Sanitäter beladen den Krankenwagen mit dem Verunfallten.

Vergiftung durch Lösemitteldämpfe

  • Beim Herausholen eines hineingefallenen Werkzeugs aus einem Behälter atmete ein Arbeiter Lösemitteldämpfe ein und starb an einer akuten Vergiftung.
  • Dieser Unfall hätte mit dem Einhalten der lebenswichtigen Regeln für die Instandhaltung verhindert werden können.
  • In Behältern und engen Räumen darf nur mit Entlüftung, Atemschutzgerät, Messung der Luftqualität und Überwachung durch eine zweite Person gearbeitet werden.

Tödliche Lösemitteldämpfe im Behälter

Nach Abschluss eines Produktionsvorgangs reinigte ein Mitarbeiter eines lebensmittelverarbeitenden Betriebs einen Behälter. Um das Innere des Behälters von aussen zu säubern, benutzte der Mitarbeiter einen Schaber. Dieser entglitt ihm und fiel in den Behälter hinein. Da setzte sich der Mitarbeiter kurzerhand eine Staubmaske auf und stieg in den Behälter, um den Schaber herauszuholen.

Im Behälter befanden sich Lösemitteldämpfe, die aus dem benachbarten Anlageteil hineingelangt waren. Das Einatmen dieser Dämpfe führte zu einer akuten Vergiftung. Der Mitarbeiter verlor das Bewusstsein und starb.

Ein zweiter Mitarbeiter entdeckte ihn nach zehn Minuten schliesslich regungslos auf dem Grund des Befeuchtungsbehälters. Ausgerüstet mit einem Atemschutzgerät mit Frischluftzufuhr konnte er seinen Kollegen nur noch tot aus dem Behälter bergen.

 

Warum konnte es zu diesem Unfall kommen?

Zu diesem Unfall konnte es kommen, weil grundlegende Sicherheitsregeln für das Arbeiten in Behältern und engen Räumen nicht beachtet wurden:

  • Das Innere des Behälters war vor dem Einstieg nicht mit einer Absaugvorrichtung entlüftet worden.
  • Es wurde keine Messung der Luftqualität im Behälter durchgeführt.
  • Der Mitarbeiter trug kein Atemschutzgerät mit Frischluftzufuhr, sondern nur eine hier wirkungslose Staubmaske.
  • Er stieg in den Behälter, ohne dass er von einer zweiten Person überwacht wurde.

 

Lebenswichtige Regel verletzt

Das Einhalten folgender lebenswichtigen Regel für die Instandhaltung hätte diesen Unfall verhindert :

Regel 8: «In engen Räumen verhindern wir mit einem Absaugventilator Explosionen und Vergiftungen»

Wird eine lebenswichtige Regel verletzt, heisst es: STOPP, die Arbeit einstellen und die gefährliche Situation beseitigen.
Erst dann weiterarbeiten.

So verhindern Sie ähnliche Unfälle

Arbeitgeber und Vorgesetzte:

  • Bilden Sie Ihre Mitarbeitenden aus, wie sie beim Betreten von Behältern und engen Räumen sicher vorgehen.
  • Stellen Sie geeignetes Material und Ausrüstung zur Verfügung: Ventilator mit Absaugschlauch, Messgerät zur Kontrolle der Luftqualität, mindestens zwei Atemschutzgeräte mit Frischluftzufuhr (von der Umgebungsluft unabhängige Luftversorgung).
  • Kontrollieren Sie das Einhalten der Sicherheitsregeln. Sagen Sie bei Verstössen STOPP, unterbrechen Sie die Arbeit sofort und setzen Sie die Regeln durch.

 

Mitarbeitende:

  • Steigen Sie niemals in einen engen Raum oder Behälter ein, ohne dass dieser vorgängig mit einer Absaugvorrichtung künstlich entlüftet wird.
  • Stellen Sie Entlüftung für die ganze Dauer der Arbeiten sicher.
  • Messen Sie die Luftqualität in engen Räumen und Behältern vor dem Einstieg.
  • Stellen Sie eine Überwachung durch einen ausgebildeten und ausgerüsteten Kollegen sicher.
  • Verwenden Sie geeignete persönliche Schutzausrüstung.
  • Sagen Sie beim Fehlen der notwendigen Sicherheitsmassnahmen und Schutzausrüstung STOPP, führen Sie keine Arbeiten aus und informieren Sie Ihre Vorgesetzten.

Mit der Umsetzung obiger Massnahmen tragen Sie massgeblich dazu bei, Leben zu bewahren und menschliches Leid zu verhindern.

Rechtliche Grundlagen