Lärm in den Betrieben: die Suva hört hin

In der Schweiz sind 200 000 Personen an ihrem Arbeitsplatz einer Lärmbelastung ausgesetzt, die ihr Gehör gefährdet. Gehörschäden sind nicht heilbar. Mit ungefähr 600 Fällen pro Jahr gehört die Lärmschwerhörigkeit zu den häufigsten Berufskrankheiten und damit zu den Prioritäten der Suva in der Prävention.

Die Suva belegt in der Prävention der beruflich bedingten Gehörschäden den ersten Rang. Im Jahr 2007 besuchten die Spezialisten für Audiometrie der Suva mit ihren fünf „Audiomobilen“ 4 500 Unternehmen in der ganzen Schweiz. Dabei überprüften Sie das Hörvermögen von über 45 000 Personen. Innerhalb von fünf Jahren konnten so an die 200 000 lärmexponierte Arbeitnehmende in 22 000 Unternehmen untersucht und beraten werden.

Erfolgreiche Prävention am Arbeitsplatz

Die berufsbedingte Schwerhörigkeit kommt heute viermal weniger häufig vor als noch vor 30 Jahren. Im gleichen Zeitraum hat die Tragquote von Gehörschutzmitteln am Arbeitsplatz bei den untersuchten Personen von 17 Prozent auf über 90 Prozent zugenommen. Ab einem Lärmpegel von 85 dB(A) während 2 000 Stunden pro Jahr ist das Tragen von Gehörschutzmitteln obligatorisch.

Die „Audiomobile“ sind mit sämtlichen Geräten ausgestattet, die für Gehöruntersuche notwendig sind. Die Spezialisten der Suva erreichen alle Gegenden des Landes, wo sie überall vor Ort Hörtests unter konstanten Bedingungen und nach dem stets gleichem Verfahren durchführen können.

Für alle Personen mit einer Lärmbelastung am Arbeitsplatz von 88 dB(A) und mehr sind regelmässige Präventivuntersuchungen vorgeschrieben. Arbeitnehmende, die einer tieferen Lärmbelastung ausgesetzt sind, d.h. von 85 bis 87 dB(A), was dem Lärm einer Fräsmaschine entspricht, können sich freiwillig untersuchen lassen. Hier ist der Arbeitgeber gehalten, die Mitarbeitenden über diese Möglichkeit zu informieren.

Zahlreiche Branchen sind vom Lärm betroffen: das Baugewerbe, die Industrie im Allgemeinen und die Musikbranche im Besonderen. So sind 76 Prozent aller Orchestermusiker mindestens einmal von einer Hörstörung betroffen, die auf ihren Beruf zurückzuführen ist. Auch in Musiklokalen, Konzertsälen, Bars, Diskotheken usw., werden die Ohren des Personals wie z.B. Techniker, Putz- und Sicherheitsdienst sowie Bedienungspersonal auf eine harte Probe gestellt. Eine von der Suva kürzlich durchgeführte Studie zeigt, dass Mitarbeitende, die in solchen Lokalen arbeiten, Lärmpegeln von 90 dB(A) oder mehr ausgesetzt sind.

Risiken in der Freizeit

Musik führt nicht nur bei Erwerbstätigen zu Schädigungen des Gehörs. Auch der Besuch von Musik- und Konzertsälen oder beispielsweise der Gebrauch von MP3-Geräten können sich negativ auf das Gehör jedes Einzelnen auswirken. Untersuchungen der Suva haben 2006 ergeben, dass ein MP3-Gerät mit Originalkopfhörern bei maximaler Lautstärke Musik wiedergeben kann, die ebenso schädlich ist wie der Lärm eines Presslufthammers.

Die Suva ist sich bewusst, wie schwierig es für jeden Einzelnen ist, die Risiken der Lautstärke und der Expositionszeit richtig einzuschätzen. Deshalb hat sie die nachstehenden nützlichen Empfehlungen ausgearbeitet.

Mit dem Audiomobilprogramm will die Suva:

  • berufslärmexponierte Personen periodisch auf ihre Eignung für Arbeiten im Lärm untersuchen (in der Regel alle 5 Jahre)
  • über das persönliche Hörvermögen, die Gefahren bei Arbeiten im Lärm und die entsprechenden prophylaktischen Massnahmen informieren
  • besonders lärmempfindliche und hörgeschädigte Personen ausfindig machen, den richtigen Gehörschutz bestimmen und zum Tragen dieses Schutzmittels motivieren
  • feststellen, wie sich Hörstörungen entwickeln, um krankhaft lärmempfindliche Personen oder solche, die aus medizinischen Gründen kein Gehörschutzmittel verwenden dürfen, rechtzeitig versetzen zu können
  • mit einer gezielten Gehörschutzmittel-Beratung den mitgebrachten Gehörschutz auf Zustand und Wirksamkeit prüfen sowie über dessen korrekte Anwendung instruieren
  • die Verantwortlichen und betroffenen Personen über das Gehörschadenrisiko informieren und sensibilisieren.
Einige Tipps zur Vorbeugung während der Freizeit

Die Suva hat die Lautstärke in Bezug auf die Einstellung des Lautstärkereglers verschiedener Geräte gemessen und die maximal tolerierbare Hördauer ermittelt. Für ein MP3-Gerät nach europäischer Norm mit Originalkopfhörern mit hoch komprimierter moderner Musik oder mit Files, die für maximale Lautstärke bearbeitet wurden, gelten folgende Grenzwerte:

  • Lautstärke Maximale Hördauer
  • Maximallautstärke (100 %) 1 Stunde pro Woche
  • 9/10 (90 %) auf Lautstärkeregler 3 Stunden pro Woche
  • 4/5 (80 %) auf Lautstärkeregler 10 Stunden pro Woche
  • 3/5 (60 %) auf Lautstärkeregler unbegrenzt
Zusätzliche Informationen für die Medien:

Jean-Luc Alt, Suva, Unternehmenskommunikation, Rue de Locarno 3, 1701 Fribourg,
Tel. 026 350 37 81, Natel 079 434 30 59, jeanluc.alt@suva.ch 

Beat Hohmann , Bereich Physik, Suva, Rösslimattstrasse 39, 6002 Luzern, Tel. 041 419 54 94,
Natel 079 473 09 00, beat.hohmann@suva.ch 

Die Suva ist ein selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts und versichert rund 100'000 Unternehmen bzw. 1,8 Millionen Berufstätige und Arbeitslose gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Im Auftrag des Bundes führt sie auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Ihre Kunden können kompetente, ergebnisorientierte Arbeit und eine faire, zuvorkommende Behandlung erwarten. Die Suva arbeitet selbsttragend, ohne Subventionen. Gewinne kommen den Versicherten zugute. Im Verwaltungsrat sind Arbeitgeber, Arbeitnehmer und der Bund vertreten.

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