Grösste Schweizer Unfallversicherung feiert den 90. Geburtstag

Die Suva feiert Geburtstag: Am kommenden 1. April vor genau 90 Jahren hat die grösste Schweizer Unfallversicherung ihren Betrieb aufgenommen. Heute steht der Name Suva für gelebte Sozialpartnerschaft und vorbildliche Leistungen in den Bereichen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Die vom Bundesrat als wichtige und innovative Standardsetzerin bezeichnete Suva ist bereit für die Zukunft.

Am 1. April 1918 nahm die Suva – als Schweizerische Unfallversicherungsanstalt – den Betrieb auf. Den Grundstein hatte die Volksabstimmung im Jahr 1912 über das Kranken- und Unfallversicherungsgesetz (KUVG) gelegt. Dieses sah die Einführung der obligatorischen Unfallversicherung für einen wesentlichen Teil der Arbeitnehmenden vor und löste die Haftpflicht der Unternehmer ab, welche bis dahin auf Grund des Fabrikgesetzes bei Unfällen für den Schaden an den Arbeitern aufzukommen hatten.

Heute sorgen rund 2800 Mitarbeitende am Hauptsitz in Luzern, in den 19 Agenturen in allen Landesteilen sowie in den beiden Rehabilitationskliniken in Bellikon/AG und Sion/VS für eine optimale Kunden- und Patientenbetreuung. Die Suva versichert vornehmlich den industriellen und gewerblichen Sektor, der sich durch ein erhöhtes Unfall- und Berufskrankheitsrisiko auszeichnet sowie Teile der öffentlichen Verwaltung (Forst- und Bauämter, Abfuhrwesen etc.).

Die Suva finanziert sich selbst

Ursprünglich mit einem bescheidenen Startkapital des Bundes ausgestattet, kommt die Suva seit den 1930er Jahren ohne staatliche Unterstützung aus. Der Ertrag wird durch die geschickte Anlage des Kapitals an den Finanzmärkten erwirtschaftet. Durchschnittlich ein Drittel der Einnahmen stammten in den letzten 12 Jahren aus dem Kapitalertrag. Dank der Tatsache, dass die Suva als Sozialversicherung ausgestaltet ist, wird dieses Geld nicht an Aktionäre ausbezahlt, sondern es bleibt im System und hilft, die Prämien tief zu halten.

Prävention der Suva als Best Practice im In- und Ausland

Von Anfang an war es das Ziel der Suva, nicht nur für Körperschäden aufzukommen, sondern Unfälle und Berufskrankheiten möglichst zu verhindern und dadurch viel menschliches Leid zu vermeiden. Deshalb setzte die Suva seit jeher auf die Prävention und entwickelte eigene Sicherheitsprodukte für besonders gefährdete Branchen, etwa im Bausektor oder im holzverarbeitenden Gewerbe.

Gemäss einer Studie von ETH und HSG von Ende 2007 steht fest, dass Versicherungen dank bestehender Vertriebskanäle über eine ideale Ausgangslage für die Vermittlung von Präventionsinhalten verfügen. Besonders gut positioniert ist dabei die Suva, die als Pionierin gilt bei der Umsetzung von Unfall-Präventionsprogrammen und als Best Practice im In- und Ausland. Ein Beispiel: In der Vermeidung berufsbedingter Lärmschwerhörigkeit ist die Suva führend. Mit ihren Audiomobilen führt sie in der ganzen Schweiz für 200'000 lärmexponierte Arbeitnehmende Hörtests durch und sensibilisiert Arbeitnehmende für das Tragen des Gehörschutzes. Mit Erfolg: Die beruflich bedingte Lärmschwerhörigkeit ist heute viermal geringer als vor 30 Jahren.

New Case Management setzt Standards

Das wichtigste Anliegen der Suva ist es seit jeher, verunfallte Arbeitnehmende so bald als möglich wieder in den Erwerbsprozess zu integrieren. 1929 bis 2000 führte die Suva die Bäderklinik «Zum Schiff» in Baden. Dort eröffnete sie nur wenige Jahre nach dem Kauf eine Amputiertengehschule. 1974 und 1999 kamen die modernen Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion hinzu.

