«white risk»: Interaktive Prävention von Lawinenunfällen

Immer mehr Wintersportler suchen das Abenteuer neben der Piste. Varianten- und Tourenfahren gewinnen an Beliebtheit, dementsprechend steigt auch das Lawinenunfallrisiko. Aus diesem Grund haben SuvaLiv und das Eidg. Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF, Davos, eine interaktive CD-ROM zur Prävention von Lawinenunfällen erarbeitet und heute in Zürich an einer Medienkonferenz vorgestellt.

Jährlich ereignen sich in der Schweiz rund 150 Lawinenzwischenfälle. Die traurige Bilanz: 25 Todesopfer und fast gleich viele Verletzte. Von allen Wintersportlern, die in einen Lawinenunfall verwickelt werden, kommt laut Erhebung des SLF jeder fünfte ums Leben. Bei denjenigen, die von einer Lawine ganz verschüttet werden, überlebt laut Statistik sogar nur jeder Zweite. Es ist deshalb entscheidend, das Risiko, dem sich Varianten- und Tourenfahrer aussetzen, zu kennen und richtig einzuschätzen. Hier setzt die interaktive Lern-CD zur Prävention von Lawinenunfällen von Suva und SLF an.

Stephan Harvey, Autor von «white risk» und Lawinenprognostiker beim SLF: „Die interaktive Lern-CD «white risk» vermittelt das komplexe Thema der Lawinenkunde auf einfache und unterhaltsame Art – in Form eines explorativen Lernwegs.“ Zahlreiche Animationen, Fotos, Filme, Sprechtexte und Übungen veranschaulichen die Sachthemen. Das dreistufige Navigationskonzept verläuft selbsterklärend von einfachen bis hin zu komplexen Themen, sodass die CD sowohl für Anfänger als auch für Profis geeignet ist. Für alle Varianten- und Tourenfahrer ist sie eine unverzichtbare Informationsquelle und Hilfe für eine sichere Routenwahl.
Informieren statt verbieten
„Prävention erzielt eine grössere Wirkung als Verbote“, sagt Edith Müller, Kampagnenleiterin Schneesport bei der Suva. „Um die jüngeren Zielgruppen zu erreichen, müssen wir ihre Gewohnheiten bezüglich Informations- und Medienkonsum berücksichtigen. Konkret heisst dies, dass die Inhalte der CD «white risk» mit einer Navigationslogik so aufbereitet wurden, dass sie häppchenweise an den Benutzer gelangen.“ Ein alpha-betisch geordneter Index ermöglicht zudem die rasche Suche nach Themen.
Inhalt von «white risk»
Die CD-ROM «white risk» enthält aktuelles Fachwissen in anschaulicher und leicht verständlicher Form zu den Themen Gefahrenstufen, Lawinenarten, Tourenplanung, lawinenbildende Faktoren und Lawinenunfälle. Anhand zahlreicher Übungen kann der Benutzer sein Wissen über Lawinen selber testen. Als digitales, auf verschiedenen Ebenen strukturiertes Medium, bietet die CD ideale Voraussetzungen für die multimediale Umsetzung der Prävention von Lawinenunfällen.

Aufgrund der Komplexität des Themas ist es wichtig, die Informationen zur richtigen Zeit in der richtigen Menge zur Verfügung zu stellen. Dies wurde mit einem dreistufigen Navigationskonzept realisiert:

Stufe 1 Beim Einstieg ins Thema lernt der Benutzer die wichtigsten lawinenbildenden Faktoren und Regeln kennen.

Stufe 2 Der Benutzer wählt ein Symbol aus, z.B. Neuschnee oder Hangneigung, und erhält in Form von Texten, Grafiken, Fotos, Animationen und Filmsequenzen die wichtigen Informationen zum Thema.

Stufe 3 Auf der dritten Inhaltsstufe wird die gewählte Thematik detailliert besprochen und vermittelt.

Die CD «white risk» wird in der Ausbildung bei den Skiverbänden, im Ski- und Bergsport sowie in Schulen eingesetzt. Sie eignet sich auch hervorragend für den privaten Gebrauch. Die CD kostet 19 Franken und kann bei der Suva, beim SLF  oder unter www.whiterisk.ch  bestellt werden. Hier ist auch eine Kurz-Präsentation verfügbar.

Im vergangenen Winter kamen 29 Wintersportler bei Lawinenunfällen ums Leben. Die Zahl der tödlichen Unfälle schwankt jedoch stark von Jahr zu Jahr. Auch das Verhältnis zwischen tödlich verunglückten Tourenfahrern und Freeridern hängt von saisonalen Umständen ab. Insgesamt hat die Zahl der Schneesportler, die im freien Gelände unterwegs sind, in den letzten Jahren deutlich zugenommen, während die Zahl der tödlichen Lawinenunfälle stabil geblieben ist.
Auskünfte an Medienschaffende erteilen:
Barbara Salm, Public Relations, Suva, Fluhmattstrasse 1, 6002 Luzern,
Tel. 041/419 50 25, Natel 079/326 26 90, Fax 041/419 60 62,
E-Mail: barbara.salm@suva.ch 

Birgit Ottmer, Öffentlichkeitsarbeit, SLF, Flüelastrassse 11, 7260 Davos Dorf
Tel. 081/417 02 75, Natel 079/763 91 88, Fax 081/417 08 23,
E-Mail: ottmer@slf.ch 

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Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts versichert die Suva rund 100'000 Unternehmen bzw.1,8 Millionen Berufstätige und Arbeitslose gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Ihre Kunden können kompetente, ergebnisorientierte Arbeit und eine faire, zuvorkommende Behandlung erwarten. Die Suva arbeitet nicht gewinnorientiert und erhält keine Subventionen. Im Verwaltungsrat sind Arbeitgeber, Arbeitnehmer und der Bund vertreten. Die Suva wurde 2004 mit dem Esprix für Kundenorientierung und dem Innovationspreis der Schweizer Assekuranz für das New Case Management und die wirkungsvolle Wiedereingliederung Verunfallter ausgezeichnet.

Das Eidg. Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF, Davos ist Teil der Eidg. Forschungsanstalt WSL und somit des ETH-Bereichs. Seine Aufgaben sind Forschung und Dienstleistungen rund um Schnee, Naturgefahren und Lebensraum Alpen. Sein wohl bekanntestes Produkt ist das Lawinenbulletin, das während der Wintersaison (November bis Mai) zweimal täglich heraus gegeben wird. Für Sicherheitsverantwortliche von Schneesportgebieten und von der öffentlichen Hand, für Bergführer und auch für Private ist das Bulletin eine wichtige Infomrationsquelle, um Lawinenunfällen vorzubeugen. Das SLF beschäftigt heute rund 120 Personen: Forschende, technische und administrative Mitarbeitende wie auch Lehrlinge, Praktikanten und Diplomanden. Der Sitz des SLF ist Davos. Mehr Informationen über das SLF und über die aktuelle Lawinenlage: www.slf.ch