Sanitäter beladen den Krankenwagen mit dem Verunfallten.

Tödlicher Sturz vom Treppenpodest

  • Obwohl die Gartenbauer beim Treppenpodest das Fehlen des Geländers bemerken, beginnen sie mit den Arbeiten.
  • Als der Arbeiter mit einer Karette einen Schritt rückwärts ins Leere macht, stürzt er circa 3 m hinunter auf einen Plattenboden. Dabei erleidet er tödliche Kopfverletzungen.
  • Die Gartenbauer haben eine lebenswichtige Regel missachtet: «Wir sichern Absturzkanten ab einer Absturzhöhe von 2 m».

Gartenbauer tödlich verunfallt

Ein Gartenbauer und seine Arbeitskollegen wollen mit der Arbeit auf einem Garagendach beginnen. Dabei bemerken sie, dass am Treppenpodest beim Treppenaufgang ein Geländer oder Seitenschutz fehlt. Sie diskutieren, was sie tun sollen. Schliesslich kommen sie überein, trotz des Sicherheitsmangels zu arbeiten, aber vorsichtig zu sein.

Ein Arbeiter zieht eine Karette rückwärts die Treppe hoch.

Der erste Arbeiter zieht eine leere Karrette rückwärts die Treppe hoch und gelangt am ungesicherten Treppenpodest auf das Garagendach. Sein Kollege führt kurz darauf das gleiche Manöver durch und macht auf dem Podest einen Schritt rückwärts ins Leere. Er stürzt hinunter auf den circa 3 m tiefer liegenden Plattenboden. Drei Tage später stirbt der Verunfallte an seinen schweren Kopfverletzungen.

Absturzstelle war nicht gesichert

Obwohl die Absturzhöhe von 2 m überschritten war, fehlte am Treppenpodest sowohl der temporäre Seitenschutz als auch das definitive Geländer. Der Bauunternehmer hatte den temporären Seitenschutz im Auftrag der Bauleitung entfernt. Danach sollte der Stahlbauer das definitive Geländer montieren. Das Geländer war aber noch nicht einsatzbereit.

Lebenswichtige Regeln missachtet

Das Einhalten dieser lebenswichtigen Regel für den Hochbau hätte diesen Unfall verhindert:

  • Regel 1: Wir sichern Absturzkanten ab einer Absturzhöhe von 2 m.

Wird eine lebenswichtige Regel verletzt, heisst es: STOPP, die Arbeit einstellen und die Gefahr beseitigen. Erst dann weiterarbeiten.

So verhindern Sie ähnliche Unfälle

Bauleitung

Die Bauleitung ist dafür verantwortlich, dass die Bauabläufe aller beteiligter Unternehmen so geplant und organisiert werden, dass Deckenkanten mit einer Absturzhöhe über 2 m an jeder Stelle und zu jedem Zeitpunkt mit einem dreiteiligen Seitenschutz oder einem definitiven Geländer gesichert sind.

Arbeitgeber und Vorgesetzte (von allen am Bau beteiligten Unternehmen)
  • Kontrollieren Sie vor Beginn der Arbeiten, ob alle notwendigen Schutzeinrichtungen vorhanden sind.
  • Fehlt der Seitenschutz oder das Fassadengerüst, obwohl die Absturzhöhe von 2 m überschritten ist, darf nicht gearbeitet werden. Begonnene Arbeiten müssen unterbrochen werden, bis die Gefahr beseitigt ist.
  • Temporäre Seitenschutzbauteile dürfen nur entfernt werden, wenn die Absturzstelle bereits mit anderen Mitteln gesichert ist.
  • Melden Sie ungesicherte Absturzstellen unverzüglich der Bauleitung oder sorgen Sie selbst dafür, dass der Mangel fachgerecht behoben wird.
  • Kontrollieren Sie, ob Ihre Arbeitsanweisungen eingehalten werden.
Mitarbeitende
  • Informieren Sie sich über die möglichen Gefahren.
  • Befolgen Sie die Arbeitsanweisungen des Arbeitgebers.
  • Betreten Sie Deckenkanten mit einer Absturzhöhe von über 2 m nur, wenn der notwendige Seitenschutz vorhanden ist.
  • Sagen Sie STOPP, wenn an solchen Stellen die Absturzsicherung fehlt. Beheben Sie den Mangel umgehend oder informieren Sie Ihren Vorgesetzten und/oder die Bauleitung.

Rechtliche Grundlagen

  • Bauarbeitenverordnung Art. 3   Planung von Bauarbeiten
  • Bauarbeitenverordnung Art. 15  Verwendung eines Seitenschutzes 
  • Verordnung über die Unfallverhütung Art. 9  Zusammenwirken verschiedener Betriebe 
  • Verordnung über die Unfallverhütung Art. 21  Abschrankungen und Geländer
  • Verordnung über die Unfallverhütung Art. 11