Baustelle mit Gerüst

Sichere Arbeitsgerüste

  • Planer und Bauleiter, Gerüstersteller und Gerüstbenutzer sind in der Pflicht, wenn es um sichere Arbeitsgerüste geht.
  • Bei Hochbauarbeiten muss ab einer Absturzhöhe von 3 m ein Fassadengerüst erstellt werden.
  • Der oberste Holm des Gerüsts muss während der ganzen Bauarbeiten die höchste Absturzkante um mindestens 80 cm überragen oder um mindestens 100 cm, wenn sich der Seitenschutz des Gerüsts näher als 60 cm bei der Absturzkante befindet.

Die Verantwortlichen

Bei Arbeitsgerüsten sind wegen des Bauablaufs (Projektierung, Vergebung und Ausführung) verschiedene Vertragspartner mit unterschiedlichen Aufgaben und Pflichten beteiligt.

  • Er plant das Gerüst und erstellt ein Devis (Ausschreibung) entsprechend den Arbeitsverfahren, Arbeitsgattungen und dem Bauablauf.
  • Er lässt offerieren und erteilt den Zuschlag.
  • Er koordiniert die Gerüstarbeiten entsprechend dem Baufortschritt.
  • Nach der «Werkvollendung» (OR) übernimmt der Planer (Besteller) das Betriebsrisiko für das Gerüst.
  • Er muss den Besteller auf allfällige Lücken/Mängel in der Ausschreibung aufmerksam machen, damit das Endprodukt den Sicherheitsvorschriften entspricht.
  • Er erstellt das bestellte Gerüst nach den Regeln der Technik und den Vorgaben des Herstellers.
  • Weicht er beim Erstellen von der Regelausführung ab, sind statische Nachweise zu erbringen.
  • Nach Abschluss der Montage überprüft er das Gerüst (Werk) und übergibt es dem Planer (Besteller).
  • Er setzt das Gerüst im Auftrag des Planers (Bestellers) instand und erweitert es.
  • Er sperrt Arbeitsgerüste oder Bereiche von Arbeitsgerüsten mit einer technischen Massnahme, wenn sie nicht zur Benutzung freigegeben sind, zum Beispiel mit einem Seitenschutz.
    Nur der Gerüstersteller darf Änderungen am Arbeitsgerüst vornehmen.

  • Der Benutzer muss das Gerüst täglich einer Sichtkontrolle unterziehen.
  • Stellt der Benutzer Mängel fest, darf er nicht auf dem Gerüst arbeiten. Oder umgekehrt: Mit der Arbeitsaufnahme auf dem Gerüst attestiert er dem Planer, dass das Gerüst für ihn so in Ordnung ist.
  • Der Benutzer muss dem Planer Mängel melden.
  • Der Benutzer darf das Gerüst nicht abändern. Geringfügige Anpassungen darf er nur in Absprache mit dem Gerüstersteller vornehmen. Die Absprache muss in schriftlicher Form erfolgen.

Wichtige Masse

  • Wird bei Hochbauarbeiten die Absturzhöhe von 3 m überschritten, ist ein Fassadengerüst zu erstellen.
  • Der oberste Holm muss die höchste Absturzkante um mindestens 80 cm überragen oder um mindestens 100 cm, wenn sich der Seitenschutz des Gerüsts näher als 60 cm bei der Absturzkante befindet.
  • Der Abstand zwischen Gerüst und Fassade darf am fertig montierten Gerüst an keiner Stelle und zu keinem Zeitpunkt grösser sein als 30 cm. Sonst können Personen zwischen Gerüst und Fassade abstürzen.

Ausführliche Informationen zu Planung sowie Montage und Demontage von Gerüsten finden Sie in den Broschüren, die unten aufgeführt sind und in «Häufig gestellte Fragen - Antworten von Suva und SGUV»  .

Rechtliche Grundlagen

Bauarbeitenverordnung 4. Kapitel: Gerüste