Suva lanciert neue Präventionskampagne in der Arbeitssicherheit

In jedem zweiten Unternehmen werden Schutzeinrichtungen an Maschinen und Anlagen ausser Kraft gesetzt. Dies erhöht das Unfallrisiko für die Angestellten massiv. Mit der neu lancierten Präventionskampagne «Stop dem Manipulieren von Schutzeinrichtungen» will die Suva diesen Missstand bekämpfen. Sie sensibilisiert heute die Branchenverbände an einer Fachtagung in Luzern.

Das Ergebnis einer repräsentativen Telefonbefragung im Auftrag der Suva unter 300 Unternehmen in der ganzen Schweiz ist alarmierend: 37 Prozent der Betriebe geben selber an, dass an ihren Produktionsmaschinen und automatischen Anlagen Schutzeinrichtungen demontiert oder unwirksam gemacht werden. Die Arbeitssicherheitsspezialisten der Suva haben aufgrund einer breit angelegten Stichprobenkontrolle festgestellt, dass sogar in jedem zweiten Betrieb Schutzeinrichtungen manipuliert werden. Wird beispielsweise ein Überwachungsschalter ausser Kraft gesetzt, stoppt die Maschine nicht mehr automatisch, wenn die Schutzeinrichtung geöffnet wird. 80 Prozent der Befragten unterschätzten das daraus resultierende Unfallrisiko massiv und überschätzen ihre eigenen Fähigkeiten. Das kann schwere Folgen haben, denn Manipulationen sind oft die Ursache von schweren oder gar tödlichen Unfällen.

Aus diesem Grund führt die Suva heute in Luzern eine Fachtagung durch, auf der die Vertreter der Branchenverbände über die neue SuvaPro-Kampagne «Stop dem Manipulieren von Schutzeinrichtungen» informiert werden. Sie sollen diese unterstützen und die Unternehmen in ihren Branchen sensibilisieren.
Verschärfte Kontrollen und Hilfestellungen
Die Suva appelliert mit dieser Kampagne nicht nur an die ethische Verantwortung der Arbeitgeber. Sie ruft ihnen auch ins Bewusstsein, dass Manipulationen nicht nur gefährlich, sondern schlicht verboten und strafbar sind. Verstärkte Kontrollen sind deshalb ein zentrales Element der Kampagne. Werden Manipulationen festgestellt, hat der Arbeitgeber mit Konsequenzen zu rechnen, die bis zur sofortigen Stilllegung der Anlage reichen können. «Auch mit der Schutzeinrichtung kann effizient gearbeitet werden», sagt Armin Zimmermann, Bereich Gewerbe und Industrie der Suva. Auf der heutigen Fachtagung zeigt die Suva Lösungsansätze dafür auf. «Solche Anstrengungen», sagt Zimmermann, «helfen mit, nebst der Sicherheit, auch die Qualität und Produktivität in einer Unternehmung zu steigern.»
Auskunft an Medienschaffende erteilt:
Gabriela Hübscher, Public Relations, Suva, Fluhmattstrasse 1, 6002 Luzern,
Telefon 041 419 55 32, Fax 041 419 60 62, gabriela.huebscher@suva.ch 

Die Suva ist ein selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts und versichert rund 100 000 Unternehmen bzw. 1,8 Millionen Berufstätige und Arbeitslose gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Im Auftrag des Bundes führt sie auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Ihre Kunden können kompetente, ergebnisorientierte Arbeit und eine faire, zuvorkommende Behandlung erwarten. Die Suva arbeitet selbsttragend, ohne Subventionen. Gewinne kommen den Versicherten zugute. Im Verwaltungsrat sind Arbeitgeber, Arbeitnehmer und der Bund vertreten.