Sanitäter beladen den Krankenwagen mit dem Verunfallten.

Bei Grabeneinsturz schwer verletzt

  • Ein Arbeiter wird in einem zwei Meter tiefen Graben verschüttet und schwer verletzt, weil eine Wand einstürzt.
  • Der Unfall konnte geschehen, weil der Graben nicht gesichert war.
  • Das Einhalten dieser lebenswichtigen Regel für den Hochbau hätte den Unfall verhindert: «Wir sichern Gräben und Baugruben ab einer Tiefe von 1,5 m».

Grabenwand verschüttet Arbeiter

Nicht abgestützer Graben

Für die Verlegung einer Fäkalleitung beim Neubau eines Stadions wird ein zwei Meter tiefer Graben ausgehoben. Der Mitarbeiter eines Tiefbauunternehmens steht im Graben, als plötzlich eine der senkrechten Grabenwände einstürzt. Der Mann hat keine Chance, sich in Sicherheit zu bringen. Er wird von einem halben Kubikmeter Erde bis zum Oberkörper verschüttet und an die gegenüberliegende Grubenwand gedrückt. Obwohl ihm seine beiden Arbeitskollegen sofort zur Hilfe eilen und ihn frei schaufeln, muss er mit schweren inneren Verletzungen ins Spital eingeliefert werden. Die Ärzte diagnostizieren unter anderem einen Leber-, Nieren- und Milzriss sowie mehrere Rippenbrüche.

Graben war nicht verspriesst

Gräben und Baugruben ab einer Tiefe von 1,5 m müssen gesichert werden. Im vorliegenden Fall hatte jedoch niemand die notwendigen Massnahmen getroffen, um den Graben gegen Einsturz zu sichern. Wäre der Graben verspriesst oder die Grabenwand genügend stark abgeböscht worden, damit ihre Stabilität gewährleistet ist, wäre dieser Unfall nicht geschehen. Der Arbeiter hatte letztlich Glück, dass er überlebt hat. Denn ähnliche Unfälle enden oft tödlich.

Lebenswichtige Regel verletzt

Das Einhalten dieser lebenswichtigen Regel für den Hochbau hätte diesen Unfall verhindert:

  • Regel 8: Wir sichern Gräben und Baugruben ab einer Tiefe von 1,5 m.

Wird eine lebenswichtige Regel verletzt, heisst es: STOPP, die Arbeit einstellen und die Gefahr beheben. Erst dann wird weitergearbeitet.

Skizze eines Grabens mit unterschiedlichen Böschungsneigungen.
Gemäss Bauarbeitenverordnung gelten Grabenböschungen als unsicher, wenn sie steiler sind als 3:1 (bei gut verfestigtem Bodengrund), 2:1 (Boden mässig verfestigt) oder 1:1 (Boden rollig).

So verhindern Sie ähnliche Unfälle

Arbeitgeber und Vorgesetzte
  • Nehmen Sie Ihre Verantwortung wahr und instruieren Sie Ihre Mitarbeiternden, nur in Gräben zu arbeiten, die gegen Einsturz gesichert sind.
  • Lassen Sie als Vorarbeiter oder Polier nicht zu, dass Arbeiter in ungesicherte Gräben steigen.
  • Kontrollieren Sie vor dem Ausführen der Arbeiten, ob alle notwendigen Schutzeinrichtungen vorhanden sind.
  • Bereiten Sie Arbeiten in Gräben so vor, dass sie zu jedem Zeitpunkt gesichert ausgeführt werden können.
  • Stellen Sie die Arbeiten umgehend ein, wenn bei einem Graben von mehr als 1,5 m Tiefe und mit senkrechten Wänden eine Spriessung fehlt.
  • Kontrollieren Sie, ob Ihre Arbeitsanweisungen eingehalten werden.
Mitarbeitende
  • Informieren Sie sich über die möglichen Gefahren und verlangen Sie vom Arbeitgeber eine Instruktion.
  • Befolgen Sie die Arbeitsanweisungen Ihrer Vorgesetzten.
  • Sagen Sie STOPP, wenn Sie in Gräben arbeiten sollen, die tiefer sind als 1,5 m und trotz senkrechten Wänden nicht verspriesst sind. Stellen Sie die Arbeit ein. Informieren Sie Ihre Vorgesetzten und beheben Sie den Mangel.
Bauarbeiter in Graben mit gespriessten Wänden.
Ein Graben mit senkrechten Wänden ist nur sicher, wenn er wie hier verspriesst ist.
Skizze mit Massangaben bei einem gespriessten Graben
Massangaben bei einem gespriessten Graben.

Rechtliche Grundlagen

  • Bauarbeitenverordnung Art. 3  Planung von Bauarbeiten

  • Bauarbeitenverordnung Art. 55  Gräben und Baugruben und Art. 56  Böschungen

  • Bauarbeitenverordnung Art. 57  Spriessungen

  • Verordnung über die Unfallverhütung Art. 6  Pflichten des Arbeitgebers und Arbeitnehmers und Art. 11 

  • Verordnung über die Unfallverhütung Art. 8  Vorkehren bei Arbeiten mit besonderen Gefahren