Sanitäter beladen den Krankenwagen mit dem Verunfallten.

Hand an Förderband abgerissen

  • Einem Mitarbeiter wurde die Hand abgerissen, als er durch eine ungesicherte Öffnung in ein Förderband griff.
  • Dies ist leider kein Einzelfall: An Föderbändern kommt es immer wieder zu Unfällen.
  • Eine systematische Überprüfung der Sicherheit von Maschinen und Arbeitsanweisungen für die Instandhaltung können kann solche Unfälle verhindern.

Regiebetriebsangestellter an Förderband verunfallt

Der Mitarbeiter des Regiebetriebs hatte den Auftrag, im Werkhofgebäude den Salzstreuer für den kommenden Winter vorzubereiten. Dabei musste er auch das Förderband des Salzstreuers instand halten. Er liess das Band bei maximaler Drehzahl laufen, um den Bandlauf zu kontrollieren. Dabei stellte er eine Verschmutzung im Bereich der Umlenkrolle fest. Um diese zu entfernen, griff er mit der Hand durch eine kleine Seitenöffnung in das Band. Die Hand wurde eingezogen und sofort abgerissen. Der rechte Arm blieb eingeklemmt, deshalb konnte sich der Verunfallte nicht selber befreien und auch das Band nicht abstellen. Weil er allein im Werkhof arbeitete, reagierte niemand auf seine Hilferufe.

Schliesslich gelang es dem Verunfallten, mit der gesunden Hand sein Natel aus der Hosentasche herauszufischen und den in der Nähe arbeitenden Vorgesetzten anzurufen. Während der Anfahrt zum Werkhof alarmierte dieser die Sanität und Feuerwehr. Im Werkhof angekommen, stoppte er schnell das Förderband, durchtrennte das Band, um den Verletzten zu befreien, und leistete erste Hilfe (Druckverband). Die abgetrennte Hand wurde sofort gekühlt und der Ambulanz mitgegeben. So gelang es später dem Ärzteteam, die Hand mit dem verkürzten Arm wieder anzunähen.

Förderbandöffnung war nicht gesichert

Die Unfallabklärung ergab, dass der Verunfallte vom Vorgesetzten instruiert worden war und dass er das Förderband schon mehrmals auf gleiche Weise eingestellt hatte. Der Mitarbeiter hätte während den Instandhaltungsarbeiten an der laufenden Maschine überwacht werden müssen. Die Öffnung am Förderband war ungesichert (ungenügend trennende Schutzeinrichtung).

Es hätte noch schlimmer kommen können

Dank viel Glück und richtiger Reaktion wurde ein noch schlimmerer Ausgang des Unfalls vermieden. Man stelle sich vor, was passiert wäre, wenn

  • der Verunfallte das Bewusstsein verloren hätte
  • kein Natel griffbereit gewesen wäre
  • der Verunfallte nicht mehr fähig gewesen wäre, in dieser Situation die richtige Telefonnummer zu wählen
  • der herbeigerufene Vorgesetzte nicht richtig alarmiert, reagiert und über keine Erfahrung in erster Hilfe verfügt hätte.
Ältere Arbeitsmittel weisen häufig erhebliche Mängel auf

Die Sicherheitsexperten der Suva stellen bei Betriebskontrollen und aufgrund von Unfallmeldungen immer wieder fest, dass ältere Arbeitsmittel wie zum Beispiel Förderbänder dem heutigen Stand der Technik bei weitem nicht mehr entsprechen und erhebliche Mängel aufweisen. Das Unfallbeispiel zeigt die Gefährlichkeit von unscheinbar wirkenden Einzugsstellen an Förderbändern. Die Gefahr wird vor allem unterschätzt, wenn die Bänder relativ langsam laufen.

Sicherheit von Maschinen systematisch angehen

Damit Präventionsbemühungen erfolgreich sind, muss das Thema "Sicherheit von Maschinen“ systematisch angegangen werden. Wo das notwendige Wissen im Betrieb nicht vorhanden ist, sind entsprechende Spezialisten der Arbeitssicherheit beizuziehen.

