Diverse persönliche Schützausrüstungen sind an einer Holzwand aufgehängt.

Persönliche Schutzausrüstung

  • Es ist Pflicht, persönliche Schutzausrüstungen (PSA) einzusetzen, wo diese notwendig ist.
  • Die PSA verhindern Verletzungen oder gesundheitliche Beeinträchtigungen von Arbeitnehmenden.
  • Zum Einsatz kommen die PSA erst, wenn die Unfall- oder Gesundheitsgefahren durch Massnahmen nicht zu vermeiden sind.
  • Arbeitgeber müssen ihren Mitarbeitenden die notwendigen PSA zur Verfügung stellen und tragen die Kosten dafür.
  • Beziehen Sie als Arbeitgeber bei der Beschaffung der PSA die Spezialisten der Arbeitssicherheit und die betroffenen Mitarbeitenden mit ein.

Persönliche Schutzausrüstung

Der Begriff Persönliche Schutzausrüstung (PSA) umfasst alle Ausrüstungen, die von einer Person zum Schutz vor gesundheitsgefährdenden Einwirkungen getragen werden. Dazu gehören auch alle Ausrüstungen, mit denen Personen bei der Arbeit gegen Absturz gesichert werden (Anseilschutz), nicht aber technische Hilfsmittel zur Rettung von Personen aus gefährlichen Lagen (z. B. Rettungshubgeräte).

Rechtliche Grundlagen

Der Arbeitgeber hat – wenn es notwendig ist – den Arbeitnehmenden zumutbare PSA kostenlos zur Verfügung zu stellen. Er muss dafür sorgen, dass die PSA jederzeit bestimmungsgemäss verwendet werden.

Der Arbeitnehmer ist seinerseits verpflichtet, die ihm zur Verfügung gestellten PSA zu benützen und ihre Wirksamkeit nicht zu beeinträchtigen.

Rechtliche Grundlagen  

Das Tragen von Persönlichen Schutzausrüstungen kann Gefahren nicht beeinflussen oder beseitigen. PSA können aber die negativen Auswirkungen von Gefahren auf den Menschen verringern oder eliminieren. Sie tragen wesentlich dazu bei, Unfälle und Berufskrankheiten zu vermeiden und die Unfallkosten zu senken. Den bei der Suva versicherten Betrieben kommt dies unter anderem in Form von tieferen Versicherungsprämien zugute.

PSA-Kategorien

PSA werden in drei Kategorien eingeteilt (mit zunehmendem Schutzgrad):
Kategorie I
Einfache PSA, die gegen geringfügige Risiken schützen und deren Wirksamkeit der Benutzer selbst beurteilen kann (oberflächliche mechanische Einflüsse, geringfügige Witterungseinflüsse, schwach aggressive Reinigungsmittel, Sonnenstrahlen, heisse Teile unter 50°C, schwache Stösse und Schwingungen). Dazu gehören beispielsweise Sonnenbrillen die für privaten Gebrauch bestimmt sind, Handschuhe für Gartenarbeiten.
Kategorie II
Alle PSA, die nicht in die Kategorien I oder III fallen. Dazu gehören beispielsweise Schutzbrillen, Ausrüstungen für den Gehörschutz, Fussschutz, Schnittschutz und Schutzhelme.
Kategorie III

PSA, die gegen tödliche Gefahren oder ernste bzw. irreversible Gesundheitsschäden schützen und bei denen der Benutzer die unmittelbare Wirkung der Gefahr nicht rechtzeitig erkennen kann. Beispiele sind: PSA zum Schutz vor chemischen und biologischen Einflüssen, Stürzen aus der Höhe, Kälte (–50°C oder kälter), Stromschlag sowie Atemschutzgeräte, Tauchgeräte und PSA für den Brandschutz.

PSA der Kategorien II und III müssen einer EG-Baumusterprüfung durch eine zugelassene Prüfstelle unterzogen werden.

Überblick über verschiedene PSA

Neuheitenkatalog "Persönliche Schutzausrüstung" PSABaurabeiter mit Schutzausrüstung bohrt in BetonBaustelle

Handeln

Persönliche Schutzausrüstung (PSA): Das müssen Sie beachten!

