Bauschreiner wird AVOR-Spezialist «Unfallfolgen annehmen und das Beste daraus machen»

Dank hoher Motivation und der grossen Unterstützung seines Arbeitgebers konnte U.F. nach dem Unfall wieder in dieselbe Firma zurückkehren.
U.F. während der Arbeit am Computer.

Ein Misstritt, den U.F. nie mehr vergisst: Bei einer Turnervorstellung an den Ringen verfehlt er beim Abgang die Turnmatte und renkt sich den linken Mittelfuss aus. Die Heilung verlief nicht optimal und es entwickelte sich eine Arthrose. Schliesslich musste der linke Fuss mittels Operation versteift werden.

U.F. (46) war sportlich und seit seiner Kindheit aktives Mitglied des Turnvereins Worben. Im Geräteturnen, insbesondere an den Ringen, war er geübt. Doch an einer Turnervorstellung im Jahr 2006 verfehlte er beim Abgang von den Schaukelringen die Turnmatte und renkte sich den linken Mittelfuss aus. Weil die Heilung dieser schweren Verletzung nicht gut verlief, musste schliesslich der linke Fuss versteift werden. U.F. arbeitete zu dieser Zeit als Bauschreiner bei der Kammag FTS AG in Studen.

Seine Haupttätigkeiten waren das Anschlagen der Fenster auf der Baustelle und die Holzverarbeitung in der Werkstatt. Nach seinem Unfall war klar: Mit einem versteiften Fuss kann er auf der Baustelle nicht mehr die gewünschte Leistung erbringen und vereinzelte Tätigkeiten gar nicht mehr ausüben. Demzufolge musste er sich neu orientieren. Sein Arbeitgeber, die Kammag FTS AG, hatte U.F. von Anfang an sehr unterstützt. «Wir setzten alles daran, dass wir U.F. als langjährigen Mitarbeiter auch weiterhin bei uns beschäftigen konnten», sagt sein damaliger Vorgesetzter. Deshalb wurde er, wann immer dies möglich war, im Büro und nicht auf der Baustelle eingesetzt.

Unfall als Chance

Die Büroarbeit gefiel ihm, doch weil er keine entsprechende Ausbildung hatte, konnte er nicht alle Tätigkeiten ausführen. Schliesslich bot ihm die Kammag FTS AG eine Stelle im Bereich Arbeitsvorbereitung (AVOR) an, mit der Bedingung, eine 2-jährige berufsbegleitende Weiterbildung zu absolvieren. U.F. musste nicht lange überlegen, diese Chance wollte er packen. Mit Unterstützung der Invalidenversicherung, viel Fleiss und grossem Zeitaufwand absolvierte U.F. schliesslich erfolgreich die beiden Lehrgänge zum Sachbearbeiter Fertigung und zum Sachbearbeiter Planung. «Es kostete mich viel Energie, weil ich nicht mehr gewohnt war, auf der Schulbank zu sitzen. Zudem war ich in einigen Fächern Quereinsteiger und musste dort mehr Zeit investieren. Aber der Unfall war für mich eine Chance, mich nochmals neu zu orientieren und ich wollte in jedem Fall das Beste daraus machen», sagt U.F.