Fahrzeug- und Turmdrehkrane

Fahrzeug- und Turmdrehkrane

Für einen sicheren Betrieb von Fahrzeug- und Turmdrehkranen gibt es gemäss Kranverordnung und EKAS-Richtline 6511 verschiedene Bestimmungen. Ein wichtiger Punkt ist auch das richtige Anschlagen (Anbinden) von Lasten.

Turmdrehkrane

 

Montage-, Demontage- und Instandhaltungsarbeiten

Montage-, Demontage- und Instandhaltungsarbeiten dürfen nur von ausgebildeten Kranfachleuten ausgeführt werden.

Bei Hindernissen im Radius des Krans muss die Gefahrenzone abgesperrt werden. Bei Arbeiten im Bereich von Freileitungen und Bahnanlagen gilt die Suva-Richtlinie 1863(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet) , für die Installation von Turmdrehkranen das Merkblatt 66061(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet) .

 

Kranführer

Personen, die Fahrzeug- und Turmdrehkrane bedienen, müssen einen gültigen Suva-Lernfahr- oder Kranführerausweis besitzen. Die Ausbildung zum Kranführer sowie Informationen, wie ein Kranführerausweis beantragt oder eingetauscht werden kann, werden hier im Detail erklärt: Führen von Turmdreh- und Fahrzeugkranen.

Auch muss jeder Kranführer wissen, was er bei Arbeitsbeginn, während Arbeitspausen und bei Arbeitsende an seinem Kran zu überprüfen hat. Die zu überprüfenden Punkte sind in folgenden Checklisten zusammengefasst:

Kranführer, die einen Kran eines anderen Unternehmers benützen, sind dafür verantwortlich, dass die Bestimmungen der Kranverordnung eingehalten werden.

 

Kranfachleute

Heute sind es Kranfachleute, meistens sogenannte «Kranmonteure», die Krane montieren, reparieren und instandhalten. Es können aber auch andere Spezialisten wie z.B. Elektriker sein, die mit der Steuerungstechnik von Kranen vertraut sind und Arbeiten aus deren Fachgebiet am Kran ausführen.

Kranfachleute sind hinreichend ausgebildet, wenn sie Aus- und Weiterbildungskurse, beispielsweise bei Kranherstellern, besucht haben, die Sicherheitsvorschriften beim Verwenden von Kranen (Suva-/EKAS-/Herstellervorschriften) kennen und diese in der Praxis richtig anwenden und umsetzen.

 

Überprüfung und Kontrolle von Kranen

Für alle Krane gilt:

Wer Krane betreibt, muss regelmässig überprüfen, ob sie nach den anerkannten Regeln der Technik in betriebssicherem Zustand sind. Der Kranhersteller gibt in der Betriebsanleitung konkrete Hinweise, wie die Überprüfung zu erfolgen hat. Diese Überprüfungen, die in der Regel 1-mal jährlich erfolgen sollen, dürfen nur von Kranfachleuten durchgeführt werden. Es ist aber nicht notwendig, dafür einen Kranexperten beizuziehen.

Für Fahrzeug- und Turmdrehkrane gilt zusätzlich:

Für die periodische Kontrolle muss der Kranbetreiber bzw. Kraneigentümer einen Kranexperten beiziehen. Die Details zu den Kontrollen sind in der EKAS-Richtlinie 6511(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet)  geregelt.

Auf der  Liste der anerkannten Kranexperten (217 KB)(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet; Dieses Dokument ist nicht barrierefrei.) finden Sie die Kranexperten, die für die Kontrolle von Turmdreh- und Fahrzeugkranen autorisiert sind. Es liegt in der Verantwortung des Betreibers, den Kranexperten zeitgerecht aufzubieten.

Interessieren Sie sich für die Tätigkeit als Kranexperte? Mehr dazu erfahren Sie unter Kontrolle von Kranen (Kranexperte).

Kontrolle von Fahrzeug- und Turmdrehkranen EKAS RL 6511 Ziffer Kap. 3

  • jährliche Überprüfung durch einem Kranfachmann
  • periodische Kontrolle durch den Kranexperten

Krane, die älter als 4 Jahre sind, dürfen nur unter folgenden Bedingungen betrieben werden: Sie wurden von einem Kranexperten kontrolliert und abgenommen. Die Kontrollfrist darf nicht abgelaufen sein.

Kontrollintervalle durch einen anerkannten Kranexperten KranVO Art.15

In welchen Abständen Kontrollen nötig sind, wird von den Kranexperten auf dem Kontrollrapport verbindlich festgehalten. Für die Experten ist dabei in erster Linie das Alter des Krans (Jahrgang gemäss Angaben des Herstellers) zum Zeitpunkt der Kontrolle massgebend. Die Kontrollen können aber von den üblichen Intervallen abweichen, wenn es die Umstände erlauben bzw. erforderlich machen (EKAS-RL 6511, Ziffer 3.4.1).

Im Regelfall gilt (EKAS-RL 6511, Ziffer 3.4.1.c):

  • Bis zum 20. Altersjahr des Krans: Kontrolle alle 4 Jahre
  • ab 21. Altersjahr des Krans: Kontrolle alle 2 Jahre
  • ab 31. Altersjahr des Krans: Kontrolle jährlich

Zwangsmassnahmen sind für alle Beteiligten unangenehm: Wer nicht dafür sorgt, dass seine Krane fristgerecht kontrolliert werden riskiert, dass der Kran auf der Baustelle stillgelegt wird. Dies geschieht auch, wenn der Kran aus Sicht des Kranbetreibers dringend gebraucht wird.