Als Arbeitgeber sind Sie gesetzlich verpflichtet, den Arbeitnehmenden die erforderlichen PSA zur Verfügung zu stellen und dafür zu sorgen, dass sie getragen werden. Die Arbeitnehmenden haben die PSA zu benutzen, wo es notwendig ist.

Für Kaderleute bedeutet dies, dass sie die PSA selber konsequent tragen müssen – getreu dem Grundsatz: Der Chef geht mit gutem Beispiel voran. Sie haben die Aufgabe, die Arbeitnehmenden zu unterstützen und zu motivieren, aber auch zu überwachen.

Grundsatz

Die rechtlichen Bestimmungen sind klar: Durch das Tragen und Benutzen von PSA ist zu verhindern, dass Arbeitnehmende verletzt oder in ihrer Gesundheit beeinträchtigt werden.

Bevor PSA in einem Betrieb eingeführt werden, ist aber immer zuerst zu prüfen, ob Möglichkeiten bestehen, die Gefahren durch Ersatzmassnahmen, technische oder organisatorische Massnahmen zu vermeiden.

Vor der Beschaffung von PSA, müssen Sie deshalb als Verantwortlicher für die Arbeitssicherheit in einem Betrieb folgende Punkte abarbeiten:

Beurteilen Sie den Arbeitsplatz

Um die Arbeitsplätze (Zonen, technische Einrichtungen, Tätigkeiten) zu beurteilen, erstellen Sie am besten einen Anforderungskatalog, der auf einer Gefährdungsbeurteilung beruht. Erfassen Sie dazu unter anderem folgende Angaben:

  • Tätigkeiten
  • Art der Gefährdungen
  • Ort des Auftretens der Gefährdungen

Die besonderen Bedingungen am Arbeitsplatz müssen bekannt sein, damit die richtigen Massnahmen bzw. die passenden PSA gewählt werden können. Zu diesen Bedingungen gehören beispielsweise:

  • Lufttemperatur
  • Kontakttemperatur
  • Wärmestrahlung
  • Schallintensität
  • Staubanfall
  • Witterungseinflüsse
  • Luftfeuchtigkeit
  • Charakteristik der gesundheitsgefährdenden Arbeitsstoffe und die Expositionszeit
  • Bodenverhältnisse

Beziehen Sie für diese Beurteilung die Spezialisten der Arbeitssicherheit (ASA) des Betriebs und die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ein, damit sie ihre Erfahrung und ihr Wissen einbringen können.

Konsultieren Sie auch die Fragebogen und Checklisten des Verbands Swiss Safety  oder die Checkliste  «Persönliche Schutzausrüstungen (PSA)» .

Wenden Sie das S-T-O-P-Prinzip an

Das sogenannte S-T-O-P-Prinzip bestimmt die Reihenfolge, in der Schutzmassnahmen gegen Gefahren zu treffen sind:

  1. Substitution (Ersatzmassnahmen)
    Ersatz gefährlicher Arbeitsverfahren, Stoffe und Einrichtungen durch ungefährliche oder weniger gefährliche.
  2. Technische Massnahmen
    Schutzvorrichtungen, Geländer, Auffangnetze, Kapselungen (Containment), Erfassen von Emissionen (z.B. Quellenabsaugung, evtl. optimierte Luftführung und verstärkte Raumlüftung), Schleusen usw.
  3. Organisatorische Massnahmen
    Zeitlich beschränkte Expositionsdauer (Arbeitswechsel, Pausenregelung), Ausbildung, Regelung der Zuständigkeiten, Überwachung.
  4. Persönliche Schutzmassnahmen (PSA tragen)
    Zum Beispiel Ausrüstung zum Schutz vor direkter Exposition (z. B. beim Umfüllen gesundheitsgefährdender Stoffe in einem offenen Systemen) oder vor eventueller Exposition (z. B. Chemikalienspritzer, herabfallender Gegenstand).
Ausnahmen vom S-T-O-P-Prinzip

Das S-T-O-P-Prinzip kann nicht immer angewendet werden. Zum Beispiel kann bei Notfällen der Gefährdung von Personen oft nur durch die Verwendung von PSA begegnet werden.

