Bei der Arbeit am, im oder über dem Wasser ist eine PSA gegen Ertrinken essentiell.

Schutz gegen Ertrinken Persönliche Schutzausrüstung für die Arbeit am, im oder über Wasser

  • Wer am, im oder über dem Wasser arbeitet und ins Wasser stürzen kann, muss eine Rettungsweste tragen.
  • Achten Sie bei der Auswahl von Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) gegen Ertrinken sowohl auf den Einsatzzweck und die Normenkonformität als auch auf die Benutzerfreundlichkeit.
  • Rettungswesten stellen eine Auftriebslage sicher und halten die Atemwege frei.
  • Schwimmhilfen sorgen nur für den Auftrieb, der auf der Schwimmhilfe angegeben ist, schützen aber bei Bewusstlosigkeit nicht vor dem Ertrinken.

Erkenntnisse aus der Praxis

Oft werden Arbeiten am, im oder über dem Wasser ausgeführt, ohne dass die Arbeitenden vor einem Sturz ins Wasser oder dem Ertrinken geschützt sind. Die Bauarbeitenverordnung schreibt aber klar vor, dass bei solchen Arbeiten Schutzmassnahmen zu treffen sind.

Es scheint besonders schwierig zu sein, Arbeitnehmende zum Tragen einer Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) gegen Ertrinken (zum Beispiel einer Schwimmweste) zu motivieren. Es ist wichtig, dass die Vorgesetzten in diesem Punkt eine klare Haltung einnehmen und das Tragen der PSA gegen Ertrinken in der Praxis durchsetzen.

Gefährdungen: Wo benötigt man eine Persönliche Schutzausrüstung gegen Ertrinken?

Für Personen, die am, im oder über dem Wasser arbeiten, besteht Ertrinkungsgefahr. Solche Arbeiten finden wir zum Beispiel bei Bauarbeiten, in der Energieerzeugung (Wasserkraftwerke), im Trink- und Abwasserbereich, auf Schiffen und Pontons sowie bei der Polizei, Feuerwehr und im Zivilschutz.

In Not geratene Personen können in fliessenden, durchwirbelten oder rotierenden Gewässern weggeschwemmt und oft nur unter Schwierigkeiten gerettet werden.

Welche Arten von Schutzausrüstungen gibt es?

Persönliche Schutzausrüstungen gegen Ertrinken werden in Rettungswesten und Schwimmhilfen unterteilt.

Rettungswesten stellen eine Auftriebslage sicher. Durch die Verteilung der Auftriebskraft dreht sich der Benutzer in eine Position, in der sich auch bei Bewusstlosigkeit die Atemwege über der Wasseroberfläche befinden und somit frei bleiben.

Schwimmhilfen sind nicht in der Lage, den Benutzer mit dem Gesicht nach oben in eine sichere Schwimmlage zu drehen. Sie sorgen nur für den Auftrieb, der auf der Schwimmhilfe angegeben ist, und unterstützen den Benutzer beim Schwimmen in geschützten Gewässern, (z. B. Schwimmbad). Bei Bewusstlosigkeit schützen sie nicht vor dem Ertrinken.

Automatik-Rettungsweste mit Rettungshaken
Automatik-Rettungsweste mit Rettungshaken

Welche Kriterien sind bei der Auswahl wichtig?

Achten Sie bei der Auswahl von PSA gegen Ertrinken sowohl auf den Einsatzzweck und die Normenkonformität als auch auf die Benutzerfreundlichkeit.

Zu berücksichtigen sind:

  • Passform und Tragkomfort
  • Beeinträchtigung oder Belastung des Trägers bei der Arbeit
  • Auftriebskraft und Ohnmachtssicherheit (Sicherheitsstufe)
  • einfacher Austausch von Verschleiss- und Verbrauchsteilen

Kennzeichnung der PSA

Die Information über Art und Leistungsstufe einer Rettungsweste oder Schwimmhilfe kann sowohl als Text oder als Piktogramm auf dem Produkt vorhanden sein.

Piktogramme zur Kennzeichnung von Rettungswesten und Schwimmhilfen
Piktogramme zur Kennzeichnung von Rettungswesten und Schwimmhilfen.
Piktogramme für Rettungswesten und Schwimmhilfen. Die Zahlen verweisen auf die Leistungsstufen aus der Norm EN ISO 12402-6.
Zwingende Angaben zum Produkt

Wenn der Hersteller einer Rettungsweste oder Schwimmhilfe keine Etikette mit der in der Norm EN ISO 12402-6 empfohlenen Darstellung verwendet, müssen dennoch die folgenden Angaben über das Produkt dauerhaft am persönlichen Auftriebsmittel angebracht sein:

  1. Benennung des Produkts
  2. erfüllte Norm und Leistungsstufe
  3. alle besonderen Merkmale (wenn die Rettungsweste eine verbesserte Ausstattung und Leistungsfähigkeit bietet, als die Norm vorschreibt, z. B. integrierte Spritzschutzhaube, besondere Notausrüstung)
  4. alle besonderen Anwendungsbereiche (z. B. anwendbar bei sportlicher Betätigung im Wildwasser, bei Einsätzen zur Brandbekämpfung oder unter extremen Klimabedingungen usw.)
  5. Angabe, worauf der Auftrieb beruht: Feststoff-Auftriebswerkstoff, Gas- oder Luftaufblasung, Feststoff-Auftriebswerkstoff plus Gas- oder Luftaufblasung
  6. Funktionsweise: vollständig automatisch, manuell, nur mit dem Mund aufblasbar
  7. Auftriebsmenge: Insgesamt, Anteile an Feststoff-Auftriebswerkstoff und aufblasbarem Auftrieb
  8. Sicherheitsgurt: in der Rettungsweste integriert oder kann am Körper getragen werden, wenn das Auftriebsmittel darüber getragen wird
  9. Grösse der Rettungsweste: durch Abhaken der entsprechenden Grösse in einer Grössentabelle oder durch Angabe der Körpermasse (Körpergrösse, Brustweite oder Körpergewicht oder eine angemessene Kombination hieraus).

Normen

  • EN ISO 12402-2: Persönliche Auftriebsmittel – Teil 2: Rettungswesten, Stufe 275 Sicherheitstechnische Anforderungen
  • EN ISO 12402-3: Persönliche Auftriebsmittel – Teil 3: Rettungswesten, Stufe 150 Sicherheitstechnische Anforderungen
  • EN ISO 12402-4: Persönliche Auftriebsmittel – Teil 4: Rettungswesten, Stufe 100 Sicherheitstechnische Anforderungen
  • EN ISO 12402-5: Persönliche Auftriebsmittel – Teil 5: Schwimmhilfen (Stufe 50) Sicherheitstechnische Anforderungen
  • EN ISO 12402-6: Persönliche Auftriebsmittel – Teil 6: Rettungswesten und Schwimmhilfen für besondere Einsatzzwecke Sicherheitstechnische Anforderungen und zusätzliche Prüfverfahren

Weiterführende Informationen

www.sapros.ch/schutz-gegen-ertrinken 

 

Die Inhalte auf dieser Webseite ersetzen die aufgehobene Publikation «Alles, was Sie über PSA wissen müssen» (Bestell-Nr. 44091.D).