Suva gibt Präventionstipps für Lehrlinge

Lernende haben ein deutlich höheres Unfallrisiko am Arbeitsplatz als ausgebildete Berufsleute. Zum Internationalen Tag der Jugend vom 12. August gibt die Suva Präventionstipps für die startenden Lehrlinge. Dabei macht sie auch auf die verschiedenen Informationsmittel aufmerksam.

Raus aus der Schulbank und rein ins Berufsleben: Das gilt derzeit für zahlreiche Schulabgänger, die eine Berufslehre beginnen. In der Schweiz gibt es rund 180'000 Lehrlinge. Davon verunfallen jährlich ungefähr 60'000, d.h. grundsätzlich erleidet jeder Lehrling im Laufe seiner Ausbildung mindestens einen Unfall. 38 Prozent dieser Unfälle ereignen sich im Beruf. Das Berufsunfallrisiko eines Lehrlings ist damit rund 1,7 Mal grösser als jenes einer ausgelernten Fachperson im gleichen Beruf.
Risiken falsch einschätzen
Die Gründe für das höhere Unfallrisiko am Arbeitsplatz sind vielfältig: Entscheidend sind die noch fehlenden Kenntnisse der Lehrlinge über Risiken und Belastungen am Arbeitsplatz sowie die mangelnde Berufserfahrung. Nicht zufällig verunfallen Arbeitnehmende im ersten halben Jahr in einem neuen Job häufiger als der Durchschnitt der Beschäftigten. Deshalb ist es besonders wichtig, dass die Einsteiger umfangreich und sorgfältig eingeführt und instruiert werden. Dazu zählen Informationen über Betriebs- und Arbeitsabläufe genauso wie Sicherheit und Gesundheitsschutz am neuen Arbeitsplatz.Die meisten Unfälle ereignen sich, weil der Mensch das Risiko falsch einschätzt und seine Fähigkeiten überschätzt. Das gilt vor allem für ungewohnte Situationen. „Lieber einmal zu viel fragen, auch wenn es manchmal schwer fällt“, empfiehlt deshalb Ruedi Rüegsegger, Arbeitspsychologe bei der Suva. „Sogenannte „alte Hasen“ können sich oft gar nicht mehr vorstellen, wie schwierig eine Aufgabe sein kann, wenn man sie noch nie ausgeführt hat. Für sie ist vieles klar und sie tendieren dazu, die Neuen zu überfordern.“ Deshalb sollten Lehrlinge ermuntert werden, dass sie ungeniert sagen dürfen, wenn etwas zu schnell ging oder einer nochmaligen Erklärung bedarf.
Sicherheit als Schulfach

Die Suva setzt sich seit vielen Jahren dafür ein, dass die Arbeitssicherheit bereits in der Ausbildung systematisch thematisiert wird. Derzeit existieren rund 150 Checklisten und Lerneinheiten für Vorgesetzte und Lernende. Informiert wird darin über allgemeine Themen wie z.B. Ergonomie, Suchtmittel, persönliche Schutzausrüstung und Lärmschutz. Darüber hinaus gibt es aber auch Unterlagen über den Umgang mit gefährlichen Arbeitsmitteln wie z. B. Baukreissägen, Pressen oder Silos. Die Spezialisten der Suva engagieren sich auch bei der Erarbeitung neuer Lernmittel. Denn eines ist sicher: Auch Sicherheit will gelernt sein!

Tipps für einen unfallfreien Start ins Berufsleben
  • Nachfragen ist besser als improvisieren.
  • Nach 20 Minuten Einwegkommunikation (Monolog, Referate) Pausen verlangen, damit die grosse Informationsfülle verarbeitet werden kann.
  • Auf schriftlichen Unterlagen und Dokumentationen bestehen. So kann das Gelernte wiederholt und nachgeschlagen werden.
  • Eigenes Tempo wählen: Zeitdruck und Bequemlichkeit verführen zu unüberlegtem Handeln.
Weitere Auskünfte an Medienschaffende erteilen:

Angela Zobrist, Public Relations, Suva, Fluhmattstrasse 1, 6002 Luzern, Tel. 041 419 54 76, Fax 041 419 60 62, angela.zobrist@suva.ch 

Dr. Ruedi Rüegsegger, Arbeitspsychologe, Suva, Bereich Freizeitsicherheit/Gesunder Betrieb, Tel. 041 419 60 33, Fax 041 419 60 62, ruedi.rueegsegger@suva.ch 

Die Suva ist ein selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts und versichert rund 100'000 Unternehmen bzw. 1,8 Millionen Berufstätige und Arbeitslose gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Im Auftrag des Bundes führt sie auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Ihre Kunden können kompetente, ergebnisorientierte Arbeit und eine faire, zuvorkommende Behandlung erwarten. Die Suva arbeitet selbsttragend, ohne Subventionen. Gewinne kommen den Versicherten zugute. Im Verwaltungsrat sind Arbeitgeber, Arbeitnehmer und der Bund vertreten.
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