Grösster Unfallversicherer mit hervorragendem Geschäftsergebnis 2007

Die Suva schliesst das Geschäftsjahr 2007 mit einem Ertragsüberschuss von 355 Millionen Franken ab. Dank dieses erfreulichen Resultats kann die grösste Schweizerische Unfallversicherung ihre Bruttoprämien per 1. Januar 2009 erneut senken; in der Berufsunfallversicherung um durchschnittlich sechs Prozent, in der Nichtberufsunfallversicherung sogar um durchschnittlich acht Prozent. Längerfristig ist allerdings mit Prämienerhöhungen zu rechnen. Dies, falls das Parlament die in der Botschaft zur UVG-Revision vorgesehene Benachteiligung der Suva gegenüber den anderen Unfallversicherungen nicht korrigiert.

Zum 90-jährigen Bestehen präsentiert die Suva den besten Jahresabschluss ihrer Geschichte: Bei einem Ertrag von 7,021 Milliarden Franken und einem Aufwand von 6,666 Milliarden Franken schliesst sie das Geschäftsjahr 2007 mit einem Gewinn von 355 Millionen Franken ab. Das sind 23 Prozent mehr als im Vorjahr. Zum hohen Ertrag hat die gute Wirtschaftlage beigetragen, indem mehr Beschäftigte höhere Löhne erzielten und damit ein grösseres Prämienvolumen (+ 3,4 Prozent auf 4,428 Milliarden Franken) generierten.

Eine wichtige Rolle auf der Einnahmenseite spielen die Kapitalanlagen. Diese stiegen von 29,3 Milliarden Franken auf 31,6 Milliarden Franken. Dank ihrer breit diversifizierten und professionellen Anlagestrategie erwirtschaftete die Suva auf ihrem Anlagekapital eine Gesamtrendite von 3,25 Prozent und einen Netto-Kapitalertrag von 1,393 Milliarden Franken. Dies entspricht einem Kapitalertrag von gut 700 Franken pro versicherter Person. Dieser Betrag kommt bei der Suva – da der Gewinn nicht an Aktionäre fliesst – vollumfänglich den Versicherten zugute.

Auf der Ausgabenseite ist das ausgezeichnete Gesamtresultat vor allem auf ein wirksames Risikomanagement, die Ausgabendisziplin bei den Verwaltungskosten und messbare Erfolge bei der Prävention sowie in der Schadenabwicklung und der Wiedereingliederung Verunfallter im Rahmen des New Case Managements zurückzuführen.

Insgesamt schliessen alle drei Rechnungen – die Risikorechnung (+ 279,3 Millionen Franken), die Kapitalertragsrechnung (+ 48,6 Millionen Franken) und die Betriebskostenrechnung (+ 26,8Millionen Franken) – positiv ab, was zum erwähnten Gewinn von 355 Millionen Franken führt.

Bruttoprämien werden erneut gesenkt

Aufgrund des guten Ergebnisses und der gesunden Finanzlage senkt die Suva per 1.Januar 2009 die Bruttoprämien in der Berufsunfallversicherung (BUV) erneut, und zwar um durchschnittlich sechs Prozent. In der Nichtberufsunfallversicherung (NBUV) sinken die Bruttoprämien im kommenden Jahr gar um durchschnittlich acht Prozent.

Die Prämiensenkung entlastet die versicherten Betriebe um rund 300 Millionen Franken, was positive Auswirkungen auf den Werkplatz Schweiz hat.

Nicht alle Betriebe profitieren gleichermassen

Nicht alle Betriebe kommen gleichermassen in den Genuss von Prämiensenkungen. Aufgrund der unterschiedlichen Branchenrisiken und des individuellen Risikos der Betriebe sind im Einzelfall bei schlechtem Schadenverlauf auch Prämienerhöhungen möglich. Während es in der Berufsunfallversicherung zu einer spürbaren Senkung der Nettoprämien in vielen Risikoklassen (Branchen) kommt, können in der Nichtberufsunfallversicherung die meisten Risikoklassen von einer Nettoprämiensenkung profitieren.

Einführung variabler Verwaltungskosten

Ab dem 1. Januar 2009 trägt die Suva dem Umstand Rechnung, dass der Aufwand in der Schadenerledigung in der Berufs- und in der Nichtberufsunfallversicherung unterschiedlich hoch ist. So ist die Fallabwicklung in der Nichtberufsunfallversicherung u.a. aufgrund häufiger Regressfälle deutlich aufwendiger und damit teurer als in der Berufsunfallversicherung. Aus diesem Grund gilt ab dem 1. Januar 2009 nicht mehr der einheitliche Verwaltungskostensatz von 11,5 Prozent, sondern ein Satz von 10,5 Prozent in der Berufs- und von 12,5 Prozent in der Nichtberufsunfallversicherung.

Mit der Einführung verursachergerechter Verwaltungskosten trägt die Suva auch dem administrativen Aufwand auf Betriebsebene Rechnung. Betriebe ab einem Prämienvolumen von 1,5 Millionen Franken kommen so ab dem 1. Januar 2009 in den Genuss reduzierter Verwaltungskostensätze. Dies ist möglich, weil Grossunternehmungen wegen Skaleneffekten geringere administrative Kosten verursachen als kleine Betriebe. In der Berufsunfallversicherung kann der Verwaltungskostensatz bis minimal 6,75 Prozent sinken, in der Nichtberufsunfallversicherung bis minimal 8,75 Prozent. Da sich die Verwaltungskosten erst ab einem Prämienvolumen von 1,5 Millionen Franken reduzieren, ist nach wie vor eine bedeutende Solidaritätskomponente gegenüber den kleinen Betrieben vorhanden.

