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Infrarotstrahlung: Gefahren, Anwendungen und allgemeine Informationen

Infrarotstrahlung kann für den menschlichen Körper unter bestimmten Umständen gefährlich sein. Hier finden Sie alle nötigen Informationen zu den drei unterschiedlichen IR-Strahlungen, deren Wellenlängen und Anwendungen. Lesen Sie ausserdem, wie Sie sich davor schützen können.

Inhalt

      Kurz und bündig

      Ihre Anwendungen sind vielseitig, ebenso sind es ihre Wellenlängen: Die Infrarotstrahlung wird unter anderem zum Warmhalten von Speisen oder als Mittel zur Datenübertragung bei der TV-Fernbedienung benützt.

      Die IR-Strahlung ist allerdings nicht nur harmlos. Beachten Sie deshalb folgende Fakten:

      • Infrarotstrahlen sind nicht sichtbar. Als Wärmestrahlung treten sie oft zusammen mit sichtbarem Licht auf.
      • Je nach Wellenlänge kann Infrarotstrahlung in das menschliche Gewebe eindringen und dort Schäden verursachen.
      • Wärmestrahlen können ab 500° Celsius zu Schäden an Ihren Augen führen.
      • Schützen Sie sich an Ihrem Arbeitsplatz mit Abschirmungen und der geeigneten Persönlichen Schutzausrüstung vor den Gefahren von Wärmestrahlung.

      Was ist Infrarotstrahlung?

      Infrarotstrahlung (IR-Strahlung) wird oft auch als Wärmestrahlung bezeichnet, da diese Art von Strahlung als Wärme wahrgenommen wird. Genau genommen erstreckt sich die Wärmestrahlung je nach Temperatur vom Infrarot über das sichtbare Licht (VIS) bis zum Ultraviolett (UV). Die IR-Strahlung kann vom menschlichen Auge nicht mehr wahrgenommen werden und erstreckt sich im elektromagnetischen Spektrum von 780 nm bis 1 mm (1 000 000 nm).

      IR-Strahlung wird in folgende drei Spektren eingeteilt:

      • IR-A (780 nm - 1400 nm)
      • IR-B (1400 nm - 3000 nm) 
      • IR-C (3000 nm - 1 mm)

      Beachten Sie, dass die Thematik der Hitzearbeitsplätze auf dieser Seite nicht behandelt werden.

      Wie wirkt Infrarotstrahlung?

      Wenn Infrarotstrahlung in das menschliche Gewebe eindringt, kann es zu Schäden kommen. Dabei gilt der Grundsatz: Je grösser die Wellenlänge, desto kleiner ist die Eindringtiefe ins Gewebe. Man unterscheidet drei Kategorien der IR-Strahlung:

      • IR-A-Strahlung hat die grösste Eindringtiefe und kann die Netzhaut und das Fettgewebe erreichen.
      • IR-B-Strahlung kann die Netzhaut nicht mehr erreichen und durchdringt nur noch die Blutgefässe bis knapp zum Beginn des Fettgewebes.
      • IR-C-Strahlung gelangt nur noch auf die Oberfläche der Haut und der Hornhaut.

      Thermische Schädigung der Haut

      Die thermische Schädigung kommt durch die Temperaturerhöhung des Gewebes zustande. Wenn Ihre Haut durch eine sehr intensive IR-Quelle bestrahlt wird, kann das zu Verbrennungen führen. Dennoch ist dieser Fall sehr unwahrscheinlich, da Sie die Schmerzen durch die Hitze schon vor einer Verbrennung wahrnehmen, so dass Sie sich rechtzeitig von der Quelle entfernen können.

      Thermische Schädigung der Linse und Netzhaut

      Wird die Linse des Auges regelmässig durch IR-Strahlung erhitzt, so können Sie an einem Grauen Star (Katarakt) erkranken. Eine weitere Gefahr besteht für die Netzhaut: Erwärmt sich das Gewebe über eine kritische Temperatur, so kann sie einen irreversiblen Schaden erleiden.

