Vorsicht, in leeren Behältern lauert der Tod

Vorsicht, in leeren Behältern lauert der Tod

  • Führen Sie an bereits gebrauchten Fässern keine funken- oder flammenerzeugenden Arbeiten aus (z. B. Schweissen).
  • Die Behälter können explosionsfähige Gemische enthalten, die durch Funken entzündet werden.
  • Müssen Sie trotzdem an einem gebrauchten Behälter Arbeiten wie Schweissen ausführen, entleeren Sie diesen zuerst vollständig.
  • Wir zeigen Ihnen, wie Sie den Behälter richtig reinigen und während der funken- und flammerzeugenden Arbeiten die Luft verdrängen können.

Immer wieder ereignen sich beim Schweissen, Schneiden, Löten, Schleifen oder andern funken- und flammenerzeugenden Arbeiten an Behältern (Fässer, Kannen, Brennstofftanks) schwere Explosionen.

Explosionsgefahren

Werden Behälter von brennbaren Flüssigkeiten entleert, bleiben immer Restflüssigkeiten und deren Dämpfe zurück. Diese können mit Luft explosionsfähige Gemische bilden.

  • Die Zündung kann erfolgen durch: Flammen (z.B. Schweissbrenner, Zündhölzer), Funken (z. B. elektrische Funken, Reib- oder Schlagfunken), hohe Oberflächentemperaturen (ab 220 °C).
  • Brennbare Flüssigkeiten sind z. B.: Benzin, Aceton, Toluol, Petrol, Öle, Alkohole, Brennsprit, Nitroverdünner, Lacke
    Schon bei geringen Mengen dieser Flüssigkeiten besteht Explosionsgefahr. In einem 200-Liter-Fass genügen z. B. bereits 7 g Benzin, 10 g Nitroverdünner, 10 g Toluol, 11 g Aceton oder 13 g Brennsprit. Diese Mengen entsprechen etwa 1 bis 2 Esslöffeln Flüssigkeit.

Wie können Explosionen vermieden werden?

Grundsätzlich sollten an gebrauchten Behältern keine funken- oder flammenerzeugenden Arbeiten ausgeführt werden. Reparatur- oder Änderungsarbeiten an gebrauchten Fässern lohnen sich wegen der drohenden Explosionsgefahr nicht!

Werden solche Arbeiten dennoch ausgeführt, müssen die Behälter zuerst vollständig entleert werden. Anschliessend muss eine der folgenden Methoden zum Vermeiden von Explosionen angewendet werden:

Der Behälter kann wie folgt gereinigt werden:

  • Durch mehrmaliges intensives Spülen, unter Zugabe handelsüblicher Reinigungsmittel (z.B. Seifenlösung)

Oder:

  • Durch Ausdämpfen während mindestens 10 Minuten (Bild 1). Die austretenden Dämpfe sind gefahrlos abzuführen. Während des Schweissens, Schneidens usw. ist ständig ein Dampfstrom aufrechtzuerhalten.
Ausdämpfen eines Behälters

Bild 1 Ausdämpfen eines Behälters

1 Behälter
2 Spundloch
3 Einblasrohr
4 Zuleitung

Durch Füllen des Behälters mit Wasser. Es darf nur ein sehr kleiner Raum bei der Schweissstelle freibleiben (Bild 2).

Durch eine Inertgasfüllung mit Stickstoff oder Kohlendioxid (Trockeneis). Die austretenden Dämpfe sind gefahrlos abzuführen.

Schutzfüllung mit Wasser

Bild 2 Schutzfüllung mit Wasser

1 Behälter
2 Wasserfüllung
3 Schweissstelle
4 freier Raum mit Entlüftungsöffnung

Hinweise zur Inertgasfüllung

Eine wirksame Inertgasatmosphäre im Behälter wird erreicht, wenn die Menge des eingefüllten Inertgases dem doppelten Behältervolumen entspricht.

Mit Stickstoff (Bild 3)

Die einer Druckgasflasche entnommene Menge Stickstoff kann berechnet werden durch Multiplizieren des Flascheninhalts in Litern mit der am Manometer abgelesenen Druckdifferenz in bar.

Beispiel
Flascheninhalt: 40 Liter
Druckdifferenz: 10 bar
Abgegebene Gasmenge: 40 x 10 = 400 Liter

Zum Spülen und Füllen eines 200-Liter-Fasses werden 400 Liter Stickstoff benötigt, d. h. bei einer 40-Liter-Flasche muss der Druck um 10 bar abgenommen haben, bevor mit den funken- und flammenerzeugenden Arbeiten begonnen werden darf. Während der Dauer der Arbeit ist ständig noch ein wenig zusätzlicher Stickstoff ins Fass einzuleiten. Beim Verwenden von Stickstoff dürfen oben im Behälter keine Öffnungen vorhanden sein.

Inertgasfüllung mit Stickstoff

Bild 3 Inertgasfüllung mit Stickstoff

1 Behälter
2 Stickstoffflasche
3 Druckreduzierventil
4 Spundloch
5 Einblasrohr

Mit Kohlendioxid (CO2)

Geeignet ist Kohlendioxid nur in Form von Trockeneis. Vor Beginn der Arbeiten müssen pro 200 Liter Behältervolumen 0,4 kg Trockeneis in kleinen Stücken eingefüllt werden. Um die auftretenden Gasverluste auszugleichen, ist von Zeit zu Zeit Trockeneis nachzufüllen, damit während der funken- und flammenerzeugenden Arbeiten die Inertgasatmosphäre aufrechterhalten bleibt. Für ein 200-Liter-Fass wird rund 1 kg Trockeneis benötigt. Beim Verwenden von Trockeneis darf der Behälter unten keine Öffnung aufweisen. Trockeneis hat eine Temperatur von etwa –78 °C. Bei der Handhabung sind zum Schutz gegen «Kälteverbrennungen» dicke Handschuhe zu tragen, beim Zerkleinern zusätzlich eine Schutzbrille.