Kampagne zur Bekaempfung von Hautkrankheiten

Der Arbeitgeberverband der Schweizer Uhrenindustrie, Swissmechanic, die Westschweizer Arbeitgebervereinigung «Groupement suisse de l’industrie mécanique», Swiss Precision und das Forum Arbeitssicherheit lancieren in Zusammenarbeit mit der Suva die Kampagne «Hier pflegt man seine Hände». Sie richtet sich an industrielle Betriebe der Metallbranche, deren Mitarbeitende mit Mineralölen oder Bearbeitungsflüssigkeiten in Kontakt kommen.

Hautkrankheiten sind nach Hörschäden die zweithäufigste Berufskrankheit in der Schweiz. Im Jahr 2007 waren es 738 Fälle. Jedes Jahr erkranken 300 Arbeitnehmende an einer Dermatose, weil sie mit Mineralöl oder einer anderen Bearbeitungsflüssigkeit in Kontakt gekommen sind. Diese Erkrankungen haben Versicherungskosten in der Höhe von über 3,5 Millionen Franken zur Folge.

Problematische Bearbeitungsflüssigkeiten

In erster Linie werden Bearbeitungsflüssigkeiten als Schmiermittel für Maschinen und Motoren eingesetzt. Im Gegensatz zu lebenden Organismen wie Viren können diese Flüssigkeiten durch das menschliche Immunsystem nicht zerstört werden. Beim Auftreten einer Hautkrankheit lässt sich eine Genesung nur erreichen, wenn ein Kontakt mit den entsprechenden Flüssigkeiten verhindert wird. 10 Prozent der betroffenen Personen werden gezwungen, ihren Beruf zu wechseln und sich in eine andere Tätigkeit einzuarbeiten.

100000 Arbeitnehmer betroffen

Die neue Kampagne zur Prävention von Hautkrankheiten, die auf den Kontakt mit Mineralölen und Bearbeitungsflüssigkeiten zurückzuführen sind, richtet sich an 8800 Unternehmen mit 100000 Mitarbeitenden. Die Kampagne mit dem Slogan «Hier pflegt man seine Hände» besteht aus einer Aktion in den Betrieben und einer weiterführenden Information auf dem Internet.

Unterstützung für die Betriebe

8800 Pakete wurden an metallverarbeitende Unternehmen versandt. Jedes dieser Pakete enthält ein Set zur Durchführung einer Sensibilisierungskampagne für die Mitarbeitenden, bestehend aus Pflege- und Schutzmitteln für die Haut (flüssige Seife und Creme), neun Paar speziellen Schutzhandschuhen sowie entsprechendem Informationsmaterial wie Poster, Plakate und Kleber sowie einer Checkliste.

Hilfe aus dem Internet

Unter www.sapros.ch/metal  können Betriebe ihre Lagerbestände an Schutzmitteln und Handschuhen komplettieren und die Produkte verschiedener Hersteller vergleichen.

Die Website www.2haende.ch  unterstützt die Kampagne mit sehr detaillierten Informationen zum Thema Hautschutz.

Prävention senkt Kosten

Marc Truffer, Direktor Abteilung Arbeitssicherheit, Suva Lausanne und Initiator der Kampagne sagt: «Unser Ziel ist die Sensibilisierung aller betroffenen Unternehmen, um so die Anzahl Dermatosen innerhalb der nächsten drei Jahre um über 10 Prozent zu senken». Auf dem Gebiet der Verhütung von Berufskrankheiten und berufsbedingter Unfälle spielt die Suva eine Leaderrolle. Die Betriebe profitieren von diesen Präventionskampagnen einerseits durch geringere indirekte Kosten, anderseits durch eine Reduktion der UVG-Versicherungsprämien.

Weitere Auskünfte an Medienschaffende erteilt:

Angela Zobrist, Unternehmenskommunikation, Suva, Fluhmattstrasse 1, 6002 Luzern,
Tel. 041 419 54 76, angela.zobrist@suva.ch 

Hanspeter Rast, Facharzt FMH für Dermatologie, Venereologie und Arbeitsmedizin,
Suva Abteilung Arbeitsmedizin, Fluhmattstrasse 1, 6002 Luzern, Tel. 041 419 51 46, hanspeter.rast@suva.ch 

Die Suva ist ein selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts und versichert rund 100'000 Unternehmen bzw. 1,9 Millionen Berufstätige und Arbeitslose gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Im Auftrag des Bundes führt sie auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Ihre Kunden können kompetente, ergebnisorientierte Arbeit und eine faire, zuvorkommende Behandlung erwarten. Die Suva arbeitet selbsttragend, ohne Subventionen. Gewinne kommen den Versicherten zugute. Im Verwaltungsrat sind Arbeitgeber, Arbeitnehmer und der Bund vertreten.

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