In anderen Fällen ist der Einsatz von PSA gesetzlich zwingend vorgeschrieben:

  • im Hochbau (bis zum Abschluss des Rohbaus)
  • bei Arbeiten im Bereich von Kranen
  • in Steinbrüchen
  • im Untertagbau
  • bei Rückbau- oder Abbrucharbeiten bei Arbeiten im Bereich von Verkehrsmitteln

Manchmal kommen PSA anstelle von technischen Lösungen zur Anwendung, wenn Arbeitseinsätze nur sporadisch oder selten erfolgen, zum Beispiel:

  • PSA gegen Absturz auf einem selten begangenen Dach
  • Schutzkleidung gegen starke elektromagnetische Felder für die Wartung von Mobilfunkantennen
  • Schutzkleidung bei sporadischer Kältearbeit.

Eine abschliessende Aufzählung von Arbeitsplätzen bzw. -verfahren, die das Tragen von PSA erforderlich machen, gibt es nicht.

Die wichtigsten Tipps
  • Bevor Sie in Ihrem Unternehmen PSA beschaffen, sollte eine Arbeitsplatzbeurteilung (vgl. dazu Punkt «Beurteilen Sie den Arbeitsplatz» im Kapitel «Wo und wann müssen PSA verwendet werden?») vorgenommen werden. So kann Ihr PSA-Lieferant Sie besser beraten und Ihnen ein bedürfnisgerechtes Angebot unterbreiten.
  • Evaluieren Sie die PSA zusammen mit einer Sicherheitsfachkraft (interne oder externe Fachperson, Spezialist der Arbeitssicherheit) und den betroffenen Mitarbeitenden. Damit können die im Betrieb vorhandenen Erfahrungen genutzt und die Akzeptanz für das Tragen der Schutzausrüstungen erhöht werden.
  • Um Fehlinvestitionen zu vermeiden, empfiehlt es sich, verschiedene Modelle derselben PSA von einer Versuchsgruppe bei der Arbeit testen und ihren Tragkomfort und die Benutzerfreundlichkeit beurteilen zu lassen. Lassen Sie die Mitarbeitenden das für sie passende Produkt auswählen.
  • Berücksichtigen Sie beim Preisvergleich auch die Kosten für Ersatzteile und allfällige Verteil- und Reinigungsstationen.
Verlangen Sie zu Ihren PSA eine Informationsbroschüre!

Keine PSA ohne Informationsbroschüre. Ihr Lieferant ist nach Ziffer 1.4 von Anhang II der Richtlinie 89/686/EWG verpflichtet, Ihnen Informationsbroschüren mit folgenden Inhalten auszuhändigen:

  • Name und Anschrift des Herstellers und/oder seines in der europäischen Gemeinschaft niedergelassenen Bevollmächtigten
  • Anweisungen für den Gebrauch, das Lagern, Reinigen, Warten, Überprüfen und Desinfizieren. Die vom Hersteller empfohlenen Reinigungs-, Wartungs- oder Desinfizierungsmittel haben bei vorschriftsmässiger Verwendung keine schädliche Wirkung auf PSA oder Benutzer.
  • Hinweise zu Schutzklassen, Leistungsstufen und entsprechenden Verwendungsgrenzen
  • Zubehör zu der PSA sowie Angaben zu passenden Ersatzteilen
  • Verfalldatum oder Verfallzeit der PSA oder von Bestandteilen derselben
  • die für den Transport der PSA geeignete Verpackungsart
  • Bedeutung etwaiger Markierungen und Piktogramme
  • gegebenenfalls Angaben über weitere angewandte Richtlinien
  • gegebenenfalls Name, Anschrift und Kennnummer der Konformitätsbewertungsstelle
Die Informationsbroschüre muss klar und verständlich und mindestens in der bzw. den Amtssprachen des Bestimmungslandes verfasst sein.
Überprüfen Sie die Zumutbarkeit der PSA
PSA müssen für ihre Träger zumutbar sein. Auf Beschwerden oder physische Einschränkungen von Mitarbeitenden ist Rücksicht zu nehmen. Wer Lungen- oder Herzbeschwerden hat, kann zum Beispiel nicht für alle Arbeiten mit Atemschutz eingesetzt werden. Bei Sehfehlern werden Schutzbrillen und Atemschutz-Vollmasken mit optischer Korrektur benötigt, Fussdeformationen erfordern orthopädische Schutzschuhe usw.
Behinderung durch PSA

PSA wie Handschuhe oder Hitzeschutzanzüge können den Träger behindern oder sein Körpergefühl erheblich verändern. Möglicherweise verändert sich die Schwerpunktlage, zum Beispiel beim Tragen von Atemschutzgeräten. Ungünstige Bedingungen wie Hitze am Arbeitsplatz erhöhen die Belastung.

