Sanitäter beladen den Krankenwagen mit dem Verunfallten.

Tankrevisor in Auffangwanne verbrannt

  • Eine Auffangwanne wurde nicht mit dem Absaugventilator entlüftet und es bildete sich eine explosionsfähige Atmosphäre.
  • Es kam zur Explosion, als der Mitarbeiter die lösemittelhaltige Grundiermischung mit einer Bohrmaschine mit Rühraufsatz mischte.
  • Der Tankrevisor fing Feuer und erlag später seinen Verbrennungen.
  • Das Einhalten der lebenswichtigen Regeln für die Instandhaltung hätten diesen Unfall verhindert: brennbare Stoffe müssen entfernt und mit einem Absaugventilator Explosionen und Vergiftungen verhindert werden.

Lösemitteldämpfe nicht abgesaugt

Ein Tankrevisor hatte zusammen mit einem Hilfsarbeiter den Auftrag, die Auffangwanne eines Heizöl-Tanks neu zu beschichten. In der 1,6 Meter tiefen Wanne stehend mischte der Tankrevisor die verschiedenen Komponenten des lösemittelhaltigen Anstrichs in einem Kessel. Dafür benutzte er eine Bohrmaschine mit Rühraufsatz. Als die Grundiermischung aufgebraucht war, rührte er mit dem gleichen Hilfsmittel eine neue an.

Durch die Lösemitteldämpfe hatte sich in der Wanne eine explosionsfähige Atmosphäre gebildet, da die Wanne nicht mit dem Absaugventilator entlüftet wurde. Zudem verwendete der Verunfallte ein ungeeignetes, nicht explosionsgeschütztes Rührwerkzeug (Bohrmaschine), das schliesslich zur Zündquelle des Brandes wurde.

Die Feuerwalze warf den Hilfsarbeiter auf dem Weg zum Transportfahrzeug von hinten zu Boden. Nachdem er realisiert hatte, dass sich in der Wanne ein explosionsartiger Brand (Verpuffung) ereignet hatte, eilte er seinem Kollegen zu Hilfe. Dessen Kleider, der Anstrich an den Wänden der Wanne und der Kessel mit der Grundiermischung standen bereits in Flammen. Mit Wasser aus der nahen Löschstation gelang es dem Hilfsarbeiter, das Feuer zu löschen und seinen Kollegen ins Freie zu bringen.

Der Tankrevisor starb am nächsten Tag an den Folgen seiner schweren Verbrennungen. Der Hilfsarbeiter hatte Brandverletzungen am Hals, konnte jedoch ambulant behandelt werden.

Lebenswichtige Regel verletzt

Das Einhalten dieser lebenswichtigen Regeln für die Instandhaltung hätten diesen Unfall verhindert:

  • Regel 7: «Wir entfernen brennbare Stoffe oder sorgen dafür, dass sich diese nicht entzünden können»
  • Regel 8: «In engen Räumen verhindern wir mit einem Absaugventilator Explosionen und Vergiftungen»

Wird eine lebenswichtige Regel verletzt, heisst es: STOPP, die Arbeit einstellen und die gefährliche Situation beseitigen.
Erst dann weiterarbeiten.

So verhindern Sie ähnliche Unfälle

Arbeitgeber und Vorgesetzte

  • Stellen Sie bei Arbeiten mit Produkten, die leichtbrennbare Flüssigkeiten enthalten (z. B. Farben, Lacke, Polyesterharze), geeignete Arbeitsmittel zur Verfügung:
    - der baulichen Situation angepasste Lüftungsleitungen in genügender Länge
    - explosionsgeschützte elektrische Betriebsmittel (z. B. Motoren, Leuchten)
    - je nach Situation zusätzlich geeignete Atemschutzgeräte
  • Informieren Sie die Mitarbeitenden über die Gefährdungen und instruieren Sie sie über die notwendigen Massnahmen.
  • Kontrollieren Sie das Verhalten der Mitarbeitenden regelmässig. Sagen Sie bei Missachtung der Sicherheitsregeln STOPP und setzen Sie deren Einhalten durch.

Arbeitnehmende

  • Sorgen Sie bei Beschichtungsarbeiten immer für eine gute Lüftung. Insbesondere in engen Räumen ist dabei immer ein explosionsgeschützter und leistungsfähiger Absaugventilator zu verwenden – ohne Ausnahme!
  • Treffen Sie bei Arbeiten mit leichtbrennbaren Produkten die Schutzmassnahmen (u.a. explosionsgeschützter Ventilator und Betriebsmittel) gemäss den Weisungen des Arbeitgebers (Arbeitsabläufe).
  • Sind keine geeigneten Arbeitsmittel vorhanden, sagen Sie STOPP, unterbrechen Sie die Arbeit und fordern Sie vom Arbeitgeber geeignete Arbeitsmittel ein.
  • Verwenden Sie ausschliesslich explosionsgeschützte Geräte für Arbeiten, bei denen Dämpfe von leichtbrennbaren Flüssigkeiten vorhanden sind oder auftreten können.

Mit der Umsetzung obiger Massnahmen tragen Sie massgeblich dazu bei, Leben zu bewahren und menschliches Leid zu verhindern.