Besondere Massstäbe bei der Wiedereingliederung setzte die Suva mit dem New Case Management (NCM), das im Jahr 2003 eingeführt wurde. NCM setzt dort an, wo vor allem schwer Verunfallte in eine schwierige persönliche, berufliche, familiäre und soziale Lage geraten und sucht zusammen mit allen Beteiligten nach Lösungen, damit der Verunfallte wieder Tritt im Erwerbsleben fassen kann. Arbeitgeber, Ärzte und weitere Beteiligte spielen hier eine wichtige Rolle.

Heute bezahlt die Suva jeden Monat rund 120 Millionen Franken an 100 000 Invalidenrentner und Hinterbliebene.

Sozialpartnerschaft als Trumpf

Ein weiterer Vorteil ist die sozialpartnerschaftliche Führung der Suva. Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind zu gleichen Teilen im Verwaltungsrat vertreten und sorgen gemeinsam für ausgewogene Lösungen. Thomas Daum, Direktor des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes und Vizepräsident des Verwaltungsrates der Suva: «Die Arbeitgeber der stärker risikobehafteten Betriebe haben in der Suva einen Partner, der sie nicht nur versichert, sondern auch mit hoher Sachkompetenz bei der Förderung der Arbeitssicherheit und bei der Wiedereingliederung von verunfallten Mitarbeitern unterstützt.»

Aus der Sicht der Arbeitnehmenden meint Colette Nova, Geschäftsführende Sekretärin des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes und Vizepräsidentin des Verwaltungsrates der Suva: «Die Auswirkungen des Modells Suva können sich sehen lassen: ein hervorragendes Kosten-Nutzen-Verhältnis, eine erfolgreiche Präventions- und Rehabilitationstätigkeit. Eine Versicherung, die transparent ist und nichts zu verstecken hat.»

Kundennutzen steigern

Für Verwaltungsratspräsident Franz Steinegger gilt es denn auch, die Vorzüge der Suva für die Zukunft zu übernehmen. «Damit die Suva aber marktfähig bleibt und ihre Kompetenzen auch langfristig einsetzen kann, braucht sie die nötige Grösse. Besonders aber muss sie die Anliegen ihrer Kunden erfüllen können. Deshalb muss sie auch über die gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen hinausgehende Angebote offerieren können.» Franz Steinegger fordert deshalb, für die Suva im Rahmen der Revision des Unfallversicherungsgesetzes diesen Freiraum zu schaffen, einen Freiraum im übrigen, der laut Steinegger niemanden ernsthaft konkurrenziert, sondern volkswirtschaftlich sinnvoll ist.

Hier setzt auch Ulrich Fricker, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Suva ein: «Der Bundesrat hat bereits 2004 eine Studie in Auftrag gegeben, die belegt, dass die Suva die effizienteste aller Unfallversicherungen ist.» Von jedem investierten Franken gehen bei der Suva 95 Rappen als Leistungen an die Versicherten zurück. Bei den Privaten sind es nur 80 Rappen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Suva als öffentlich rechtliche Institution keine Aktionäre hat, an die Geld abfliesst, und dass durch die obligatorische Versicherung der Akquisitionsaufwand für die Gewinnung von Neukunden entfällt. Zudem bezeichnete der Bundesrat die Suva als wichtige und innovative Standardsetzerin im Bereich der obligatorischen Unfallversicherung.

Geschichte der Suva im Überblick: www.suva.ch/geschichte  

Kontaktperson für Medienschaffende

Erich Wiederkehr, Suva, Unternehmenskommunikation, Fluhmattstrasse 1,
6002 Luzern, Tel. 041 419 56 23, erich.wiederkehr@suva.ch@suva.ch 

Die Suva ist ein selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts und versichert rund 100'000 Unternehmen bzw. 1,8 Millionen Berufstätige und Arbeitslose gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Im Auftrag des Bundes führt sie auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Ihre Kunden können kompetente, ergebnisorientierte Arbeit und eine faire, zuvorkommende Behandlung erwarten. Die Suva arbeitet selbsttragend, ohne Subventionen. Gewinne kommen den Versicherten zugute. Im Verwaltungsrat sind Arbeitgeber, Arbeitnehmer und der Bund vertreten.

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