Berücksichtigen Sie solche Umstände bei der Gestaltung der Arbeitsplätze. Möglicherweise braucht es Verbesserungen am Arbeitsplatz selbst. Unter Umständen müssen Sie die Arbeitszeit verkürzen. Beurteilen Sie auch die Ausweich- und Fluchtmöglichkeiten für Träger von Schutzausrüstungen.

Neue Gefahren durch PSA
Wenn die Belastungen das Leistungsverhalten des Trägers herabsetzen und dadurch neue Gefährdungen entstehen, ist der Einsatz der PSA in Frage gestellt. Prüfen Sie in solchen Fällen gründlich, ob nicht doch andere Massnahmen zum Schutz der Arbeitnehmenden getroffen werden können.
Achten Sie auf individuelle Anpassbarkeit

PSA müssen der körperlichen Konstitution des Trägers Rechnung tragen. Es ist wichtig, dass die richtigen Grössen zur Verfügung stehen und die Ausrüstungen sich anpassen lassen.

Berücksichtigen Sie die individuellen Wünsche der Mitarbeitenden. Dies gilt besonders für den Augenschutz, Gehörschutz, Fussschutz, Atemschutz und die Bekleidung.

Verzichten Sie, wenn möglich, auf PSA, die von mehreren Personen verwendet werden. Solche PSA müssen vor jedem Gebrauch individuell angepasst werden. Auch hygienische Aspekte sprechen gegen eine Verwendung durch mehrere Personen.

Beispiel einer kombinierten Schutzausrüstung:  Schutzhelm kombiniert mit Gehörschutz und Gesichtsschutz
Achten Sie auf die Kombinierbarkeit von Schutzausrüstungen

Wenn in einem Bereich eine Mehrfachgefährdung besteht, ist darauf zu achten, dass sich die Schutzausrüstungen kombinieren lassen.

  • Schutzhelm kombiniert mit Augenschutz, Gesichtsschutz, Atemschutz und/oder Gehörschutz
  • Schutzhandschuhe kombiniert mit Armschutz
  • Schutzschuhe kombiniert mit Beinschutz

Kombinierte PSA vereinfachen das gleichzeitige Tragen verschiedener notwendiger Schutzausrüstungen.

Die wichtigsten Tipps
  • Stellen Sie geeignete PSA zu Verfügung und lassen Sie die Mitarbeiter auswählen.
  • Formulieren Sie klare und unmissverständliche Sicherheitsregeln und bringen Sie Piktogramme und Gebotszeichen an.
  • Überzeugen Sie die Mitarbeitenden von der Notwendigkeit der PSA. Seien Sie als Vorgesetzter ein Vorbild – tragen Sie immer die PSA!
  • Instruieren und schulen Sie die Mitarbeitenden auf die richtige Handhabung der PSA.
Arbeitsplatz beurteilen und geeignete PSA auswählen
Voraussetzung für das Durchsetzen eines Tragobligatoriums ist das vorgängige Beurteilen der Gefährdungen und Arbeitsplätze sowie das sorgfältige Auswählen der PSA.

Für die Tragakzeptanz ist besonders die Mitsprache der betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Bedeutung. Die Mitarbeitenden sollen später ihre eigene Schutzausrüstung selber auch in der passenden Grösse und wenn möglich Farbe, Form usw. auswählen können.

Formulieren Sie Sicherheitsregeln und kennzeichnen Sie die Arbeitsplätze

Nachdem Sie die Arbeitsplatzbeurteilung sind Sicherheitsregeln zur Verwendung der PSA zu formulieren. Es ist sinnvoll, dabei die zuständigen Vorgesetzten mitarbeiten zu lassen. Denn sie sind es, welche die Regeln nachher durchsetzen müssen.

