Prämienmassnahmen für das Jahr 2022 Informationen für Versicherte der Suva

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Versicherten der Suva profitieren 2022 dank Sondereffekten von historisch tiefen Bruttoprämien.
  • Die Tabelle gibt Auskunft über die Höhe der Rückerstattung der Überschüsse aufgrund von Covid-19 pro Risikoklasse.
  • Dank guten Anlageerträgen werden 15% der Nettoprämie für alle Klassen und Versicherungszweige rückerstattet.
  • Die Nettoprämien für 2022 sind in der Berufsunfallversicherung stabil, für die Nichtberufsunfallversicherung leicht erhöht.
  • Die Prämienzuschläge für Verwaltungskosten und Prävention bleiben unverändert.

Wie wird die Bruttoprämie berechnet?

Die Bruttoprämie, die den versicherten Betrieben in Rechnung gestellt wird, besteht aus der Nettoprämie zuzüglich der Prämienzuschläge für Verwaltungskosten und Prävention und abzüglich der Erstattungen von Überschüssen aufgrund Covid-19 und von überschüssigen Anlageerträgen, wie die nachfolgende Grafik illustriert.

Berechnung Bruttoprämie
Lesart: Die prozentualen Zuschläge (gelb) und Erstattungen (grün) werden von der Nettoprämie (orange) berechnet. Das ergibt die Bruttoprämie (blau), die in Rechnung gestellt wird. Aufgrund der substanziellen Erstattungen sind die durchschnittlichen Bruttoprämien in der BU und NBU auf einem historischen Tiefststand.

Wie hoch ist die Erstattungen Überschuss Covid-19?

Der Lockdown aufgrund von Covid-19 führte zu einem markanten, ausserordentlichen Rückgang der Unfallzahlen. Zwar stiegen die durchschnittlichen Kosten pro Fall leicht an, aber insgesamt resultierte ein deutlicher Überschuss in der versicherungstechnischen Rechnung. Dieser wird in der Berufsunfallversicherung auf CHF 108 Mio. und in der Nichtberufsunfallversicherung auf CHF 145 Mio. beziffert.

Die Art der Erstattung dieser Überschüsse ist durch die gesetzlichen Grundlagen bestimmt: Sie erfolgt durch einen Abzug auf den Prämien für das Jahr 2022. Die Höhe dieses Abzuges wird in Prozent der Nettoprämien bestimmt. Diese Prozentsätze werden für jede Klasse der Berufs- und der Nichtberufsunfallversicherung in Abhängigkeit ihrer Betroffenheit individuell festgelegt. Innerhalb einer Klasse ist der Prozentsatz für alle versicherten Betriebe gleich. Die Höhe der Prozentsätze für jede Klasse ist in der Tabelle unten ersichtlich. Individuelle Erstattungen pro Betrieb oder pro Region lässt das Gesetz nicht zu.

 

