Erfolgreiche Lern-CD "white risk" von SuvaLiv und SLF

Immer mehr Wintersportler suchen das Abenteuer abseits der Piste. Das Varianten- und Tourenfahren gewinnt an Beliebtheit, dementsprechend steigt auch das Lawinenunfallrisiko. Mit „white risk“, der interaktiven Lern-CD von SuvaLiv und dem Eidg. Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF in Davos, sollen Varianten- und Tourenskifahrer das Lawinenrisiko kennen lernen und richtig einschätzen. Das Interesse ist gross: Seit der Lancierung im Januar 2006 wurden bereits mehr als 15'000 Stück verkauft.

Mit den ersten grossen Schneefällen in den Bergen steigt auch das Risiko von Lawinenniedergängen. Wer dann abseits der Piste unterwegs ist, begibt sich oftmals in Gefahr. 150 Lawinenzwischenfälle ereignen sich jedes Jahr in der Schweiz. Diese fordern rund 25 Todesopfer und fast ebenso viele Verletzte. Von allen Wintersportlern, die in einen Lawinenunfall verwickelt werden, kommt dabei laut Erhebung des Eidg. Instituts für Schnee- und Lawinenforschung SLF jeder fünfte ums Leben. Bei jenen, die von einer Lawine ganz verschüttet werden, überlebt laut Statistik sogar nur jeder zweite. Es ist deshalb für Varianten- und Tourenfahrer entscheidend, dass sie das Risiko, dem sie sich aussetzen, kennen und richtig einschätzen.
Grosse Nachfrage
Deshalb haben SuvaLiv und das SLF eine interaktive CD-ROM zur Prävention von Lawinenunfällen erarbeitet, die im Januar 2006 lanciert wurde. Seitdem sind bereits mehr als 15'000 Stück verkauft worden. Stephan Harvey, Autor von «white risk» und Lawinenexperte beim SLF, freut sich über diesen Erfolg. „Die guten Absatzzahlen zeigen das grosse Bedürfnis der Wintersportler nach Informationen zum komplexen Thema Lawinen.“ Ebenso wichtig wie die Information über die Gefahren von Lawinen ist die Erfahrung im Gelände. "Wer sich abseits der Piste aufhält, geht immer ein erhöhtes Risiko ein,“ sagt Edith Müller, Kampagnenleiterin Schneesport bei der Suva. „Dieses Risiko kann minimiert werden, wenn sich die Leute die nötigen Kenntnisse aneignen und sich korrekt vorbereiten. Was ihnen dann noch fehlt, ist die Erfahrung im Gelände, und diese soll unbedingt mit einer Fachperson – z.B. einem Bergführer – gesammelt werden."

Obwohl in den letzten Jahren die Anzahl Freerider und Tourenfahrer stark zugenommen hat, ist die Anzahl tödlicher Lawinenunfälle nicht gestiegen. Dies ist sicher auch ein Erfolg der verschiedenen Präventionsmassnahmen. Es wäre aber falsch, anhand der Todesfallstatistik den Erfolg der einzelnen Massnahmen zu quantifizieren, denn das Lawinenrisiko hängt stark von den lawinenbildenden Faktoren wie Schnee- und Wetterbedingungen ab. Aus diesen Bedingungen ergibt sich die Lawinengefahr, die vom einzelnen Sportler richtig eingeschätzt werden muss. Genau da setzt die CD „white risk“ an: Sie hilft den Freeridern und Variantenfahrern, die Gefahr besser einzuschätzen und nennt wichtige Quellen, wo die nötigen Informationen wie z.B. das täglich aktuelle Lawinenbulletin des SLF eingeholt werden können.
Inhalt von «white risk»
Die interaktive Lern-CD «white risk» vermittelt das komplexe Thema der Lawinenkunde auf einfache und unterhaltsame Art in Form eines explorativen Lernwegs. Zahlreiche Animationen, Fotos, Filme, Sprechtexte und Übungen veranschaulichen die Sachthemen. Das dreistufige Navigationskonzept verläuft selbsterklärend von einfachen bis hin zu komplexen Themen, sodass die CD sowohl für Anfänger als auch für Profis geeignet ist. Für Varianten- und Tourenfahrer ist sie eine sehr nützliche Informationsquelle und Hilfe für eine sichere Routenwahl.

Die CD «white risk» ist in deutscher, französischer und neu auch in englischer Sprache erhältlich. Sie eignet sich sowohl für die Ausbildung wie auch für den privaten Gebrauch. Die CD kostet 19 Franken und kann bei der Suva, beim SLF  oder unter www.whiterisk.ch  bestellt werden.

Im Winter 2005/2006 kamen 24 Wintersportler bei Lawinenunfällen ums Leben. Die Zahl der tödlichen Unfälle schwankt jedoch stark von Jahr zu Jahr. Auch das Verhältnis zwischen tödlich verunglückten Tourenfahrern und Freeridern hängt von saisonalen Umständen ab. Insgesamt hat die Zahl der Schneesportler, die im freien Gelände unterwegs sind, in den letzten Jahren deutlich zugenommen, während die Zahl der tödlichen Lawinenunfälle stabil geblieben ist.
Auskunft an Medienschaffende erteilen:
Barbara Salm, Public Relations, Suva, Fluhmattstrasse 1, 6002 Luzern,
Tel. 041/419 50 25, Natel 079/326 26 90, Fax 041/419 60 62, E-Mail: barbara.salm@suva.ch 

Julia Wessels, Öffentlichkeitsarbeit, SLF, Flüelastrassse 11, 7260 Davos Dorf,
Tel. 081/417 02 86, Fax 081/417 01 10, E-Mail: wessels@slf.ch 

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Die Suva ist ein selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts und versichert rund 100'000 Unternehmen bzw. 1,8 Millionen Berufstätige und Arbeitslose gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Im Auftrag des Bundes führt sie auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Ihre Kunden können kompetente, ergebnisorientierte Arbeit und eine faire, zuvorkommende Behandlung erwarten. Die Suva arbeitet selbsttragend, ohne Subventionen. Gewinne kommen den Versicherten zugute. Im Verwaltungsrat sind Arbeitgeber, Arbeitnehmer und der Bund vertreten.

Das Eidg. Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF, Davos ist Teil der Eidg. Forschungsanstalt WSL und somit des ETH-Bereichs. Seine Aufgaben sind Forschung und Dienstleistungen rund um Schnee, Naturgefahren und alpine Ökosysteme. Sein wohl bekanntestes Produkt ist das Lawinenbulletin, das während der Wintersaison (November bis Mai) zweimal täglich heraus gegeben wird. Für Sicherheitsverantwortliche von Schneesportgebieten und von der öffentlichen Hand, für Bergführer und auch für Private ist das Bulletin eine wichtige Informationsquelle, um Lawinenunfällen vorzubeugen. Das SLF beschäftigt heute rund 120 Personen: Forschende, technische und administrative Mitarbeitende wie auch Lehrlinge, Praktikanten und Diplomanden. Der Sitz des SLF ist Davos. Mehr Informationen über das SLF und über die aktuelle Lawinenlage: www.slf.ch