Um den administrativen Aufwand auch bei Kleinstbetrieben zu decken, führt die Suva ab 1. Januar 2009 eine Minimalprämie von 84 Franken pro Jahr ein. Der gesetzlich mögliche Höchstbetrag für die Minimalprämie liegt seit dem 1. Januar 2006 bei 100Franken pro Jahr.

Renten: Kosten im Griff

Erfolgreich war das Jahr 2007 auch bezüglich Schadenmanagement und Wiedereingliederung Verunfallter. Mit der Einführung des New Case Managements im Jahr 2003 sanken die neu verfügten Invalidenrenten ab dem Jahr 2004 und erreichten Ende 2006 einen Tiefststand von 2327. Im Jahr 2007 stieg diese Zahl zwar um 6,6 Prozent auf 2481, doch die Kosten der neu verfügten Renten stiegen lediglich um 1,7 Prozent, was auf verbesserte Wiedereingliederungserfolge zurückzuführen ist. Damit sanken die durchschnittlichen Rentenkosten um 13 000 pro Fall auf 275 000 Franken. Auch die Zahl der neu registrierten Unfälle und Berufskrankheiten ging im Jahr 2007 zurück, nämlich um 1,9 Prozent auf 439099.

Prävention: Neue Schwerpunkte

Ein Schwerpunkt der Unfallverhütung war im Jahr 2007 die Dachkampagne zum Thema Risiken richtig einschätzen. Dazu gehören die Fachkampagnen «Sichere Arbeitsgerüste», «Stopp dem Manipulieren von Schutzeinrichtungen» wie auch die Aktion «Schutzhelmtragpflicht auf Baustellen». Zudem hat die Suva im vergangenen Jahr über 65000 arbeitsmedizinische Eignungsuntersuchungen vorgenommen. Über 10 000 Personen besuchten Schulungen zum Thema Arbeitssicherheit.

In der Freizeitsicherheit war die Suva wiederum sehr aktiv. So konnte sie im vergangenen Jahr rund 750 000 Kontakte am «Point of Danger» verzeichnen, zum Beispiel bei den Tempotagen auf der Skipiste, den Velohelmtagen und an rund 200 Grümpelturnieren, an denen die Suva sich für fairen Sport einsetzt.

Risiko Unfallversicherungsgesetzrevision

Am 30. Mai 2008 hat der Bundesrat die Botschaft zur Revision des Unfallversicherungsgesetzes (UVG-Revision) zuhanden des Parlaments verabschiedet. Zwar sollen der Suva gewisse Nebentätigkeiten erlaubt werden, die in einem engen Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit stehen, so etwa die Schadenabwicklung für Dritte. Längerfristig aber müssen die Kunden der Suva mit einer Entsolidarisierung und dadurch mit Prämienerhöhungen rechnen, sollte das Parlament nicht noch korrigierend eingreifen.

Der vom Bundesrat vorgelegte Gesetzesentwurf schafft für die Suva eine nachteilige Situation gegenüber den anderen Unfallversicherungsanbietern. So will er der Suva unter anderem das Angebot von Zusatzversicherungen nicht gestatten, die Bandbreite beim höchstversicherten Verdienst senken und das Wahlrecht der öffentlichen Verwaltungen einführen. Bei der periodischen Ausschreibung der Unfallversicherung durch die öffentlichen Verwaltungen wird regelmässig die Grund- und die Zusatzversicherung gesamthaft ausgeschrieben. Ohne UVG-Zusatzversicherung kann die Suva die Ausschreibungsbedingungen nicht erfüllen und fällt als Mitbewerberin um die Verwaltungen zum Vornherein aus dem Rennen.

Gestützt wird das Anliegen nach Zusatzversicherungen durch die Kundenumfrage 2007. Demnach würde die Mehrheit der Kunden es begrüssen, wenn die Suva diese Dienstleistung anbieten könnte und die Betriebe so das UVG-Gesamtpaket beim gleichen Anbieter beziehen könnten. Für die Betriebe bringt die Alles-aus-einer-Hand-Lösung mehr Effizienz und administrative Vereinfachungen.

Wechsel in der Geschäftsleitung

In der Geschäftsleitung der Suva kommt es auf den 1. Januar 2009 zu einem Wechsel. Willi Morger, Leiter des Departements Versicherungsleistungen und Rehabilitation tritt in den Ruhestand. Als seinen Nachfolger schlägt der Verwaltungsrat dem Bundesrat Felix Weber zur Wahl vor. Felix Weber (42), verfügt über einen lic.oec-Abschluss der Universität St. Gallen mit Vertiefung Risikomanagement und Versicherung. Er blickt auf eine 16jährige Erfahrung in der Versicherungsbranche zurück. Derzeit leitet Felix Weber die Geschäftseinheit Markt der Concordia Kranken- und Unfallversicherung und ist in dieser Funktion Mitglied der Geschäftsleitung.

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Die Suva ist ein selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts und versichert rund 100'000 Unternehmen bzw. 1,9 Millionen Berufstätige und Arbeitslose gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Im Auftrag des Bundes führt sie auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Ihre Kunden können kompetente, ergebnisorientierte Arbeit und eine faire, zuvorkommende Behandlung erwarten. Die Suva arbeitet selbsttragend, ohne Subventionen. Gewinne kommen den Versicherten zugute. Im Verwaltungsrat sind Arbeitgeber, Arbeitnehmer und der Bund vertreten.

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