Sanitäter beladen den Krankenwagen mit dem Verunfallten.

Fataler Sturz vom Fassadengerüst

  • Ein Mitarbeiter einer Holzbaufirma stürzt von einem Fassadengerüst 4,5 Meter in die Tiefe und wird schwer verletzt.
  • Unfallursache ist ein fehlendes Innengeländer.

Holzbauer schwer verletzt

Der betroffene Mitarbeiter stand auf dem obersten Gerüstlauf eines freistehenden Gerüsts, als die Deckenelemente für einen Holzelementbau mit dem Kran eingehievt wurden. Er wollte die Deckenelemente in die korrekte Position bringen. Dabei hielt er sich mit einer Hand an einem Holm des äusseren Seitenschutzes fest. Plötzlich verlor er das Gleichgewicht und stürzte 4,5 m ins Gebäudeinnere ab. Beim Aufprall auf den Betonboden erlitt er schwere Verletzungen.
Fassadengerüst ohne Innengeländer mit eingezeichneter Absturzhöhe von 4,5 m
Fassadengerüst ohne Innengeländer mit Absturzhöhe von 4,5 m
Absturzsicherung nach innen fehlte
Wenn die Absturzhöhe vom Gerüstbelag ins Gebäudeinnere mehr als zwei Meter beträgt, muss am Fassadengerüst ein Innengeländer montiert werden. Bei diesem Unfall war diese Höhe überschritten und das Innengeländer fehlte. Deshalb war der Absturz nach innen möglich.Der Vorgesetzte ist verantwortlich, dass alle Mitarbeitenden auf einem sicheren und korrekt erstellten Fassadengerüst arbeiten. Entsprechend ist das Gerüst vor der Benützung zu kontrollieren. Der Gerüstbauer wiederum ist verantwortlich, dass das Fassadengerüst gemäss den gesetzlichen Vorschriften erstellt wird.
Lebenswichtige Regeln verletzt

Das Einhalten dieser lebenswichtigen Regeln für den Holzbau hätte diesen Unfall verhindert:

  • Regel 3: Wir arbeiten mit Fassadengerüsten ab einer Absturzhöhe von 3 m.

Wird eine lebenswichtige Regel verletzt, heisst es: STOPP, die Arbeit einstellen und die gefährliche Situation beseitigen.
Erst dann weiterarbeiten.

So verhindern Sie ähnliche Unfälle

Arbeitgeber und Vorgesetzte
  • Instruieren Sie Ihre Mitarbeitenden, dass sämtliche Absturzkanten über 2 m gesichert sein müssen – auch bei Fassadengerüsten.
  • Kontrollieren Sie, ob alle notwendigen Schutzeinrichtungen vorhanden sind, bevor die Arbeiten ausgeführt werden.
  • Kontrollieren Sie das Fassadengerüst vor der Benützung. Stellen sie Mängel fest, müssen Sie diese umgehend melden und/oder beheben.
  • Kontrollieren Sie, ob die Arbeitsanweisungen von den Mitarbeitenden eingehalten werden.
Mitarbeitende
  • Informieren Sie sich über die Gefahren am Arbeitsplatz.
  • Halten Sie die Sicherheits- und Arbeitsanweisungen des Arbeitgebers ein.
  • Fehlt der Seitenschutz (hier das Innengeländer beim Fassadengerüst) bei einer Absturzhöhe über zwei Meter, beheben Sie diesen Mangel umgehend und/oder melden Sie ihn dem Arbeitgeber.
  • Fehlt die Schutzeinrichtung, sagen Sie STOPP und stellen Sie die Arbeiten ein. Informieren Sie die Arbeitskollegen und den Vorgesetzten entsprechend.
Gerüstbauer
  • Sie sind verpflichtet, das Fassadengerüst nach den gesetzlichen Bestimmungen zu erstellen.
  • Wird bei der Elementbauweise des Gerüstes die Absturzhöhe von zwei Meter überschritten und ist der Sturz ins Gebäudeinnere möglich, müssen Sie ein Innengeländer erstellen.
  • Vergewissern Sie sich, zu welchem Zweck das Fassadengerüst verwendet wird.

 

Rechtliche Grundlagen

  • Verwendung eines Seitenschutzes ab einer Absturzhöhe von 2 m: Bauarbeitenverordnung Art. 15  
  • Planung von Bauarbeiten: Bauarbeitenverordnung Art. 3