Zwei Personen führen Arbeiten an einer Brücke durch und sind mit einem Arbeits- und Sicherungsseil gesichert.

Arbeiten am hängenden Seil

  • Am hängenden Seil (Seilzugangs- und Positionierungsverfahren – SZP) darf nur gearbeitet werden, wenn die Arbeiten nicht auf andere Weise und mit weniger Risiko ausgeführt werden können.
  • Kollektivschutz (z. B. Seitenschutz oder Fassadengerüst) und technische Hilfsmittel wie Hubarbeitsbühnen sind dem Individualschutz immer vorzuziehen.
  • Nur ausgebildete Personen dürfen am hängenden Seil arbeiten.

Klare Regeln

Für das Arbeiten am hängenden Seil gibt es klare Regeln:

  • Nur ausgebildete Personen dürfen am hängenden Seil arbeiten.
  • Eine zweite Person muss immer die Arbeiten überwachen und eine Rettung/Bergung vornehmen können.
  • Das Seilsystem jeder Person muss über mindestens zwei getrennt voneinander befestigte Seile verfügen.

Weiterführende Publikationen

Detaillierte Informationen finden Sie in zwei Factsheets (Links siehe ganz unten auf dieser Seite).

  • Arbeiten am hängenden Seil. Seilzugangs- und Positionierungsverfahren (SZP) (33016)
  • Arbeiten im Bereich von Naturgefahren. Geotechnik, Forst usw. (33019)

Arbeiten im Bereich von Naturgefahren

Bei Arbeiten im Bereich von Naturgefahren sind die Regelungen von Zuständigkeiten, der Verantwortlichkeiten sowie eine klare Kommunikation zwischen allen Beteiligten erforderlich.
Hilfsmittel zur Koordination und Dokumentation:

Häufige Fragen

Um herauszufinden, inwieweit eine Bergführerausbildung diese Anforderungen erfüllt, müssen die Ausbildungsinhalte und massgebenden Anforderungen der Bergführerausbildung mit denjenigen einer dreistufigen Höhenarbeiterausbildung verglichen werden. Ausbildungsinhalte, die in der Grundausbildung für Bergführer fehlen, müssen im Rahmen einer Zusatzausbildung mit Prüfung nachgeholt werden.
  • Erfahrene Berufsleute und Bergführer mit eidg. Fachausweis können direkt die Prüfungen Level 1 ohne Kursbesuch absolvieren, sofern sie bereits über die erforderlichen Kompetenzen verfügen. Die Bedingungen für Quereinsteiger sind mit dem ausbildenden Verband abzusprechen.
  • Ein Kursbesuch zum Erreichen der Ausbildung Level 2 und 3 ist unumgänglich.
Selbständigerwerbende müssen nachweisen, dass sie über das Wissen der geforderten Ausbildung verfügen.
Es gibt keine Ausnahmeregelungen. Auch temporäre Mitarbeitende müssen vor dem ersten Einsatz die Prüfung der Ausbildung Level 1 bestanden haben.
  • Firmen müssen sich nicht zertifizieren lassen, sondern lediglich der Ausbildungspflicht nachkommen.
  • Die Prüfungsabsolventen und die Prüfungsexperten werden zentral bei der Suva erfasst. Dadurch kann die Versorgung mit Fachinformationen sichergestellt werden.
Personen mit abgeschlossener Ausbildung Level 3 und entsprechender Weiterbildung an einer anerkannten Ausbildungsstätte sind berechtigt, als Ausbildner oder Prüfungsexperte tätig zu sein.

Es gelten folgende Voraussetzungen:

  • Die Verbände bestimmen die Prüfungsexperten.
  • Unabhängige Experten müssen die Prüfungen abnehmen.
  • Ausbildner mit Ausbildung Level 3 müssen sich regelmässig weiterbilden. Die Ausbildungsintervalle werden vom Ausbildungsverband festgelegt. Die Ausbildung muss die gemeinsamen Anforderungen der involvierten Verbände und der Suva erfüllen.

Nein. In der Verordnung über die Unfallverhütung Art. 8  heisst es wörtlich:

«Der Arbeitgeber darf Arbeiten mit besonderen Gefahren nur Arbeitnehmern übertragen, die dafür entsprechend ausgebildet sind. Wird eine gefährliche Arbeit von einem Arbeitnehmer allein ausgeführt, so muss ihn der Arbeitgeber überwachen lassen.»

Ja, und dabei gilt:

  • Bei der Arbeitstechnik ist Bauarbeitenverordnung Art. 82  einzuhalten.
  • Die Ausbildung einzelner Anbieter (z. B. SBV  und WFV ) geht vertieft auf dieses Thema ein.
Werden Forst-/Baumpflegearbeiten zum Schutz von Gebäuden oder Infrastrukturbauten ausgeführt, ist die Bauarbeitenverordnung Art. 82  einzuhalten.

Hier ist folgendes zu beachten:

  • Bei Freileitungen werden selten Arbeiten am hängenden Seil ausgeführt.
  • Anforderungen sind in der ESTI Richtlinie 245.0311  definiert.
Ja. Die Gefahrenermittlung muss bezüglich Personen, Arbeitsplatz, Stoffe, Umwelt, Umfeld und Seilzugangs- und Positionierungsverfahren (SZP) objektspezifisch erfolgen und vor Arbeitsaufnahme in schriftlicher Form vorliegen.
Nein. Es gibt keine Ausnahmeregelung für diese Berufsgruppen. Sie sind von Gesetzes wegen beim Seilzugangs- und Positionierungsverfahren (SZP) allen anderen Berufsgattungen gleichgestellt.
Bedeutung und Anwendung der Normen sind Bestandteil der einzelnen Ausbildungsstufen.

Folgende Regelungen sind zu beachten:

  • Das Erstellen, Einrichten und Unterhalten von Canyoning-Routen oder Klettersteigen fallen unter die Bauarbeitenverordnung. Dabei sind die spezifischen Gefahren aus der Umwelt/dem Umfeld besonders zu beachten. Die Arbeitstechnik ist darauf abzustimmen.
  • Das Begehen solcher Routen und das Führen von Gruppen fallen nicht unter die Bauarbeitenverordnung.

Es gelten folgende Regelungen:

  • Beim Routenbau an Wandelementen in Kletterhallen handelt es sich nicht um eine Bautätigkeit im Sinne der Bauarbeitenverordnung.
  • Der Kletterhallenbetreiber legt die für seine individuelle Situation geeignete Arbeitstechnik fest und instruiert sein Personal entsprechend.
  • Nein, Sportkletterausrüstungen sind für den gewerblich-industriellen Einsatz verboten.
  • Sie sind für den Freizeiteinsatz konzipiert, wo ausschliesslich die Eigenverantwortung des Anwenders massgebend ist.
  • Beim gewerblich-industriellen Einsatz hat der Arbeitgeber eine grosse Verantwortung. Die Schutzstufenanforderungen ans Material sind höher. (Beispiel: Vergleich zwischen Abseilachter und Abseilgerät mit Panikfunktionen)

Ansprechpartner bei Fachfragen

Folgende Ansprechpartner stehen Ihnen zur Verfügung:

Suva

Weitere