Zwei Personen nehmen Reinigungsarbeiten einer Staudammmauer am hängenden Seil vor.

Ausbildung für das Arbeiten am hängenden Seil

  • Arbeiten am hängenden Seil (Seilzugangs- und Positionierungsverfahren – SZP) gehören zu den Arbeiten mit besonderen Gefahren. Nur ausgebildetes Personal darf dafür eingesetzt werden.
  • Je nach Aufgabe ist ein unterschiedliches Ausbildungslevel erforderlich.

Erforderliche Ausbildung

Das dreistufige Konzept der Ausbildung für Seilzugangs- und Positionierungsverfahren (SZP) entspricht internationalen Standards. Jede Stufe umfasst einen 5-tägigen Kurs und wird mit einer Prüfung abgeschlossen. Für Mitarbeitende, Teamleader und Projektleiter sind unterschiedliche Ausbildungslevel erforderlich.

Level 1: Mitarbeitende

Basiskurs für Teilnehmende ohne Berufserfahrung. Grundlagenwissen bezüglich Seilzugangstechniken, Gesetze, Material, Normierung und Rettung nach unten.
Befähigung: Arbeiten mit SZP, bewegen und einfache Kameradenrettung nach unten am hängenden Seil.

Level 2: Teamleader SZP

Bedingung: Prüfung Level 1 bestanden. Erweiterte Arbeits- und Zugangstechniken (z. B. horizontale Seilsysteme erstellen, Umsteigen innerhalb unterschiedlicher Systeme), System-Einrichtung, Grundlagen von Kraftfluss und Verankerungstechnik, richtungsunabhängige Rettung
usw.

Befähigung: wie Level 1, zusätzlich Teamführung und -überwachung, Seilsystem- und Verankerungsinstallation. Pro Arbeitsplatz bzw. Team muss eine Person mit Ausbildung Level 2 anwesend sein.

Level 3: Projektleiter SZP

Bedingung: Prüfung Level 2 bestanden. Erweitertes Wissen betreffend System-Planung, Projektleitung, Kraftfluss, Gefährdungsermittlung und Risikomanagement.
Befähigung: Wie Level 1 und 2, zusätzlich baustellenspezifische Sicherheitskonzepte analysieren, planen, bemessen, führen und erstellen. Es ist nicht erforderlich, dass vor Ort eine Person mit Ausbildung Level 3 permanent anwesend ist.

Ausbildungsnachweis

Unabhängig vom ausbildenden Verband werden die drei Level mit einer Prüfung abgeschlossen, die eine unabhängige Instanz abnimmt.

Die Gültigkeitsdauer des Ausbildungsnachweises richtet sich nach den Angaben der ausbildenden Verbände. Vom Gesetzgeber sind keine Intervalle vorgeschrieben. Weiterbildungen gemäss persönlichen Bedürfnissen sind empfehlenswert (z. B. alle 1 bis 2 Jahre). Ausbildner mit Level 3 müssen sich regelmässig gemäss Vorgaben des ausbildenden Verbands weiterbilden.

Anerkennung ausländischer Ausbildungen

Die Ausbildungen von IRATA (Grossbritannien), FISAT (Deutschland) und ARAA (Österreich) sind in der Schweiz anerkannt.

Ausbildungsinstitutionen

Die Ausbildungsstätten haben einen gewissen Freiraum, Spezialfachgebiete einzubauen (z.B. Natur- oder Chemiegefahren, Schweissarbeiten, Vertiefung Statik usw.).

Auskunft

Rechtsgrundlagen (Gesetze, Verordnungen) und technisches Regelwerk

  • Bauarbeitenverordnung Art. 82  
  • Verordnung über die Unfallverhütung Art. 6  Information und Anleitung der Arbeitnehmer
  • Verordnung über die Unfallverhütung Art. 8  Vorkehren bei Arbeiten mit besonderen Gefahren