual werden. Ist das nicht ungesund?
Bei Hitze belastet eine körperliche Arbeit den Organismus, vor allem den Kreislauf, zusätzlich. Die körperliche und auch die geistige Leistungsfähigkeit nimmt ab, wir fühlen uns weniger wohl. Das Schwitzen, wie erwähnt, eine wichtige Möglichkeit der Abgabe von Wärme an die Umgebung, wird als unangenehm empfunden. Bei gesunden Personen, insbesondere wenn sie an die Hitze akklimatisiert sind, kommt es jedoch selten zu eigentlichen gesundheitlichen Problemen.
Das Auftreten von Hitzeerkrankungen kann unter bestimmten Bedingungen begünstigt werden. Gewisse Personen ertragen die Hitze schlechter, wir sprechen von einer Hitzeintoleranz. Ältere Menschen können sich grösseren Temperaturschwankungen weniger gut anpassen. Personen mit Erkrankungen, beispielsweise des Herzens, des Kreislaufes, der Leber, der Niere und des Stoffwechsels können unter Umständen ebenfalls vermehrt hitzeintolerant sein. Auch akute Infektionskrankheiten, die Einnahme von Drogen und Alkohol, sowie Schlafentzug fördern das Auftreten hitzebedingter Erkrankungen.
Das Tragen von Bekleidung, die den Wärmeaustausch und den Feuchtigkeitsaustritt durch das Schwitzen erschwert oder verhindert, stellt ebenfalls einen Risikofaktur für Hitzeerkrankungen dar.
Was kann im schlimmsten Fall passieren?
Durch erhöhte Umgebungstemperaturen können Hitzekrämpfe, eine Hitzeerschöpfung oder im schlimmsten Fall ein Hitzschlag verursacht werden.
Hitzekrämpfe werden durch Verluste von Salz und Flüssigkeit verursacht und äussern sich in krampfartigen Schmerzen der Muskulatur. Eine Hitzeerschöpfung geht mit Schwächegefühl, Beklemmung, Schwindel, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit und starkem Durst einher. Insbesondere bei langem Stehen kann bei Hitze auch eine kurze Bewusstlosigkeit auftreten. Von Hitzschlag spricht man dann, wenn die Körpertemperatur ansteigt und die Regulationsmechanismen des Körpers versagen. Der Hitzschlag betrifft vor allem ältere Leute und Personen mit vorbestehenden Leiden, kann aber auch bei jungen, gesunden Personen als Folge körperlicher Anstrengungen in der Hitze auftreten.
Auf Baustellen sieht man im Sommer oft mehr nackte Oberkörper als Schutzkleidung. Geschehen bei grosser Hitze häufiger Arbeitsunfälle als bei gemässigten Temperaturen?
Da die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit in der Hitze abnimmt, kann analog zu einer Ermüdung die Hitze zu einem Unfallrisiko werden, wenn nicht organisatorische Massnahmen getroffen werden. Anstrengende Tätigkeiten sollten möglichst auf Vormittagsstunden verlegt werden. Wichtig ist das Tragen einer leichten Bekleidung, welche die Verdunstung des Schweisses nicht verhindert. Flüssigkeit muss unbedingt regelmässig zugeführt werden, damit die Verluste durch das Schwitzen aufgefangen werden. Regelmässige Pausen sind wichtig – wenn irgendwie möglich im Schatten. Bei Arbeiten mit Sonneneinstrahlung sollte eine Kopfbedeckung getragen werden. Die Helmtragpflicht an bestimmten Arbeitsplätzen gilt wegen der Unfallgefährdung auch an warmen Tagen.
Warum ist direkte Sonneneinstrahlung auf die Haut gefährlich?
Die Einwirkung von Sonnenlicht resp. Ultraviolett kann zu einem Sonnenbrand führen. Gewisse Hautkrankheiten können durch Sonnenlicht verursacht oder verschlimmert werden. Auf lange Sicht wird durch die Sonnenlichteinwirkung die Hautalterung gefördert, das Risiko für das Auftreten bestimmter Hautkrebse nimmt zu.
