Die Statistik der Militärversicherung 2007 ist erschienen

Die Militärversicherung hat im Jahr 2006 rund 206 Millionen Franken für Versicherungsleistungen aufgewendet. Das ist ein Rückgang um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dafür verantwortlich sind insbesondere der Rückgang an Rentenbezügern sowie Leistungskürzungen im Rahmen des Entlastungsprogramms 2004 des Bundes.

Wie die von der Suva herausgegebene Statistik der Militärversicherung zeigt, ist die Zahl der neu registrierten Fälle 2006 im Vergleich zum Vorjahr um 5 Prozent auf rund 32'800 Fälle zurückgegangen. 54 Prozent davon waren so genannte Bagatellfälle von Milizangehörigen. Das sind Fälle, die noch während der Dienstzeit abgeschlossen werden können und lediglich Heilkosten verursachen.
Gegenläufige Entwicklung bei Krankheitsfällen und Unfällen
Die Zahl der anerkannten ordentlichen Fälle ist um 6,5 Prozent auf rund 13'100 zurückgegangen, obwohl die Zahl der versicherten Tage gleichzeitig um rund 2 Prozent zugenommen hat. Der Rückgang der Fallzahlen ist vollumfänglich auf die Krankheitsfälle zurückzuführen (-11,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Die Zahl der Unfälle hat hingegen um 7,2 Prozent zugenommen.

Die aktuelle Entwicklung der Fallzahlen hat vorerst keinen unmittelbaren Einfluss auf die Kosten. Von den rund 206 Millionen Franken, die für Versicherungsleistungen aufgewendet wurden, gehen nämlich über zwei Drittel auf das Konto von Fällen, die vor fünf oder mehr Jahren registriert worden sind. Die Kostenentwicklung in der Militärversicherung ist stark vom Krankheits- und Unfallgeschehen der Vergangenheit geprägt, als noch wesentlich mehr Dienst geleistet wurde. In den letzten zwanzig Jahren hat die Zahl der Diensttage von Armeeangehörigen um über die Hälfte abgenommen. Noch stärker ist der Rückgang der Diensttage im Zivilschutz (-70 Prozent).
Rentenkosten bestimmen die Entwicklung der Gesamtkosten
Über 60 Prozent der Leistungen der Militärversicherung werden in Form von Renten ausgerichtet. Im Jahr 2006 waren dies rund 127 von 206 Millionen Franken. 49 Millionen Franken entfallen auf Heilkosten und 30 Millionen Franken auf Taggelder.

Der Kostenrückgang von 5,2 Millionen Franken bei den Rentenleistungen (-4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) ist zu rund einem Viertel auf das Entlastungsprogramm 2004 des Bundes (EP 04) zurückzuführen. Im Rahmen des EP 04 wurden die Leistungsansätze für Invaliden- und Integritätsschadenrenten an die Ansätze anderer Sozialversicherungszweige angenähert.

Seit 1994 erhalten Invalidenrentenbezüger der MV beim Erreichen des Pensionsalters eine um die Hälfte reduzierte Rente, die sogenannte Altersrente. Nach Ablauf der Übergangsfrist beginnt sich diese Massnahme nun stärker auszuwirken: 2006 konnten aus diesem Grund 400'000 Franken eingespart werden.

Der grösste Teil des Kostenrückgangs geht jedoch nach wie vor auf die sinkende Zahl an Rentenbezügern zurück.
Abnehmende Zahl von Rentenbezügern auch in Zukunft
Rund 60 Prozent der Invalidenrentenbezüger der Militärversicherung sind über sechzig, 20 Prozent gar über achtzig Jahre alt. Sie haben die Gesundheitsschädigung, die schliesslich zu einer Rente geführt hat, vor vielen Jahren, zum Teil gar in der Aktivdienstzeit während des Zweiten Weltkrieges erlitten. Auf Grund der Altersstruktur des Rentnerbestandes ist die Zahl der Invalidenrentner, die durch Tod ausscheiden, seit einiger Zeit grösser als die Zahl der neuen Rentenbezüger. Als Folge davon sinkt der Bestand der Invalidenrentenbezüger, was zu tieferen Rentenkosten führt. Mittelfristig wird dieser Trend anhalten.

Die Entwicklung des Bestandes der Hinterlassenenrenten verläuft ähnlich wie bei den Invalidenrenten. Hier sind über 40 Prozent der (vorwiegend weiblichen) Rentenbezügerinnen über 80 Jahre alt. Im Durchschnitt der letzten fünf Jahre ist dieser Bestand um über 3 Prozent jährlich zurückgegangen. Auch hier ist nicht von einer Trendwende auszugehen.
Die Militärversicherung bei der Suva
Seit dem 1. Juli 2005 führt die Suva die Militärversicherung. Auf die Versicherungs-leistungen hatte dieser Wechsel keine Auswirkungen: Die Militärversicherung bildet weiterhin einen eigenen Sozialversicherungszweig, dessen Aufgaben gesetzlich festgelegt sind. Die Versicherten der Militärversicherung können hingegen neu vom New Case Management der Suva profitieren. Zudem wird angestrebt, die Verwaltungskosten der Militärversicherung deutlich zu reduzieren.
Versicherungsdeckung
Die Militärversicherung versichert Personen, welche im Rahmen von Sicherheits- und Friedensdiensten des Bundes Einsätze leisten. Zur Hauptsache sind dies Milizangehörige von Armee, Zivildienst und Zivilschutz. Auch Teilnehmer an friedenserhaltenden Aktionen des Bundes und Angehörige des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe (SKH) sind versichert. Des Weiteren gehören beruflich Versicherte (Berufsmilitär, Zeitmilitär, Zivilschutzinstruktoren des Bundes usw.) zum Versichertenbestand. Schliesslich können sich Berufsmilitär nach ihrer Pensionierung weiterhin für die Grundleistungen (Krankheit und Unfall) freiwillig versichern lassen. Gegenstand der Militärversicherung sind alle Schädigungen der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit des Versicherten, die während der Dienste und Einsätze auftreten, unabhängig davon, ob die Schäden durch Krankheit oder Unfall hervorgerufen worden sind.
Weitere Auskünfte an Medienschaffende erteilt:
Alois Fässler, Suva, Bereich Statistik, Fluhmattstrasse 1, 6002 Luzern. Tel. 041 419 56 98, Fax 041 419 59 41, alois.faessler@suva.ch