Massnahmen der Kampagne "Risikoverhalten Forst"
Aufsicht verstärken und Sicherheitsregeln durchsetzen
Die Suva unterstützt Arbeitgeber und Vorgesetzte mit vermehrten Kontrollen. Einerseits führen von der Suva ausgewählte und geschulte Holzerntespezialisten in der Saison 2009/2010 rund 500
Arbeitsplatzkontrollen im Holzschlag (PDF, 62 KB) durch. Andererseits überprüfen die Sicherheitsspezialisten der Suva bis 2011 in allen Ausbildungsbetrieben das
betriebliche Sicherheitskonzept (PDF, 131 KB). Unfälle beim Fällen von Bäumen werden gezielt abgeklärt.
Bei der Überprüfung des betrieblichen Sicherheitskonzepts wird der Einsatz der Hilfsmittel zur Gefahrenermittlung und Massnahmenplanung thematisiert, beispielsweise die Verwendung der
Checkliste "Arbeitsvorbereitung (AVOR)" (PDF, 588 KB) und die Beschreibungen von Arbeitsverfahren mit den dazugehörenden Gefährdungen und Massnahmen, die speziell auf die Verhältnisse der Betriebe in der Schweiz zugeschnitten sind.
Für sicheres Verhalten sensibilisieren
Zwischen November 2008 und Februar 2009 verunfallten sechs Mitarbeitende von Suva-versicherten Forstbetrieben beim Fällen von Bäumen tödlich. In der Folge lancierte die Suva die Sensibilisierungskampagne "Risikoverhalten Forst".
- 10 Verhaltensregeln für sichere Holzerntearbeiten
Als erste dringliche Massnahme gingen im Februar 2009 die "Die 10 wichtigsten Verhaltensregeln für Fällarbeiten" an sämtliche Betriebe. Die viel diskutierten
Regeln (PDF, 59 KB) wurden im Mai 2009 an einem "Runden Tisch" mit Branchenvertretern bereinigt und werden nun den Betrieben und Mitarbeitenden immer wieder in Erinnerung gerufen. - "Der Rückzugsort – meine Lebensversicherung"
Ein Schwerpunkt der Kampagne ist der sichere Rückzugsort nach dem Zu-Fall-Bringen des Baums. Im Zentrum steht ein rotes Tuch (Link ins Waswo) – ein praktisches Hilfsmittel für das Markieren des Rückzugsorts. Der Kurzfilm "Der Rückzugsort – meine Lebensversicherung" weist eindrücklich auf den Missstand hin, dass der Rückzugsort nicht konsequent genug aufgesucht wird. - Unfallbeispiele
Eine weitere Kommunikationsmassnahme sind Unfallbeispiele, die den Betrieben in regelmässigen Abständen zugestellt werden: - Auszeichnung von Lernenden
An der Forstmesse Luzern (www.fachmessen.ch) wurden 40 Lernende ausgezeichnet, die ihre Grundausbildung im Sommer 2009 ohne Berufs- und ohne Freizeitunfall abgeschlossen haben. Sie sind der Beweis, dass eine unfallfreie Ausbildungszeit möglich ist.
Grundausbildung der Forstwarte optimieren
- Eignung der Ausbildungsbetriebe
Künftig sollen Ausbildungsbetriebe vertieft auf ihre Eignung hin überprüft werden. Dafür steht eine Kriterienliste in Form eines
Auditprotokoll (Word, 153 KB) zur Verfügung. Im September 2009 finden Informationstagungen für die kantonalen Berufsbildungsämter statt. - Anforderungsprofil für Lernende
Eine Arbeitsgruppe der CODOC hat im Zusammenhang mit dem Berufswahlpraktikum ein
Anforderungsprofil für Lernende (PDF, 47 KB) entwickelt. Damit soll erreicht werden, dass weniger ungeeignete Personen die Grundausbildung zum Forstwart beginnen. - Ausbilden im Lehrbetriebsverbund
Damit der Bedarf an ausgebildeten forstlichen Arbeitskräften auch in Zukunft gedeckt werden kann, braucht es ein entsprechendes Lehrstellenangebot. Das Berufsbildungsgesetz ermöglicht den zahlreichen Kleinbetrieben die Zusammenarbeit in Lehrbetriebsverbünden. Dazu steht ihnen das Dossier "Ausbilden im Lehrbetriebsverbund – Dokumentation für forstliche Lehrbetriebe" mit Vorlagen und Beispielen zur Verfügung. - Aufgaben und Zuständigkeiten in forstlichen Lehrbetrieben
Um im Betrieb eine zielführende Betreuung der Lernenden sicherzustellen, wurde das Merkblatt
"Aufgaben und Zuständigkeiten in forstlichen Lehrbetrieben“ (Word, 67 KB) erarbeitet. Damit soll die Rolle des Berufsbildners im Betrieb geklärt werden. - FALTI: ein Hilfsmittel zur Gefährdungserkennung
Mit
FALTI (PDF, 56 KB), dem neuen Hilfsmittel zur Gefährdungserkennung (mit
Gebrauchsanleitung, PDF, 53 KB), soll das sichere Verhalten des Einzelnen gefördert werden. Die Berufsbildner werden im Rahmen einer Weiterbildung mit der Anwendung von FALTI vertraut gemacht. Diese Weiterbildung wird von der Suva und vom Bildungsfonds Wald unterstützt.
