Der Monteur stürzte samt der Liftkabine in die Tiefe.

Monteur samt Liftkabine in die Tiefe gestürzt

  • Bei Instandhaltungsarbeiten am Lift eines Mehrfamilienhauses stürzte ein Monteur mit der Kabine über 20 Meter in die Tiefe.
  • Am Lift war zum Unfallzeitpunkt keinerlei Absturzsicherung vorhanden.

Monteur schwer verletzt

Der betroffene Monteur arbeitete auf dem Liftkabinendach und benötigte Strom. Deshalb zog er die Kabine mit Hilfe einer elektrischen Kabelwinde, an welcher die Liftkabine nach dem Entfernen des Tragseils provisorisch aufgehängt war, bis in die oberste Etage des Gebäudes hoch.

Durch eine Öffnung in der Schachtdecke wollte er ein Stromkabel in den darüber liegenden Maschinenraum führen. Um an die Öffnung heranzukommen, bewegte er die Kabine noch etwas weiter nach oben, bemerkte jedoch nicht, dass der Haken, an dem der Lift hing, bereits am Gehäuse der Kabelwinde anschlug. Da die Winde über keine Überzugssicherung mit automatischer Abschaltung verfügte, riss das Kabel. Die Kabine stürzte samt Monteur ab. Dieser wurde dabei schwer verletzt.
Herkömmlicher elektrischer Aufzug
Absturzsicherung fehlte
Zum Zeitpunkt des Unfalls war am Lift keinerlei Absturzsicherung vorhanden. Kurz vor dem Absturz war die Fangvorrichtung der Kabine demontiert worden. Es fehlte zudem der Geschwindigkeitsbegrenzer, der die Fangvorrichtung aktiviert. Diese Schutzeinrichtung war schon einige Tage zuvor entfernt, aber noch nicht durch ein neues Gerät ersetzt worden.

Die Liftkabine hing also ausschliesslich an der Kabelwinde. Diese wiederum hätte ohnehin nicht für den Personentransport verwendet werden dürfen, weil es sich nicht um ein dafür zugelassenes baumustergeprüftes Gerät handelte.
Lebenswichtige Regel verletzt
Der Unfall wäre verhindert worden, wäre diese lebenswichtige Regel für die Instandhaltung eingehalten worden:

Regel 5: Wir sichern uns gegen Absturz.

Wird eine lebenswichtige Regel verletzt, so heisst es: STOPP, die Arbeit einstellen und die gefährliche Situation beseitigen. Erst dann weiterarbeiten.

So verhindern Sie ähnliche Unfälle

Arbeitgeber und Vorgesetzte:

  • Erstellen Sie ein Sicherheitskonzept auf Grundlage einer Risikoanalyse für den Arbeitsplatz.
  • Planen Sie bei Liftumbauten die einzelnen Schritte genau und erstellen Sie eine detaillierte auftragsspezifische Arbeitsanweisung für die Mitarbeitenden.
  • Die Abfolge der Arbeiten darf nie dazu führen, dass Aufzüge ohne funktionierende Fangvorrichtung für den Personentransport benutzt werden.
  • Stellen Sie sicher, dass Ausbildung und Instruktionen den vorgesehenen Arbeitsmethoden entsprechen.
  • Vergewissern Sie sich, dass die geltenden Sicherheitsregeln eingehalten werden und kontrollieren Sie diese Einhaltung periodisch.
  • Verwenden Sie Arbeitsgeräte gemäss den Vorschriften der Hersteller. Benutzen Sie für den Personentransport ausschliesslich dafür zugelassene baumustergeprüfte Hebezeuge.

Arbeitnehmende:

  • Beurteilen Sie die am Arbeitsplatz bestehenden Risiken
  • Arbeiten Sie gemäss den Anweisungen und den vorgegebenen Methoden.
  • Befolgen Sie die geltenden Sicherheitsregeln und informieren Sie bei ungewöhnlichen Vorkommnissen den Vorgesetzten.
  • Gehen Sie keine Risiken ein. Benützen Sie nie einen Lift mit ausgeschalteter oder demontierter Fangvorrichtung.

Rechtliche Grundlagen

  • Verordnung über die Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten (VUV) Art. 3  Schutzmassnahmen und Schutzeinrichtungen
  • VUV Art. 6   Information und Anleitung der Arbeitnehmer
  • VUV Art. 8   Vorkehren bei Arbeiten mit besonderen Gefahren
  • VUV Art. 32a   Bestimmungsgemässe Verwendung von Arbeitsmitteln