Mit dem Steigen der Temperaturen sinkt das Arbeitstempo, die Konzentration und die Leistungsfähigkeit. Was raten Sie Leuten, die trotzdem arbeiten müssen?
Trinken Sie genügend Flüssigkeit, beispielsweise bei mittelschwerer bis schwerer körperlicher Arbeit mehrere Liter pro Tag. Alkohol ist strikte zu vermeiden.
- Tragen Sie leichte Kleidung.Tragen Sie bei direkter Sonneneinstrahlung eine Kopfbedeckung.
- Verlegen Sie körperlich anstrengende Arbeiten in die frühen Morgenstunden.
- Machen Sie regelmässig Pause – wenn immer möglich im Schatten. Kühlen Sie sich während der Pause möglichst ab – am besten mit Wasser.
- Tragen Sie ein Sonnenschutzmittel mit einem genügenden Lichtschutzfaktor auf.
- Tragen Sie eine geeignete Sonnenbrille.
- Nehmen Sie leichte Kost zu sich.
- Innenräume sollen am Morgen gut durchgelüftet werden. Schliessen Sie dann auf der Sonnenseite Storen und Fenster. Lassen Sie Türen zu Korridor und andern Räumen offen. Kühlgeräte können in sehr warmen Büros die Temperatur senken.
Oft klagen „klimatisierte“ Arbeitnehmende über Erkältungen mitten im Hochsommer. Wie sinnvoll sind Klimaanlagen in unseren Breitengraden?
Bei „angenehmen“ Umgebungstemperaturen können subjektiv beeinträchtigende Hitzebelastungen vermieden und damit die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit verbessert werden. Das Problem stellt damit nicht die Klimaanlage an sich dar, sondern schnelle und häufige Wechsel von klimatisierten zu nicht klimatisierten Räumen resp. zu tief eingestellte Temperaturen oder beispielsweise Luftzugerscheinungen durch Klimaanlagen. Eine gute Konzeption, Einstellung und vor allem auch die regelmässige Wartung der Klimaanlage ist somit die Voraussetzung, dass diese sich auf das Wohlbefinden auch positiv auswirkt.
Wäre bei Temperaturen über 30 Grad in manchen Berufen nicht eigentlich „hitzefrei“ angesagt?
In vielen südlichen Ländern herrschen während eines erheblichen Teils des Jahres Temperaturen über 30 Grad und sind häufig mit hoher Luftfeuchtigkeit verbunden. Die Personen sind in diesen Ländern akklimatisiert. Auch wir in unseren Breitengraden können uns in 1 – 2 Wochen akklimatisieren. Die Personen in diesen Ländern haben ihren Lebens- und Arbeitsstil der Hitzebelastung angepasst. Körperlich anstrengende Arbeiten werden auf die frühen Morgenstunden oder Abendstunden verlegt. Der heisse Mittag wird als längere, der Erholung dienende Ruhepause genutzt. Mit geeigneten Massnahmen lassen sich Beeinträchtigungen durch die Hitze weitgehend vermeiden.
Fragen und Antworten zu Ozon
Was ist Ozon?
Ozon ist ein Gas, das in geringen Konzentrationen in der ganzen Atmosphäre vorkommt. Im Gegensatz zum „Atmungssauerstoff“, der zwei Atome enthält, besteht es aus drei Sauerstoffatomen. Ozon entsteht bei Anwesenheit von Stickoxiden und Kohlenwasserstoffen unter Einwirkung von Sonnenstrahlen. Deshalb werden im Sommer bei schönem Wetter höhere Ozonkonzentrationen gemessen als bei bedecktem Himmel. Die Ozonkonzentration weist einen Tagesverlauf auf mit einem Minimum frühmorgens, einem Ansteigen während des späten Vormittags und frühen Nachmittags sowie einem Maximum am späten Nachmittag in der Regel zwischen 16.00 und 18.00 Uhr. Während in Agglomerationen Ozon durch Reaktionen mit Verkehrs- und Industrieemissionen verhältnismässig schnell abgebaut wird, bleiben die Ozonkonzentrationen auf dem Land länger in einem hohen Bereich.
Welche Wirkungen hat Ozon auf den Menschen?