Werden Arbeiten mit besonderen Gefahren ausgeführt, ist eine risikogerechte Überwachung der eingesetzten Mitarbeiter sicherzustellen. Sollte der Ernstfall trotzdem eintreten, ist eine gut funktionierende Notfallorganisation überlebenswichtig.

So verhindern Sie ähnliche Unfälle

Arbeitgeber

  • Führen Sie im Rahmen der Gefahrenermittlung eine Bestandesaufnahme aller Förderbänder durch.
  • Sorgen Sie dafür, dass Einzugsstellen an Förderbändern entweder durch trennende Schutzeinrichtungen nicht erreicht werden können oder entsprechende Füllstücke eingesetzt werden.
  • Erlassen Sie die Weisung, dass an laufenden Maschinen keine Instandhaltungsarbeiten ausgeführt werden dürfen.
  • In Fällen, wo Instandhaltungsarbeiten an laufenden Maschinen unerlässlich sind, muss der Arbeitgeber dafür sorgen, dass dem Risiko entsprechende Massnahmen getroffen werden: z. B. Aufsicht durch eine Überwachungsperson, Person in Rufnähe, Einsatz einer Personen-Notsignalanlage, Einsatz einer Sonderbetriebs-Steuerung.
  • Überprüfen Sie Alarmorganisation und Alarmierungsgeräte und sorgen Sie für die Ausbildung der Mitarbeitenden in erster Hilfe.

Betriebsleiter

  • Überprüfen Sie das Einhalten der Regeln für die Instandhaltung und die Alleinarbeit laufend.
  • Informieren Sie Arbeitgeber über Mängel an den Förderbändern.
  • Erstellen Sie wenn nötig betriebsspezifische Arbeitsanweisungen für Instandhaltungsarbeiten an laufenden Maschinen.
  • Instruieren Sie Mitarbeitende über die Sicherheitsmassnahmen bei der Instandhaltung und das Verhalten in Notfällen.

Mitarbeitende

  • Befolgen Sie die Weisungen der Vorgesetzten.
  • Befolgen Sie die in der Betriebsanleitung der Maschine genannten Anweisungen.
  • Beheben Sie Mängel (auch organisatorische) unverzüglich oder melden Sie sie den Vorgesetzten.

Rechtliche Grundlagen

Zum Zeitpunkt des Inverkehrbringens des Salzstreuers (1989) war die allgemeine Richtlinie über den Bau, Ausrüstung, Aufstellung, Betrieb und Unterhalt von Maschinen massgebend. In der Richtlinie war unter anderem Folgendes festgehalten:

  • Alle bewegten Maschinenteile sind so zu gestalten oder zu sichern, dass sie keine Unfallgefahr bilden.
  • Kontrollöffnungen sind so zu gestalten, zu sichern oder anzuordnen, dass ein Berühren gefährlicher Maschinenteile verhindert wird.
  • Reparatur- und Unterhaltsarbeiten sollen nur bei Stillstand der Maschine ausgeführt werden. Ist dies nicht möglich, so sind besondere Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, um jegliche Gefährdung auszuschliessen.

Wenn Sie heute als Arbeitgeber eine neue Maschine beschaffen, ist es einfach, deren Sicherheit nachzuweisen. Denn der "Inverkehrbringer" ist gemäss Bundesgesetz über die Sicherheit von technischen Einrichtungen und Geräten (STEG) verpflichtet, Ihnen bei der Übergabe der Maschine eine Konformitätserklärung mitzuliefern. Darin bescheinigt er, dass die Maschine die grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen gemäss Anhang I der EG-Maschinerichtlinie 98/37/EG erfüllt. Der Inverkehrbringer muss auch eine Betriebsanleitung in der benötigten Sprache mitliefern.

Art. 43 VUV  Arbeiten an Arbeitsmitteln
Für Arbeiten im Sonderbetrieb wie rüsten/umrüsten, einrichten/einstellen, teachen, Fehler suchen/beheben und reinigen sowie bei der Instandhaltung müssen Arbeitsmittel vorher in einen nicht gefährdenden Zustand versetzt worden sein.