Sicherheitsregeln, Weisungen, Vorschriften über das Verwenden von PSA sollen
  • unmissverständlich formuliert sein
  • wenn immer möglich in den Arbeitsvertrag oder in die Stellenbeschreibung der Betroffenen aufgenommen werden
  • in Bedienungsanleitungen für Arbeitsmittel, in Vorschriften zu Produktionsverfahren, Gebrauchsanweisungen, Arbeitsanweisungen bzw. vorhanden sein.
Kopfschutz Piktogramm
Bereiche (Zonen, Arbeitsplätze), in denen ständig PSA getragen werden müssen, sind mit dem entsprechenden Gebotszeichen zu kennzeichnen. Links ein Beispiel eines Gebotszeichens für das Tragen des Schutzhelms.
Informieren Sie über das PSA-Tragobligatorium

Es ist Chefsache, die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über das PSA-Tragobligatorium zu informieren! Die Betriebsangehörigen müssen erkennen und spüren, dass die Geschäftsleitung dem Schutz der Mitarbeitenden grosse Bedeutung beimisst und dass das Obligatorium in der Praxis durchgesetzt wird.

Erklären Sie den Betroffenen, warum die Gefährdungen nicht mit technischen oder organisatorischen Massnahmen eliminiert werden konnten. Überzeugen Sie die Mitarbeitenden, dass sie sich selbst schützen müssen, wenn sie gesund bleiben wollen.

Instruieren Sie Ihre Mitarbeitenden
Bei der Abgabe braucht es eine Instruktion. Wichtige Instruktionsthemen sind:
  • die Gefährdungen an den Arbeitsplätzen und mögliche negative Auswirkung auf den Menschen
  • erforderliche PSA
  • Anpassen der PSA an die persönlichen Bedürfnisse und die Arbeitsplatzverhältnisse
  • Kontrolle der PSA vor dem Einsatz
  • richtiger Einsatz und richtige Verwendung der PSA
  • Austausch einzelner Elemente der PSA
  • Pflege (Hygiene) und Instandhaltung
  • Vorgehen bei Defekten an der PSA

Ein wichtiges Hilfsmittel für die Instruktion ist die Informationsbroschüre des Herstellers. In der Informationsbroschüre zu Atemschutzgeräten ist zum Beispiel beschrieben, wie kontrolliert werden muss, ob die Schutzmaske dicht sitzt. Eine solche Kontrolle ist vor jedem Betreten des Gefahrenbereichs vorzunehmen.

Ziehen Sie für die Instruktion und das Anpassen spezieller PSA immer Fachleute bei.

Achtung: Gefahren bei falscher Anwendung
Es gibt auch PSA, die bei falscher Anwendung selbst zu einem Sicherheitsrisiko werden können. Beispielsweise wenn bei fremdbelüfteten Schutzanzügen plötzlich die Luftzufuhr ausfällt oder wenn ein Arbeitnehmer nach einem Absturz längere Zeit in der Absturzsicherung hängen bleibt. Für solche PSA sind zusätzliche Vorkehrungen vorzusehen und zu instruieren.
Die wichtigsten Tipps
  • Führen Sie Kontrollen durch. Planen Sie diese sorgfältig, denn niemand wird gerne kontrolliert.
  • Ermahnen Sie fehlbare Mitarbeitende.
  • Motivieren kommt vor Bestrafen.
  • Sanktionen sind als letzte Massnahme aber notwendig, wenn sich Mitarbeitende uneinsichtig zeigen. 
Ohne Kontrollen geht es nicht
Die Geschäftsleitung bekundet ihre Entschlossenheit am besten dadurch, dass sie Kontrollen anordnet. Zuerst ist der Ist-Zustand aufzunehmen und dieser dem Soll-Zustand (Ziel) gegenüberzustellen.

Manche Kontrollen, zum Beispiel solche beim Materialeingang oder bei der Qualitätssicherung, werden von den Mitarbeitenden akzeptiert. Wo das Arbeitsverhalten des Einzelnen kontrolliert wird, verhalten sich die Betroffenen oft ablehnend. Kontrollen dieser Art sind deshalb sorgfältig vorzubereiten. Informieren Sie vorgängig über Zweck, Form und Kriterien der Kontrolle, so kann die Akzeptanz erhöht werden.

