Blick in einen alten Personen- und Lastenaufzug

Nachrüsten älterer Personen- und Lastenaufzüge

  • Ältere Aufzüge haben nicht die gleichen Sicherheitseinrichtungen wie neue Aufzüge.
  • Erhöhen Sie die Sicherheit alter Anlagen in Ihrem Betrieb und rüsten Sie diese gemäss den geltenden Vorschriften nach.

Welche Aufzüge sind betroffen?

Diese Informationen beziehen sich auf Personen- und Lastenaufzüge in Betrieben, die vor Inkrafttreten der Aufzugsverordnung  am 1. August 2001 in Verkehr gebracht wurden. Ältere Aufzüge haben gegenüber neuen meistens ein deutlich tieferes Sicherheitsniveau. Beispiele: Sie sind nicht mit Kabinenabschlusstüren ausgestattet, haben keine Notrufeinrichtung, eine unzureichende Anhaltegenauigkeit oder keinen abschliessbaren Hauptschalter.

Europäische Norm legt Verbesserungen fest

Für die Verbesserung der Sicherheit an bestehenden Personen- und Lastenaufzügen gelten die «Regeln für die Erhöhung der Sicherheit bestehender Personen- und Lastenaufzüge (SN EN 81-80 / Stand 2004)» vom «Europäischen Komitee für Normung». Darin sind 74 signifikante Gefährdungen älterer Aufzüge aufgelistet. Zu jeder Gefährdung sind Massnahmen nach dem Stand der Technik beschrieben.

Wann muss nachgerüstet werden?

Wie bei allen Arbeitsmitteln sind die Betriebe verpflichtet, ihre Personen- und Lastenaufzüge nachzurüsten, wenn dies notwendig, nach dem Stand der Technik anwendbar und den gegebenen Umständen angemessen ist (Unfallversicherungsgesetz Art. 82).

Praxis

Nach unseren Erfahrungen geschehen in Betrieben relativ wenig Unfälle mit Personen- und Lastenaufzügen. Dennoch müssen ältere Anlagen sicherheitstechnisch nachgerüstet werden. Den Zeitpunkt einer Nachrüstung bestimmt der Betrieb selber. Sie muss aber spätestens bei der Modernisierung der Anlage erfolgen (siehe dazu das Merkblatt unter «Weiteres Material» unten).

Strengere kantonale Vorgaben

Die Regelung zur Sanierung alter Anlagenhaben die Kantone Genf, Zürich, Glarus und Tessin in ihrer Gesetzgebung verankert. In den Kantonen Genf und Zürich wurden zusätzlich Fristen für die Umsetzung spezifischer Punkte aus der europäischen Norm SN EN 81-80 festgelegt.

Kabinenabschlusstüre oder Lichtgitter nachrüsten?

Bestehende Personen- und Lastenaufzüge ohne Kabinenabschlusstüren müssen mit kraft- oder handbetätigten Türen nachgerüstet werden (SN EN 81-80, Gefährdung 40). Die Umsetzung dieser Massnahme kann zu einer Beeinträchtigung des innerbetrieblichen Materialflusses führen.

In diesem Fall besteht die Möglichkeit, die Kabineneingänge ausnahmsweise mit Sicherheits-Lichtgittern anstelle von Kabinenabschlusstüren zu sichern.

Es ist klar, dass Lichtgitter nicht die gleiche Schutzwirkung wie Kabinenabschlusstüren aufweisen. Sie erfüllen auch nicht das Schutzniveau der europäischen Norm SN EN 81-80. Gründe sind:

  1. Ein Lichtgitter kann den Eingriff in die Einzugsstellen zwischen Kabine und Schachtwand während einer Kabinenfahrt nicht verhindern. Verletzungen wie Quetschungen oder Schürfungen sind möglich.
  2. Eine Last kann sich während der Kabinenfahrt in das Lichtgitter verschieben. Befindet sich keine Person in der Kabine, muss ein Aufzug mit elektrischen Antrieb zur Störungsbehebung «überbrückt» werden oder eine Person muss in die Kabine einsteigen.


Lichtgitter dürfen deshalb nur dann eingebaut werden, wenn der Einbau von Kabinenabschlusstüren den Betrieb überdurchschnittlich einschränken oder der Einbau solcher Türen mit einem unverhältnismässig hohen Aufwand verbunden ist.

Eine objektive Beurteilung für die Nachrüstung mit einem Sicherheits-Lichtgitter ist für ein Unternehmen in der Regel schwierig. Um Fehlentscheiden vorzubeugen, empfehlen wir Ihnen, für die Nachrüstung bei der Suva vorgängig einen Antrag für den Einbau einzureichen - auch zur Abklärung der Rechtssicherheit. Das entsprechende Formular können Sie unter «Weiteres Material» herunterladen.

«Einbau eines Sicherheits-Lichtgitters»:

  1. Der Einbau einer Kabinenabschlusstüre ist aufgrund der Schachtdimensionen nicht möglich. Die Abstände zwischen Kabine und Schachtwände sind zu gering, die Sicherheitsabstände im Schachtkopf können nicht mehr eingehalten werden.
  2. Für den Einbau einer vertikal bewegten Kabinenabschlusstüre ist auf dem Kabinendach zu wenig Platz für deren Antrieb vorhanden.
  3. Wegen der reduzierten Kabinentiefe oder der Tragkraft des Aufzugs können Lasten nicht mehr transportiert werden. Es gibt keine alternativen Transportwege.
  4. Der Aufzug wird häufig benutzt. Durch die reduzierte Kabinentiefe oder Tragkraft ergeben sich unverhältnismässig viele Mehrfahrten.
  5. Der Aufzug wird häufig benutzt. Das Schliessen und Öffnen der Kabinenabschlusstüre führt zu einer unverhältnismässigen Verzögerung des Materialflusses.