      Sollten Sie unter gewissen Umständen längere Zeit in glühend heisse Gegenstände blicken müssen, so seien Sie sich bewusst, dass Sie eine Schutzbrille tragen müssen. Das gilt auch dann, wenn Sie die Strahlenquelle nicht als stark blendend empfinden.

      Ist Wärmestrahlung gefährlich?

      Die Gefährdung ist abhängig von der Temperatur, wie Sie in der nachfolgenden Tabelle sehen:

      Temperatur Farbeindruck Beispiel Mögliche Gefährdung
      200°C Kein sichtbares Licht Backöfen, IR-Flächenheizelement Keine
      500°C
      Beginnende Rotglut Elektrogrill Beginnende Gefahr für Linse und Hornhaut
      1500°C Blendende Weissglut Eisenschmelzen Beginnende Gefahr für die Netzhaut, Gefahr für Linse und Hornhaut
      5500°C
      Neutrales Weiss Sonne Gefahr für die Netzhaut, Gefahr durch UV-Strahlung für Haut und Linse und Hornhaut

      Wo ist man Wärmestrahlung ausgesetzt?

      Verschiedene Arbeitsplätze mit Wärmestrahlungsquellen:

      Quelle/Arbeitsplätze Kommentar Schutzmassnahmen
      Metallschmelzen, Giessereien Am ehesten wird der Grenzwert für die Augen überschritten, je heisser die Schmelze, desto gefährlicher (Eisenschmelze: 1450 °C, Aluschmelze: 750 °C) Verwendung von Abschirmungen, Expositionsdauer minimieren, Verwendung von Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) (IR-Schutzbrille, Schutzkleidung)
      Hochöfen Grenzwert für Haut und Augen möglicherweise überschritten (1600 °C) Verwendung von Abschirmungen, Verwendung von Visieren und entsprechender Schutzkleidung
      Bearbeitung von Glas, Glasmacher Grenzwert für Augen möglicherweise überschritten, v. a. beim Aufenthalt vor Aufwärmtrommel, Glasofen (Höhe der Exposition ist von Temperatur der Strahlenquelle abhängig), beim Bearbeiten des Glases mit Gasflammen tritt auch UV-Strahlung auf Verwendung von Abschirmungen, Tragen von PSA (IR-Schutzbrille ohne Farbverfälschung)
      IR-Strahler zum Kleben bzw. Trocknen (mit Anteil an sichtbarem Licht) Grenzwert für Augen möglicherweise überschritten (abhängig von Abstand und Expositionsdauer) Verwendung einer Abschirmung, Tragen von PSA (IR-Schutzbrille)
      Offenes Feuer Grenzwert für Augen wird bei längerem Starren in das Feuer aus nächster Nähe überschritten IR-Schutzbrille
      IR-Heizstrahler Im Gastrobereich werden sehr oft leistungsstarke IR-Strahler (2 kW) zu Heizzwecken eingesetzt. Bei entsprechender Nähe zum Strahler (20 cm) wird der Grenzwert für die Augen bereits nach kurzer Zeit (< 10 s) überschritten. Entsprechender Abstand zum Strahler, kein direktes Hineinstarren

      Infrarotstrahlung ohne Wärmequelle

      Die IR-Strahlung können Sie mit Ihren Augen nur dann wahrnehmen, wenn sie mit einer Wärmequelle erzeugt wird. Setzen Sie IR-Leuchtdioden oder Laser ein, so ist sie unsichtbar. Auch wenn Sie auf der Haut keine Wärme aufgrund der IR-Quelle spüren, kann die IR-Strahlung für das Auge gefährlich sein. Werden IR-Leuchtdioden mit hoher Leistung eingesetzt (z. B. als Beleuchtung für Überwachungskameras), so müssen Sie dafür sorgen, dass ein Sicherheitsabstand eingehalten wird. Einer IR-Leuchtdiode sieht man nicht an, ob sie eingeschaltet ist. Trennen Sie deswegen beispielsweise bei Instandhaltungsarbeiten die Quelle von der Stromversorgung. Für IR-Laser gelten die Vorschriften für die entsprechende Laserklasse.

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