Die Suva zeichnet Forstbetriebe aus

Die Suva hat heute in Seon (AG) zum zehnten Mal die Auszeichnung „Vorbildlicher Forstbetrieb“ verliehen. Drei Forstbetriebe aus den Kantonen Aargau, Graubünden und Fribourg wurden für ihre Bemühungen in der Arbeitssicherheit und im Gesundheitsschutz ausgezeichnet. Weitere zwei Betriebe aus den Kantonen Wallis und Waadt erhielten ein Diplom. Obwohl die Unfallzahlen im Forst rückläufig sind, ist die Unfallhäufigkeit bei den Lernenden bedenklich.

In der Forstwirtschaft hat in den letzten Jahren - vor allem aufgrund eines enormen Preis- und Kostendruckes - ein deutlicher Strukturwandel stattgefunden. Dies hatte wiederum einen massiven Leistungsdruck zur Folge. Daraus ergeben sich neue Gefahren für die Gesundheit und die Sicherheit der Mitarbeitenden. Umso wichtiger ist die Prävention. Hierfür braucht es jedoch das Engagement jedes Einzelnen. An der heutigen Auszeichnung in Seon zeigte sich Edouard Currat, Mitglied der Suva-Geschäftsleitung, denn auch erfreut, dass die Unfallzahlen bei den Suva versicherten Forstbetrieben trotz der widrigen wirtschaftlichen Umstände in den letzten Jahren weiterhin rückläufig sind. So sind heute 30 Prozent weniger Unfälle als noch vor 15 Jahren zu verzeichnen. „Ich bin überzeugt, dass dies die Früchte der langjährigen, gemeinsamen Präventionsanstrengungen sind,“ sagte Currat. Aber immer noch lagen im vergangenen Jahr die Unfälle im Forst mit 296 Unfällen pro 1'000 Vollbeschäftigen im Branchenvergleich weit vorne. Deshalb legt die Suva in ihrer Präventionsarbeit - nach den technischen und organisatorischen Massnahmen - neu den Schwerpunkt auf die persönlichen Massnahmen.
Lehrlinge verunfallen häufiger

Überdurchschnittlich hoch ist das Unfallgeschehen bei den Lernenden. 45 Prozent aller Lernenden im Forst verunfallen im Laufe eines Jahres (Quelle Auswertung Berufsunfälle Forst 2003). Mit anderen Worten: Jeder zweite Lernende hat während eines Arbeitsjahres einen Unfall. Damit belegt der Forst im Branchenvergleich einen Spitzenplatz. Deshalb ist es der Suva ein Anliegen, dass bereits in der Ausbildung mehr Wert auf die Arbeitssicherheit gelegt wird. Entsprechende Forderungen brachte sie in der soeben abgeschlossenen Vernehmlassung für die Verordnungen zum neuen Berufsbildungsgesetz ein. In Zukunft sollen unter Mitwirkung der Suva die Arbeitssicherheit und der Gesundheitsschutz besser in der Berufsbildung verankert werden. Dabei ist auch der unfallträchtige Turnunterricht ein Thema. In Zusammenarbeit mit den Suva-Agenturen Bern und Zentralschweiz wird in den Berufsschulen Thun und Altdorf ein Pilotprojekt durchgeführt. Damit soll längerfristig die Zahl der Unfälle im Lehrlingsturnern reduziert werden.

Preisträger „Vorbildlicher Forstbetrieb“ 2006 - Ausgezeichnete BetriebeHauptpreise – prämiert mit je 3'000 Franken
  • Forstbetriebsgemeinschaft Seon-Dürrenäsch-Teufenthal, Seon (AG)
  • Forstbetrieb Pontresina/Samedan (GR)
  • Equipe forestière de La Bourgeoisie de la Ville de Fribourg (FR)
Diplomierte Betriebe
  • Forstbetrieb Massa, Naters (VS)
  • Service des forêts, commune d’Aigle (VD)
Lernende verunfallen am häufigsten

Das erhöhte Berufsunfallrisiko der Lernenden erklärt sich zum Teil dadurch, dass Unfälle im Rahmen des Turnunterrichts und anderer obligatorischer Anlässe, etwa Sporttage, durch die Berufsunfallversicherung gedeckt sind. Die Unfallursachenstatistik zeigt, dass fast 14 Prozent der Berufsunfälle aller bei der Suva versicherten Lernenden (alle Branchen) zwischen 18 und 22 Jahren in die Rubrik „Sport, Spielen, Raufen“ fallen. Bei gut 3 Prozent aller Fälle sind zudem „Spiel-, Turn- und Sportgeräte“ beteiligt. Bei den übrigen Arbeitnehmenden (alle Branchen) zwischen 18 und 22 Jahren passieren nur knapp 3 Prozent der Berufsunfälle beim Sport, Spielen oder Raufen und bei weniger als 1 Prozent der Fälle sind Spiel- Turn- und Sportgeräte beteiligt.

Weitere Auskünfte an Medienschaffende erteilt:

Barbara Salm, Public Relations, Suva, Fluhmattstrasse 1, 6002 Luzern,
Tel. 041 419 50 25, Fax 041 419 60 62, E-Mail: barbara.salm@suva.ch 

Jean-Luc Alt, Relations publiques Suisse romande, Suva, 1701 Fribourg,
Tel. 026 350 37 81, Fax 026 350 36 23, E-Mail: jeanluc.alt@suva.ch 

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Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts versichert die Suva rund 100'000 Unternehmen bzw. 1,8 Millionen Berufstätige und Arbeitslose gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Im Auftrag des Bundes führt sie auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Ihre Kunden können kompetente, ergebnisorientierte Arbeit und eine faire, zuvorkommende Behandlung erwarten. Die Suva arbeitet selbsttragend, ohne Subventionen. Gewinne kommen den Versicherten zugute. Im Verwaltungsrat sind Arbeitgeber, Arbeitnehmer und der Bund vertreten.