Förderband mit Paket

Stetigförderer sicher betreiben

  • Sichern Sie mögliche Gefahrenstellen an Stetigförderern, um schwere Unfälle zu vermeiden.
  • Sorgen Sie für eine regelmässige Instandhaltung der Stetigförderer in Ihrem Betrieb.
  • Achten Sie beim Beschaffen von neuen Anlagen auf die Sicherheitskonformität.

Ermitteln Sie die Gefahren Ihrer Anlagen

Unter dem Begriff Stetigförderer versteht man Anlagen wie Rollenbahnen, Förderbänder, Kettenförderer, Saug- und Blasförderer. An solchen Anlagen für Paletten und Stückgut ereignen sich immer wieder schwere Unfälle. Die Hauptgefahren sind, dass Finger, Hände oder andere Körperteile

  • zerquetscht oder abgetrennt werden
  • in Einzugsstellen geraten oder
  • von rotierenden Maschinenteilen erfasst werden

Stellen Sie deshalb sicher, dass für die gesamte Anlage eine Gefahrenermittlung vorgenommen wird. Wenn das Fachwissen für eine Gefahrenermittlung im Betrieb nicht vorhanden ist, ziehen Sie einen Spezialisten der Arbeitssicherheit bei.

Sind Betriebsanleitung und Konformitätserklärung vorhanden?

Der Arbeitgeber muss sicherstellen, dass für die Anlage eine Betriebsanleitung und eine Konformitätserklärung (für Anlagen mit Inverkehrbringung ab 1997) vom Hersteller vorhanden sind. Mit der Betriebsanleitung und der Konformitätserklärung erhält der Arbeitgeber vom Hersteller den schriftlichen Nachweis, dass die Anlage den grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen entspricht (Maschinenrichtlinie 2006/42/EG).

Welche Gefahrenstellen gilt es zu sichern?

Alle Gefahrenstellen, die durch das bewegte Transportgut entstehen, müssen gesichert sein. Eine Gefahr für Quetschungen besteht, wenn die beförderten Paletten oder das Stückgut gegeneinander oder gegen feste Maschinen oder Gebäudeteile stossen. Eine Gefahr für das Abtrennen von Körperteilen besteht, wenn sich das Transportgut nahe an vorstehenden Gebäude- oder Maschinenteilen vorbeibewegt.

Grafik: Gefahrenstellen für Quetschungen oder Abtrennen von Gliedmassen beim Transport von Stückgut auf einem Stetigförderer
Grafik: Gefahrenstellen für Quetschungen oder Abtrennen von Gliedmassen beim Transport von Stückgut auf einem Stetigförderer
Auch die Gefahrenstellen an den Antriebselementen müssen gesichert sein. Sich bewegende oder drehende Zahnräder, Riemenscheiben, Ketten, Seilrollen, Förderbänder usw. können Körperteile oder Kleider erfassen und einziehen.
Grafik: Gefahrenstellen für das Einziehen von Körperteilen oder Kleidern an den Antriebselementen von Stetigförderern
Grafik: Gefahrenstellen für das Einziehen von Körperteilen oder Kleidern an den Antriebselementen von Stetigförderern
Grafik: Gefahrenstellen für das Einziehen von Körperteilen oder Kleidern an den Antriebselementen von Stetigförderern

Damit die Anlage bei Gefahr sofort stillgesetzt werden kann, müssen an geeigneten Stellen Not-Halt Geräte wie Drucktaster oder Seilzugschalter vorhanden sein.

Stellen Sie sicher, dass der Zutritt zu gefährlichen Anlageteilen, in die das Fördersystem führt, verhindert oder mit einem Überwachungssystem gesichert ist.

Stetigförderer für Paletten mit Muting
Ein Beispiel für ein solches Überwachungssystem für die Ein- und Ausgänge von Förderbändern ist das Muting.
Laufsteg über eine Rollenförderanlage
Wo nötig, müssen Laufstege oder Trittbleche zum Überqueren der Anlage vorhanden sein.

Sorgen Sie für eine korrekte Instandhaltung

Eine mangelhafte oder gar fehlende Wartung führt auch bei robusten Anlagen zu Verschleisserscheinungen an Bauteilen, mechanischen und hydraulischen Einrichtungen sowie an elektrischen Ausrüstungen/Steuerungen. Häufig resultieren daraus Stillstände, Sachschäden und Unfälle. Um diesen unerwünschten Ereignissen entgegenzuwirken, braucht es eine systematische Wartung der Anlage.

Die Vorgaben zu den Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten finden Sie in der Betriebsanleitung des Herstellers. Dokumentieren Sie die Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten (Verordnung über die Unfallverhütung VUV Art. 32b Abs. 1 ).

Vorhängeschloss mit persönlicher Gravur an einem Sicherheitsschalter.
Persönliches Vorhängeschloss an einem Revisionsschalter.
Damit Instandhaltungsarbeiten sicher ausgeführt werden können, muss jeder Monteur oder Instandhalter über ein persönliches Vorhängeschloss verfügen. Mit dem Schloss wird der Sicherheitsschalter der Anlage während der Instandhaltung gesichert. Beachten Sie generell die lebenswichtigen Regeln für die Instandhaltung von Maschinen und Anlagen.