Innerbetriebliche Eisenbahn

Ausbildung für das Führen und fahrdienstliche Begleiten von innerbetrieblichen Eisenbahnen

  • Das Führen und fahrdienstliche Begleiten von innerbetrieblichen Eisenbahnen ist mit besonderen Gefahren verbunden. Deshalb dürfen Schienenfahrzeuge nur von ausgebildetem Personal geführt und begleitet werden.
  • Die Ausbildung wird auf die jeweilige innerbetriebliche Eisenbahn angepasst.
  • Innerbetriebliche Eisenbahnen befinden sich ausserhalb des öffentlichen Eisenbahnnetzes.

Innerbetriebliche Eisenbahnen

Als innerbetriebliche Eisenbahnen gelten

  • Werkbahnen ohne Zugang zum öffentlichen Eisenbahnnetz
  • Anschlussbahnen: Bahnbetrieb hinter dem Anschlusspunkt an das öffentliche Eisenbahnnetz
  • gesperrte Gleisbereiche des öffentlichen Eisenbahnnetzes, z. B. Baustellen

Ausbildungen

Sowohl für das Führen als auch für das fahrdienstliche Begleiten von Eisenbahnfahrzeugen darf nur ausgebildetes Personal eingesetzt werden. Dazu gehören folgende sicherheitsrelevanten Tätigkeiten:

  • Lokführer, Lokführerin
  • Rangierleiter, Rangierleiterin
  • Rangierer oder Rangiererin

Voraussetzungen für die Ausbildung

Sie können eine Ausbildung für die oben genannten sicherheitsrelevanten Tätigkeiten absolvieren, wenn Sie mindestens 18 Jahre alt sind und aufgrund einer medizinischen Vorsorgeuntersuchung für tauglich erklärt werden.

Medizinische Vorsorgeuntersuchung

Die Vorsorgeuntersuchung wird von einem Vertrauensarzt oder einer Vertrauensärztin durchgeführt. Es ist nicht zwingend, dass dieser Vertrauensarzt oder diese Vertrauensärztin vom Bundesamt für Verkehr (BAV) anerkannt ist.

Erforderliche Ausbildung

Inhalt und Umfang der Ausbildung richten sich nach den betrieblichen Gegebenheiten (Bahnanlage, Arbeitsmittel). Die Regelungen, die für die jeweilige innerbetriebliche Eisenbahn gelten, sind in einer Betriebsvorschrift zu dokumentieren.

Zur Ausbildung gehören folgende Themen:

  • Grundlagen über das Rangieren
  • Einsatz und Anwendung der Bremsmittel
  • Regeln für den Umgang mit den Gefahren der Fahrleitung
  • Gleisanlage mit allen Besonderheiten wie Geschwindigkeitsbegrenzungen, Kurven mit engen Radien, Laderampen, unübersichtlichen Durchgängen, starken Gefällen oder Schutzräumen mit Verengungen
  • Triebfahrzeuge und zugehörige Hilfsmittel
  • Kommunikationsregeln (mündliche Fahrbefehle, Signale, Funk)
  • Regeln der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes für den innerbetrieblichen Eisenbahnbetrieb (persönliche Schutz- und Warnausrüstung, Sicherheitsregeln, Verhalten in Notfällen)

Die Ausbildung schliesst in jedem Fall mit einer Fähigkeitsprüfung ab. Sie wird von einem Prüfungsexperten abgenommen, der von der Suva anerkannt ist. Auch die vom BAV ernannten Experten erfüllen diese Anforderung.

Ausbildungsnachweis

Die Ausbildung muss dokumentiert sein. Der Prüfungsexperte erstellt ein Prüfungsprotokoll. Darin ist festgehalten, für welche Fahrzeuge und welche Bahnanlage (Arealplan) die Ausbildung gilt.

Ausbildungsinstitutionen

Auskunft/Referenzen

Rechtsgrundlagen und technisches Regelwerk

  • Verordnung über die Unfallverhütung Art. 6  Information und Anleitung der Arbeitnehmer
  • Verordnung über die Unfallverhütung Art. 8  Vorkehren bei Arbeiten mit besonderen Gefahren
  • Verordnung über die sicherheitsrelevanten Tätigkeiten im Eisenbahnbereich STEBV  
  • Verordnung über die Zulassung zum Führen von Triebfahrzeugen der Eisenbahnen VTE  
  • Fahrdienstvorschriften FDV