Die Kontrollen sind an mehreren zufällig ausgewählten Tagen von den direkten Vorgesetzten vorzunehmen. Halten Sie die Kontrollergebnisse in geeigneter Form fest.
Zuerst wird ermahnt
Führen Sie in Ihrem Betrieb ein Tragobligatorium ein, ist es empfehlenswert, die Tragdisziplin im ersten Monat etwas öfters zu kontrollieren. Ermahnen Sie fehlbare Mitarbeitende. Weisen Sie nach Ablauf dieser Phase bei Zuwiderhandlung gegen die Tragpflicht auf die möglichen Konsequenzen hin.

Halten Sie die Verstösse gegen die Tragpflicht sowie die individuellen Beweggründe schriftlich fest. Die Kontrollergebnisse und deren Beurteilungen werden sowohl den Vorgesetzten als auch den Mitarbeitenden bekannt gegeben. Falls die Ergebnisse unter dem Soll-Wert liegen, muss das weitere Vorgehen an einer Kadersitzung oder in einem Führungsgespräch festgelegt werden.
Motivieren kommt vor Bestrafen
Bevor gegen einen Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin Sanktionen ergriffen werden, sollte man versuchen, diese Person zu motivieren. Manchmal bewirkt bereits das vorbildliche Verhalten des Vorgesetzten die erwünschte Verhaltensänderung. Oft braucht es allerdings etwas grössere Anstrengungen.

Versuchen Sie herauszufinden, aus welchen Gründen sich die Person sicherheitswidrig verhält. Empfindet sie die zur Verfügung stehende Schutzausrüstung als unzweckmässig oder kennt sie die Vorschriften nicht? In solchen Fällen lässt sich leicht Abhilfe schaffen: durch Abgabe geeigneter PSA, Information und Instruktion.

Schwieriger wird es für die Vorgesetzten, wenn die Mitarbeitenden das Obligatorium aus Gleichgültigkeit, Bequemlichkeit, Uneinsichtigkeit oder Trotz missachten und der Meinung sind, Unfälle seien bei ihrer Arbeit sehr unwahrscheinlich.
Setzen Sie als Vorgesetzter in diesem Fall klare Ziele, begründen Sie die Schutzmassnahmen mit Überzeugung und bewegen Sie die Mitarbeitenden dazu, in eigener Verantwortung zu handeln. In den meisten Fällen wird der Erfolg nicht ausbleiben. Nötig sind aber auch immer wieder Kontrollen.
Letztes Mittel Sanktionen: Versetzung oder Kündigung
Wenn sich eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter trotz aller Motivationsbemühungen weigert, die Sicherheitsbestimmungen einzuhalten, fehlen die Voraussetzungen für eine weitere Zusammenarbeit. In diesem Fall ist eine Versetzung oder sogar eine Kündigung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr zu umgehen.

Damit die PSA jederzeit in einwandfreiem Zustand ist, sind Pflege und Unterhalt der PSA klar zu regeln. Beachten Sie die Angaben des Herstellers über Nutzungsdauer, Pflege und Instandhaltung der PSA.

Beachten Sie folgende Tipps zu Unterhalt und Pflege der PSA

  • Instruieren Sie die Mitarbeitenden über Pflege und Unterhalt der PSA
  • Sorgen Sie für gut verständliche Benutzeranleitungen
  • Halten Sie Ersatzteil und Hilfsmaterial an Lager
  • Stellen Sie Reinigungseinrichtungen und -material bereit(z. B. Mittel für das Reinigen und Desinfizieren)
Wenn nötig muss der Arbeitgeber Bereiche bezeichnen, in denen die PSA gereinigt, desinfiziert sowie schmutzfrei und trocken aufbewahrt werden können. Die für das Reinigen bzw. die Dekontamination der PSA notwendige Zeit gilt als Arbeitszeit.
Nutzungsdauer von PSA
Die Nutzungsdauer von mehrfach verwendbaren PSA ist von mehreren Faktoren abhängig. Erfassen Sie in geeigneter Form die Information, wann ein bestimmter Schutzartikel in Gebrauch genommen wurde. Sobald PSA ihre Schutzfunktion nicht mehr voll erfüllen, sind sie zu erneuern. Verwenden Sie beispielsweise keine durchstochenen oder porösen Handschuhe oder Anzüge, kontaminierte Schutzausrüstungen und Kleidungsstücke oder defekte, gealterte oder schlecht gewartete Atemschutzmasken. PSA, die sich nicht mehr verwenden lassen, sind fachgerecht zu entsorgen (Art der Kontamination beachten).

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