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Sicherheitssystem
ASA: Sicherheit mit System
Sicherheitssystem
Warum braucht es ein Sicherheitssystem?
Alle Arbeitgeber haben gemäss Artikel 3 bis 10 der Verordnung über die Unfallverhütung (VUV) die Pflicht, die in ihrem Unternehmen auftretenden Gefahren zu ermitteln und die erforderlichen Schutzmassnahmen und Anordnungen nach anerkannten Regeln der Technik zu treffen.
Die systemorientierte Prävention geht über die Behebung einzelner Mängel hinaus und hat zum Ziel, die Wiederholung oder Entstehung ähnlicher Mängel im gesamten Unternehmen nachhaltig zu verhindern. In der Regel braucht es dazu eine Kombination von technischen, organisatorischen und personenbezogenen Massnahmen.
Das Sicherheitssystem gewährleistet diese Nachhaltigkeit. Zudem fasst es die wichtigsten Anforderungen auf dem Gebiet der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes zu einem griffigen Arbeitsinstrument zusammen. Für Arbeitgeber und Sicherheitsfachkräfte ist es eine praktische Hilfe, um ihre Verantwortung wahrzunehmen und die Sicherheit und Gesundheit im Unternehmen kontinuierlich zu verbessern.
Vorgehen in drei Schritten:
| Schritt | Was tun? |
|---|---|
GefahrenermittlungRisikoberuteilung |
Welche Sicherheits- und Gesundheitsrisiken gibt es im Betrieb? |
Sicherheitssystemz.B. Branchenlösung |
System (Handbuch) für die professionelle und dauerhafte Beherrschung der ermittelten Risiken |
MassnahmenUmsetzungskontrolle |
Konsequente Umsetzung der Schutzmassnahmen an Arbeitsplätzen |
Für diese Aufgaben sind in der Regel Fachkenntnisse nötig. Wenn der Betrieb selber nicht über die notwendigen Kenntnisse und Erfahrungen verfügt, sind Spezialisten der Arbeitssicherheit beizuziehen.
Wie beginnen?
Kein Betrieb muss bei Null beginnen. Der Selbsttest Sicherheit und Gesundheitsschutz: Wo stehen wir?(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet) ist ein gutes Werkzeug, um den Stand der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes in einem Betrieb zu überprüfen.
Der Test ist dank seiner Systematik auch ein Hilfsmittel für den Aufbau und die Dokumentation eines Sicherheitssystems.
Als Einstieg in die Thematik eignet sich auch der Film "Die Entscheidung - Ein Film zur Einführung ins Thema Sicherheit mit System“, erhältlich als DVD. Erzählt wird die Geschichte der Becker AG, deren neuer Chef sich entschliesst, "Sicherheit mit System" umzusetzen. Am Ende des Films wird klar: Nicht nur die Arbeitssicherheit und der Gesundheitsschutz haben profitiert, sondern auch die Produktivität hat sich verbessert.
Das betriebliche Sicherheitssystem
Die 10 Elemente für sichere und gesunde Arbeitsplätze:
1. Sicherheitsleitbild, Sicherheitsziele
Informationen, Hinweise auf Hilfsmittel
Sicherheitsleitbild formulieren
Das Sicherheitsleitbild – als Teil des Unternehmensleitbildes – beschreibt den Stellenwert, den Sie der Sicherheit und Gesundheit des Personals beimessen.
Beispiele:
- Wir fördern die Sicherheit und Gesundheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch zweckmässige Arbeitsorganisation, Führung und Ausbildung.Gesundheit, Sicherheit und Wohlbefinden unserer Mitarbeiter und Partner sind uns wichtig. Wir fördern diese durch aktive Mitarbeit, periodische Information und Weiterbildung.
- Unversehrtheit, Gesundheit und Wohlbefinden unserer Mitarbeiter sind für uns wichtige Anliegen. Fragen der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes behandeln wir mit der gleichen Priorität wie Fragen der Qualität, Produktivität und Wirtschaftlichkeit. Wir sorgen auch für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz von Drittpersonen in unserem Betrieb.
- Bei allen Tätigkeiten und Produkten sorgen wir aktiv für Sicherheit und den Schutz der Gesundheit.
Ein Sicherheitsleitbild kann nur dann Wirkung erzeugen, wenn es dem Personal bekannt ist, gelebt werden kann und von den Vorgesetzten vorgelebt wird
Sicherheitsziele setzen
Um sinnvolle Ziele setzen zu können, brauchen Sie Kenntnisse des Unfallgeschehens und der Schwachstellen in Ihrem Betrieb. Zudem gilt: Wer Ziele setzt, muss auch dafür sorgen, dass die für die Zielerreichung notwendigen finanziellen, personellen und fachlichen Ressourcen vorhanden sind.
In der Regel werden Ziele für ein Jahr gesetzt. Man unterscheidet zwischen qualitativen und quantitativen Zielen.
Qualitative Ziele können sein:
- Alle tragen konsequent den Schutzhelm.
- Wir halten uns alle konsequent an die Strassenverkehrsregeln.
- Mängel an Maschinen und Werkzeugen melden wir sofort dem Chef.
Quantitative Ziele können sein:
- Im nächsten Jahr Senkung der Ausfalltage wegen Unfall um 20 Prozent.
- Im nächsten Jahr Senkung der Anzahl Unfälle um 20 Prozent.
Quantitative Ziele sind nur sinnvoll, wenn es bei den Ausfalltagen von Jahr zu Jahr keine allzu grossen Schwankungen gibt. Bei kleineren Betrieben sind diese Schwankungen in der Regel sehr gross, so dass es für kleinere Betriebe meist sinnvoll sein dürfte, sich auf qualitative Ziele zu konzentrieren.
Was ist zu tun?
- Erstellen Sie ein Sicherheitsleitbild.
- Setzen Sie sich konkrete Ziele für 1 Jahr. Sie müssen überprüfbar oder messbar sein.
- Besprechen Sie das Sicherheitsleitbild und die Sicherheitsziele mit den Mitarbeitenden.
- Überprüfen Sie die Ziele Ende Jahr und setzen Sie sich neue Ziele für das Folgejahr.