1. Mai 2007: Welt-Asthma-Tag

Mehl ist die Hauptursache für berufsbedingte Asthmaerkrankungen in der Schweiz. Die Suva anerkennt pro Jahr etwa 40 Fälle dieses Asthmas, das durch Mehl und Getreide verursacht wird. Für die Bäcker oder Müller, die ihren Beruf aufgeben müssen, ist die Suva die einzige Instanz, die berechtigt ist, eine Nichteignungsverfügung bezüglich des Kontakts mit der verursachenden Substanz zu erlassen.

In der Schweiz sind rund 7 Prozent der erwachsenen Bevölkerung von Asthma betroffen. Die Liste der möglichen Asthmaverursacher umfasst über 200 chemische, biologische, organische und anorganische Stoffe. Im Berufsleben sind Mehl und Getreide (29 Prozent) sowie Isocyanate* (18 Prozent) die Hauptursachen – siehe beiliegende Grafik). *Isocyanate sind chemische Substanzen, die in bestimmten Lacken und Industrieklebern enthalten sind.
Vorbeugung und Behandlung
Diese Berufskrankheit kann nicht geheilt werden, solange die Exposition andauert. Lediglich die Symptome können gemildert werden. Daher ist es wesentlich, dass der Betroffene die Mehlstaubbelastung durch sein Verhalten, durch Schutzmassnahmen, Belüftung und die Wahl geeigneter Maschinen möglichst gering hält. Die Suva hat eine Informationsschrift mit dem Titel «Bäckerasthma – muss das sein? Vorbeugung und Behandlung» herausgegeben.
Anerkennung als Berufskrankheit
Die Suva anerkennt etwa 140 Fälle von Berufsasthma pro Jahr, von denen 29 Prozent durch Mehl und Getreide verursacht werden, was 40 Fällen entspricht. Dazu kommen die 90 Fälle der anderen UVG-Versicherer. Bäcker und Müller sind davon am häufigsten betroffen. Mehr als die Hälfte der an dieser Krankheit leidenden Personen müssen ihren Beruf aufgeben und sich beruflich neu orientieren.
Nichteignungsverfügung: 70 Fälle im Jahresdurchschnitt
Im Falle eines mittelschweren bis schweren Mehlasthmas muss in ca. 70 Fällen pro Jahr eine Nichteignungsverfügung (NEV) erlassen werden. Gemäss Art. 78 der Verordnung über die Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten (VUV) ist ausschliesslich die Suva dazu berechtigt, eine Nichteignungsverfügung zu erlassen. Die anderen UVG-Versicherer und die Arbeitgeber müssen der Suva alle Arbeitnehmenden melden, deren weitere Eignung für die bisherige Tätigkeit in Frage gestellt sein könnte.

Eine NEV kann nur dann erlassen werden, wenn die Gesundheit des oder der Arbeitnehmenden durch die Fortsetzung der bisherigen Tätigkeit ernsthaft gefährdet ist. Die Verfügung muss die Arbeitnehmenden auf ihre Möglichkeiten aufmerksam machen, eine Beratung und eine Entschädigung in Anspruch zu nehmen. Nach der NEV ist die Invaliditätsversicherung für eine Wiedereingliederung bzw. Umschulung zuständig.
Medizinische Definition
Mehl- oder Bäckerasthma ist, wie jedes Bronchialasthma, durch Anfälle von Atemnot gekennzeichnet, die auf vier Phänomene im Bereich der Lunge zurückzuführen sind: Kontraktion der Bronchialmuskulatur, Anschwellen der Schleimhaut der Atemwege, erhöhte Schleimproduktion durch die Schleimhaut der Atemwege und chronische Schleimhautentzündung. Dies führt zu einer Verengung der Atemwege und somit zur Atemnot.
Zuständigkeiten der Suva
Die Suva ist für die Verhütung von Berufskrankheiten in jedem Wirtschaftssektor zuständig. Allerdings versichert sie nur solche Unternehmen gegen die Risiken von Berufskrankheiten, die ihr gemäss Artikel 66 UVG zugeordnet werden – im vorliegenden Fall sind dies die Grossbäckereien und die grossen Müllereibetriebe.
Auskunft an Medienschaffende erteilen:
Dr. med. Markus Hofmann, Arbeitsmediziner, Suva, Lagerhausstasse 15, 8401 Winterthur,
Tel. 052/265 72 81, Fax 052/265 70 18, markus.hofmann@suva.ch 

Barbara Salm, Public Relations, Suva, Fluhmattstrasse 1, 6002 Luzern,
Tel. 041/419 50 25, Fax 041/419 60 62, barbara.salm@suva.ch 

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Die Suva ist ein selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts und versichert rund 100'000 Unternehmen bzw. 1,8 Millionen Berufstätige und Arbeitslose gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Im Auftrag des Bundes führt sie auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Ihre Kunden können kompetente, ergebnisorientierte Arbeit und eine faire, zuvorkommende Behandlung erwarten. Die Suva arbeitet selbsttragend, ohne Subventionen. Gewinne kommen den Versicherten zugute. Im Verwaltungsrat sind Arbeitgeber, Arbeitnehmer und der Bund vertreten.