Ozon ist ein Reizgas und wirkt auf Augenbindehäute und Schleimhäute der oberen und unteren Atemwege. Für die Wirkung von Ozon sind vor allem drei Faktoren massgebend, nämlich die Ozonkonzentration, die Dauer der Ozoneinwirkung und das Ausmass der körperlichen Tätigkeit, da bei Körperbelastungen die Atmung intensiver wird. Zudem ist die Empfindlichkeit auf Ozon individuell verschieden.
Welche Beschwerden können auftreten?
Bei sehr empfindlich reagierenden Personen können bereits bei geringer Überschreitung des Grenzwertes der Luftreinhalteverordnung von 120 Mikrogramm pro Kubikmeter Beschwerden auftreten, beispielsweise Rötung und Brennen der Augen, Reizgefühle in Nase und Rachen sowie Hustenreiz und Engegefühl bei der Atmung. Die körperliche Leistungsfähigkeit kann eingeschränkt sein. Weniger empfindliche Personen reagieren in der Regel erst ab Ozonkonzentrationen von ungefähr 200 – 300 Mikrogramm/m3.
Welche Personen sind besonders gefährdet?
Vor allem bei Personen mit Asthma und chronischen Bronchialerkrankungen kann Ozon zu einer Zunahme der Beschwerden führen. Auch Kleinkinder sind generell empfindlicher.
Welche Massnahmen sind zu treffen?
Bei industriellen Verfahren, bei denen lokal Ozon entsteht, muss durch technische Massnahmen sichergestellt werden, dass der Grenzwert (Maximaler Arbeitsplatzkonzentrationswert, MAK-Wert) von 200 Mikrogramm/m3 eingehalten wird. Im Freien hingegen sind die Ozonkonzentrationen gegeben. Es geht darum, den erhöhten Ozonkonzentrationen zeitlich und örtlich möglichst auszuweichen. Es ist zu beachten, dass die Ozonbelastung im Freien abhängig von der Jahreszeit, der Tageszeit und der Region ist. Die höchste Ozoneinwirkung haben Arbeitnehmende mit schwerer Arbeit im Freien, da die Atmung intensiver ist. Dies betrifft beispielsweise Arbeitnehmende auf dem Bau, dem Geleisebau, der Landwirtschaft, im Forstwesen oder beim Güterumschlag im Freien.
Welche Empfehlungen ergeben sich für Arbeiten im Freien?
Bei Arbeiten im Freien soll den hohen Ozonkonzentrationen zeitlich und örtlich ausgewichen werden:
- Die Ozonkonzentrationen sind an schönen Tagen während der warmen Jahreszeit am Nachmittag am höchsten. Deshalb sollen körperlich schwere Arbeiten im Freien an solchen Tagen auf die Vormittagsstunden, möglichst frühmorgens, verlegt werden.
- Ein örtliches Ausweichen ist dann möglich, wenn in einem Betrieb Arbeiten im Freien und in Innenräumen durchzuführen sind. In diesem Fall ist es empfehlenswert, Arbeiten im Freien auf den Vormittag und solche in Innenräumen auf den ozonreichen Nachmittag einzuplanen.
Welche Empfehlungen ergeben sich für Freizeitaktivitäten an ozonreichen Tagen?
Empfehlungen sind durch die Gesellschaft der Lungenfachärzte und das BUWAL veröffentlicht worden. Bei Überschreiten des Grenzwertes der Luftreinhalteverordnung von 120 Mikrogramm/m3 können normale körperliche Aktivitäten oder Sport im vernünftigen Rahmen im Freien weiterhin ausgeübt werden. Es ist jedoch empfehlenswert, Ausdauersport oder schwerere körperliche Arbeiten, wie bestimmte Gartenarbeiten, an ozonreichen Tagen am Nachmittag zu vermeiden und diese am Vormittag oder späten Abend einzuplanen. Wenn an ozonreichen Tagen bereits bei normaler körperlicher Aktivität Beschwerden auftreten, kann der Arzt im Einzelfall beraten, ob allenfalls weitergehende Einschränkungen angezeigt sind.
- Empfehlen(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet)
- Feedback(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet)