Die Statistik der Militärversicherung 2006 ist erschienen

Die Militärversicherung hat im Jahr 2005 rund 212 Millionen Franken für Versicherungsleistungen aufgewendet. Das ist ein Rückgang um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Seit 2002 haben die Kosten gar um 9 Prozent abgenommen. Der Grund liegt im Rückgang bei den Rentenbezügern.

Wie die erstmals von der Suva herausgegebene Statistik der Militärversicherung zeigt, ist die Zahl der neu registrierten Fälle im Vergleich zum Vorjahr praktisch stabil geblieben. 2005 wurden insgesamt rund 34'600 neue Fälle registriert (+0,5 Prozent). 56 Prozent davon waren so genannte Bagatellfälle von Milizangehörigen. Das sind Fälle, die noch während der Dienstzeit abgeschlossen werden können und lediglich Heilkosten verursachen.
Rückläufiges Krankheits- und Unfallrisiko im Militärdienst
Die Zahl der neu registrierten ordentlichen Fälle ist um 3,8 Prozent auf rund 15'200 zurückgegangen, obwohl die Zahl der versicherten Tage gleichzeitig um rund 10 Prozent zugenommen hat. Diese Entwicklung ist nicht nur für den Gesamtbestand der Militärversicherung zu beobachten, sondern auch für einzelne Versichertenkategorien, wie zum Beispiel für die Milizangehörigen der Armee. Das Risiko, im Militärdienst zu verunfallen oder zu erkranken, hat abgenommen.

Die aktuelle Entwicklung der Fallzahlen hat vorerst keinen unmittelbaren Einfluss auf die Kosten. Von den rund 212 Millionen Franken, die für Versicherungsleistungen aufgewendet wurden, gehen nämlich über zwei Drittel auf das Konto von Fällen aus den Jahren vor 2001. Die Kostenentwicklung in der Militärversicherung ist stark vom Krankheits- und Unfallgeschehen der Vergangenheit geprägt, als noch wesentlich mehr Dienst geleistet wurde. In den letzten zwanzig Jahren hat die Zahl der Diensttage von Armeeangehörigen um über die Hälfte abgenommen. Noch stärker ist der Rückgang der Diensttage im Zivilschutz (-70 Prozent).
Rentenkosten bestimmen die Entwicklung der Gesamtkosten
Über 60 Prozent der Leistungen der Militärversicherung werden in Form von Renten ausgerichtet. Im Jahr 2005 waren dies rund 133 von 212 Millionen Franken. 50 Millionen Franken entfallen auf Heilkosten und 29 Millionen Franken auf Taggelder. Im Vergleich dazu liegt der Rentenaufwand bei den Unfallversicherern bei 35 Prozent.

Der anhaltende Rückgang der Gesamtkosten ist hauptsächlich auf die Entwicklung der Rentenkosten zurückzuführen, welche seit 2002 um über 10 Prozent abgenommen haben. Zusammen mit den ebenfalls sinkenden Taggeldkosten ist seit 2002 ein Kostenrückgang um gesamthaft 9 Prozent zu verzeichnen.

Die Militärversicherung kennt im Wesentlichen drei Arten von Renten: Invalidenrenten, Hinterlassenenrenten und Integritätsschadenrenten. Letztere werden einem Versicherten bei erheblicher Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität zugesprochen. Diese meist mit einer einmaligen Zahlung erledigten Integritätsschadenrenten machen rund 5 Prozent der gesamten Rentenleistungen aus. Viel bedeutender sind dagegen die Invalidenrenten mit 72 Millionen Franken und die Hinterlassenenrenten mit 54 Millionen Franken im Jahr 2005.
Abnehmende Zahl von Rentenbezügern führt zu weniger Rentenleistungen
Rund 60 Prozent der Invalidenrentenbezüger der Militärversicherung sind über sechzig, 20 Prozent gar über achtzig Jahre alt. Sie haben die Gesundheitsschädigung, die schliesslich zu einer Rente geführt hat, vor vielen Jahren, zum Teil gar in der Aktivdienstzeit während des Zweiten Weltkrieges erlitten. Auf Grund der Altersstruktur des Rentnerbestandes ist die Zahl der Invalidenrentner, die durch Tod ausscheiden, seit einiger Zeit grösser als die Zahl der neuen Rentenbezüger (Grafik 3). Dies führt zu einem sinkenden Rentenbestand und damit zu tieferen Rentenkosten. Schliesslich zeigen auch Änderungen der gesetzlichen Grundlagen (u. a. Reduktion des Leistungsansatzes, Halbierung der Rente bei Erreichung des Pensionsalters) eine Kosten dämpfende Wirkung.

Die Entwicklung des Bestandes der Hinterlassenenrenten verläuft ähnlich wie bei den Invalidenrenten. Hier sind über 40 Prozent der (vorwiegend weiblichen) Rentenbezügerinnen über 80 Jahre alt.
Die Militärversicherung bei der Suva
Seit dem 1. Juli 2005 führt die Suva die Militärversicherung. Auf die Versicherungsleistungen hatte dieser Wechsel keine Auswirkungen: Die Militärversicherung bildet weiterhin einen eigenen Sozialversicherungszweig, dessen Aufgaben gesetzlich festgelegt sind. Die Versicherten der Militärversicherung können hingegen neu vom New Case Management der Suva profitieren. Zudem wird angestrebt, die Verwaltungskosten der Militärversicherung deutlich zu reduzieren.
Versicherungsdeckung
Die Militärversicherung versichert Personen, welche im Rahmen von Sicherheits- und Friedensdiensten des Bundes Einsätze leisten. Zur Hauptsache sind dies Milizangehörige von Armee, Zivildienst und Zivilschutz. Auch Teilnehmer an friedenserhaltenden Aktionen des Bundes und Angehörige des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe (SKH) sind versichert. Des Weiteren gehören beruflich Versicherte (Berufsmilitär, Zivilschutzinstruktoren des Bundes usw.) zum Versichertenbestand. Schliesslich können sich beruflich Versicherte nach ihrer Pensionierung weiterhin für die Grundleistungen (Krankheit und Unfall) freiwillig versichern lassen. Gegenstand der Militärversicherung sind alle Schädigungen der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit des Versicherten, die während der Dienste und Einsätze auftreten, unabhängig davon, ob die Schäden durch Krankheit oder Unfall hervorgerufen worden sind.
Weitere Auskünfte an Medienschaffende erteilt:
Alois Fässler, Suva, Bereich Statistik, Fluhmattstrasse 1, 6002 Luzern.
Tel. 041 419 56 98, Fax 041 419 59 41, alois.faessler@suva.ch 

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Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts versichert die Suva rund 100'000 Unternehmen bzw. 1,8 Millionen Berufstätige und Arbeitslose gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Ihre Kunden können kompetente, ergebnisorientierte Arbeit und eine faire, zuvorkommende Behandlung erwarten. Die Suva arbeitet nicht gewinnorientiert und erhält keine Subventionen. Im Verwaltungsrat sind Arbeitgeber, Arbeitnehmer und der Bund vertreten. Per 1. Juli 2005 wurde der Suva auch die Führung der Militärversicherung übertragen.