Erstattung in % der Nettoprämie

Klasse

Bezeichnung

BUV

NBUV

01B

Kies- und Zementindustrie

15

2

02A

Zementwarenfabriken

7

9

06A

Keramik und Glas

11

17

10M

Metallurgie

24

9

11C

Stahl- und Metallbau

10

5

13B

Maschinenbau

5

2

13D

Fahrzeuge Instandhaltung

5

4

13E

Karosserie

18

2

15D

Elektro- und Mikrotechnik

17

10

16B

Blech- und Metallwaren

14

2

16C

Oberflächentechnik

7

14

17S

Holzindustrie

16

9

18S

Schreinereien

2

9

23C

Kunststoff

2

10

24K

Papier, Druck und Medien

18

5

28M

Leder, Textil, Bekleidung

17

19

32A

Pharmazeutika und Chemie

5

17

32F

Chemisch-techn. Produkte

2

10

36N

Nahrungs- / Genussmittel

12

8

38S

Steinverarbeitung

9

5

40M

Öffentliche Verwaltungen

12

4

41A

Bauhauptgewerbe

8

8

42B

Forstbetriebe

3

0

44D

Malen und Gipsen

5

8

44E

Bedachungen, Fassaden

3

10

45B

Bodenleger

9

6

45D

Gebäudereinigung

7

10

45G

Gebäudetechnik

1

7

45M

Plattenleger

7

5

47F

Eisenbahn, Schifffahrt

11

7

47G

Bergbahnen

10

5

49A

Strassentransport

3

3

50A

Luftfahrt

48

2

52A

Handels- und Lagerbetriebe

9

7

52D

Recycling

16

1

55A

Energie

4

6

55D

Elektroinstallation

6

9

61A

Bundesverwaltung, Post

8

5

62B

Architektur, Ingenieure

2

7

70C

Personalverleih

7

7

71A

Soziale Institutionen

6

1

Total Versicherungszweig

7,3

6,8

Zusätzlich werden 15% der Nettoprämien in der Berufs- und Nichtberufsunfallversiche-rung rückerstattet.

Wie hoch ist die Erstattung überschüssiger Anlageerträge?

Die Suva erwirtschaftete 2020 eine Anlageperformance von 5,3 %. Das liegt deutlich über dem gesetzlichen Finanzierungsbedarf. Gleichzeitig war auch die Bilanz der Suva per Ende 2020 solide finanziert. Das erlaubt es, Anlageerträge an die Versicherten zu erstatten, ohne die finanzielle Sicherheit der gesetzlichen Leistungsansprüche zu gefährden. Die Höhe der Erstattung beträgt 15 % der Nettoprämien 2022. Sie ist für alle Klassen der Berufs- und der Nichtberufsunfallversicherung gleich.

Warum bleiben trotz deutlichem Rückgang der Unfälle die Nettoprämien in der Berufsun-fallversicherung stabil?

Die Nettoprämien müssen das erwartete Schadenrisiko für das Jahr 2022 decken. Sie werden pro Risikogemeinschaft in Abhängigkeit ihrer spezifischen Risikoentwicklung festgelegt.

Schliesst man die Covid-19-Effekte aus, so veränderten sich die Heilkosten und Taggelder in den letzten Jahren insgesamt nur unwesentlich. Der technische Zinssatz, der für alle Unfallversicherer verbindlich ist, wird per 01.01.2022 von 1,5 % auf 1,0 % gesenkt. Die dadurch stark steigenden Kosten pro neu gesprochene Rente können in der BUV durch eine tiefere Anzahl an Neurenten weitgehend kompensiert werden, sodass insgesamt von einer stabilen Kostenentwicklung für 2022 ausgegangen werden kann.

Die Nettoprämien können somit im Durchschnitt stabil gehalten werden. Je nach individuellem Risikoverlauf werden die Nettoprämien jedoch in einigen Risikogemeinschaften nach oben bzw. nach unten angepasst.

Warum steigen die Nettoprämien in der Nichtberufsunfallversicherung?

In der Nichtberufsunfallversicherung ist die Risikoentwicklung weniger günstig. Die Anzahl der Neurenten sank nicht im gleichen Ausmass wie in der Berufsunfallversicherung, so-dass die aufgrund des gesenkten technischen Zinses steigenden Kosten pro Neurente eine Prämienanpassung von durchschnittlich 3% notwendig machen.

Für die einzelnen Risikogemeinschaften können höhere oder tiefere Werte resultieren.

Wie entwickeln sich die Prämienzuschläge?

Die Prämienzuschläge für Verwaltungskosten werden vom Suva Rat festgelegt und bleiben unverändert. Die Zuschläge für die Berufs- und Nichtberufsunfall-Prävention sind vom Bund festgelegt und für alle Unfallversicherer gleich. Diese bleiben ebenfalls unverändert. Dank der guten Kapitalerträge kann die Suva weiterhin auf das Erheben eines Umlagebeitrags für die Teuerungszulagen auf den Renten verzichten.

Warum gibt es 2022 keine Erstattung überschüssiger Ausgleichsreserven?

Mit der Erstattung überschüssiger Anlageerträge wird unter den bestehenden Regulierungen das Maximum an Erstattungen ausgeschöpft. Es können daher 2022 nicht auch noch überschüssige Ausgleichsreserven erstattet werden, obwohl solche in einigen Klassen der BUV weiterhin bestehen. Deren Erstattung wird gemäss den bestehenden Regelungen ab dem Prämienjahr 2023 fortgeführt.