 

Inverkehrbringen von Kranen

Diese Informationen richten sich in erster Linie an die Inverkehrbringer von neuen Kranen und von Occasionskranen, die nicht älter als 4 Jahre sind.

  • Liefern Sie neue Krane und Occasionskrane nur mit einer Konformitätserklärung aus (Art. 2 Abs. 1 Bst. b MaschV und Art. 3 Abs. 1 Kranverordnung).
  • Rüsten Sie jeden neuen Kran mit einem Kranbuch aus (Art. 3 Kranverordnung). Das Kranbuch kann bei der Suva gratis bezogen werden(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet) .
  • Kontrollieren Sie bei Occasionskranen, ob ein Kranbuch vorhanden ist. Wenn nicht, ergänzen Sie die Krandokumente mit einem neuen, korrekt ausgefüllten Kranbuch.
  • Bringen Sie an neuen Kranen einen Kleber «Neukran» an, vermerken Sie den Monat der Inverkehrsetzung und wann die erste Kontrolle durch einen Kranexperten fällig ist (innert 4 Jahren nach Inverkehrsetzung). Inverkehrbringer von Kranen können solche Kleber mit Angabe ihrer Kundennummer beim Kundendienst der Suva beziehen (Telefon 041 419 58 51). Die Bestellnummer lautet: AS 508.
  • Auch Occasionskrane, die noch nicht vier Jahre alt sind, müssen mit einem Kleber «Neukran» ausgerüstet sein, der angibt, wann die erste Kontrolle von einem Kranexperten fällig ist (innert 4 Jahren seit der ersten Inverkehrsetzung).
  • Füllen Sie das Formular  Meldung Neukran/Occasionskran (252 KB)(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet; Dieses Dokument ist nicht barrierefrei.) aus und melden Sie der Suva damit die Inverkehrsetzung und den Eigentümer des Krans.

Occasionskrane, die älter als 4 Jahre sind, dürfen erst nach der Kontrolle durch einen Kranexperten ausgeliefert werden.

 

Kranbuch

Die technischen Daten und der «Lebenslauf» des Krans müssen dokumentiert werden (Art. 3 der Kranverordnung). Diese Dokumentation führt der Kraneigentümer. Das Kranbuch der Suva ist in vier Teile gegliedert:

  • Im ersten Teil (weisse Farbe) werden die grundlegenden Krandaten (technische Daten) dokumentiert. Der Kranhersteller liefert die erforderlichen Daten (in der Regel in der Betriebsanleitung).
  • Im zweiten Teil (graue Farbe) ist der Lebenslauf des Krans detailliert festgehalten. Dieser Teil dient dem Kranfachmann für die jährliche Überprüfung und ist für den Kranexperten die Grundlage für die wiederkehrende Kontrolle.
  • Im dritten Teil (rosa Farbe) werden ausschliesslich die durch Kranexperten erfolgten Kontrollen vermerkt.
  • Im vierten Teil steht die Konformitätserklärung des Herstellers. Sie ist nur für Krane nötig, die ab 01.01.1997 in Verkehr gebracht wurden. Ist die Konformitätserklärung vorhanden, wird das im ersten Teil auf Seite 3 vermerkt.

In welcher Form das Kranbuch geführt wird, wo es aufbewahrt und wie es dem Kranfachmann oder Kranexperten zur Verfügung gestellt wird, bleibt dem Kranbetreiber bzw. Kraneigentümer überlassen. Vom gedruckten Heft bis zur EDV-Lösung ist alles möglich, sofern es übersichtlich und zweckmässig ist (z.B. in Anlehnung an ISO 9000).

Die Suva bietet eine gedruckte Version an: das «Kranbuch für Kranfachleute und Kranexperten». Sie kann im Waswo(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet)  bestellt werden.

 

Personentransporte mit Kran und Arbeitskorb

Personentransporte mit Kranen sind grundsätzlich verboten, ausser der Kran wurde für diese Anwendung gebaut. Die Suva kann im Einzelfall eine Ausnahmebewilligung ausstellen. Der Arbeitgeber muss vorgängig einen schriftlichen Antrag einreichen:

Für Personentransporte mit Arbeitsmitteln im Freizeitbereich gelten besondere Regeln:

 

Krane auf Baustellen

Werkzeugkisten oder andere Lasten dürfen nicht hochgezogen und über Nacht am Baukran hängen gelassen werden.  Der Lasthaken ist bei Arbeitsschluss freizumachen. Zusätzliche Gewichte beeinträchtigen die Standsicherheit des Krans. Der Lasthaken muss leer hochgezogen und die Laufkatze - je nach Krantyp - zum Turm oder zur Auslegerspitze gefahren werden.

Krane müssen gegen Sturmböen gesichert werden: Geeignete Massnahmen finden Sie in der Medienmitteilung «Baukran-Stürze durch Sturmböen - muss das sein?».

 

Andere Regeln für die Einteilung der Krane in die Kategorie «Fahrzeugkrane» im Kanton Genf

Es ist zurzeit noch offen, wie der Kanton Genf die revidierte Kranverordnung interpretiert. Bisher beurteilte der Kanton Genf alle mobilen Krane mit Seilwinden als Fahrzeugkrane (wie Lastwagen-Ladekrane, Teleskopstapler im Kraneinsatz und ähnliche Geräte). Er verlangte seit 1.1.2000, dass alle diese Krane unabhängig von ihrem Lastmoment und  ihrer Ausladung durch Kranexperten kontrolliert werden und die Kranführer einen Ausweis der Kategorie A besitzen.