Diplome für Sicherheitsingenieure

Am 30. Juni können in Fribourg 40 neue Sicherheitsingenieure ihr Diplom entgegennehmen. Für die Eidgenössische Koordinationskommission für Arbeitssicherheit (EKAS) spielen die Sicherheitsingenieure für das gute Funktionieren unserer Wirtschaft eine bedeutende Rolle.

2006 haben 27 Teilnehmer aus der Deutschschweiz, 12 aus der Romandie und ein Teilnehmer aus dem Tessin die Ausbildung zum Sicherheitsingenieur absolviert. Die Verleihung des Diploms markiert den erfolgreichen Abschluss eines spezialisierten Lehrgangs, den die Suva im Auftrag der EKAS durchführt. In seiner Rede anlässlich der Diplomfeier hob Anton Güggi, Geschäftsführer der EKAS, die grosse Bedeutung hervor, welche die Sicherheitsingenieure für ein gutes Funktionieren unserer Wirtschaft haben.
Ausfälle sind auf Absenzen zurückzuführen
Die Arbeit eines Sicherheitsingenieurs besteht nicht nur darin, Risiken am Arbeitsplatz zu erkennen und zu eliminieren. „Ein Sicherheitsingenieur muss insbesondere sicherstellen, dass alle Mitarbeitenden eines Betriebs lernen, sicherheitsbewusster zu arbeiten. Er muss jeden Arbeitnehmer, jede Arbeitnehmerin dazu bringen, Fehler zu vermeiden und Mängel zu beseitigen.“ Nur mit einer solchen Sicherheitskultur können Absenzen vermieden werden, deren Ursachen oftmals Fehler und Ausfälle infolge Arbeitsüberlastung der Kollegen sind.
Sicherheit: eine Unternehmenskultur
Die Sicherheitsingenieure müssen in der Lage sein, das in den EKAS-Lehrgängen erworbene Wissen in der Praxis anzuwenden und für jedes Problem eine passende Lösung zu finden. Für Anton Güggi ist es wichtig, „dass dieser Spezialist häufig im Betrieb präsent ist. Er muss mit dem Personal sprechen, ihm aber auch zuhören und die Meinung von jedem Mitarbeiter, jeder Mitarbeiterin zur Problemlösung berücksichtigen“. Auch der Kontakt zur Geschäftsleitung des Unternehmens ist wichtig. Eine Sicherheitskultur kann in einem Betrieb nämlich nur gelebt werden, wenn sie von allen, vom Direktor bis zum Lehrling, angewendet wird.
Indirekte Kosten viermal höher
Für die Unternehmen lohnen sich entsprechende Massnahmen sowohl in menschlicher Hinsicht als auch bezüglich Image und Kosteneinsparungen. Denn gemäss Anton Güggi „verursacht ein infolge Krankheit oder Unfall fehlender Arbeitnehmender dem Betrieb indirekte Kosten, die viermal höher sind als die Versicherungskosten“. Denn: Das Fehlen eines Mitarbeiters, einer Mitarbeiterin beeinträchtigt den reibungslosen Betriebsablauf; Ersatzpersonal muss ausgebildet und bezahlt werden, die Kollegen und Kolleginnen müssen Überstunden leisten und der Produktionsablauf ist beeinträchtigt.

2004 beliefen sich die Taggeldkosten (Ausfalltage) im Bereich der obligatorischen Unfallversicherung auf 1,574 Milliarden Franken. Dies entspricht ungefähr 12,8 Millionen Arbeitstagen. Folglich trugen die Unternehmen in der Schweiz indirekte Kosten von rund 6 Milliarden Franken. Darin sind die Kosten für krankheitsbedingte Absenzen nicht berücksichtigt, die noch höher sind. Für immer mehr Unternehmen ist denn auch die wirtschaftliche Bedeutung von Absenzen ein wichtiges Thema. Dies zeigt die steigende Nachfrage nach EKAS-Lehrgängen.
Auskunft an Medienschaffende erteilt:
Ruedi Hauser, Kursleiter, Suva Luzern, Tel. 041 419 51 86 oder Natel 079 278 99 41

Informationen  

Bilder der Diplomfeier erhalten Sie unter Tel. 026 350 37 81.

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Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts versichert die Suva rund 100'000 Unternehmen bzw. 1,8 Millionen Berufstätige und Arbeitslose gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Im Auftrag des Bundes führt sie auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Ihre Kunden können kompetente, ergebnisorientierte Arbeit und eine faire, zuvorkommende Behandlung erwarten. Die Suva arbeitet selbsttragend, ohne Subventionen. Gewinne kommen den Versicherten zugute. Im Verwaltungsrat sind Arbeitgeber, Arbeitnehmer und der Bund vertreten.