Zweites Round-Table-Gespräch zum Thema Asbest in Lugano

Bessere Informationen für ehemals in der Schweiz asbestexponierte Arbeiter in Italien: Die Suva und die italienische Unfallversicherung INAIL haben beschlossen, einen Letter of Intent zu unterzeichnen. Zudem soll zusammen mit Gewerkschaften und weiteren Organisationen eine Arbeitsgruppe gebildet werden. Diese soll Wege finden, um Betroffene optimal zu informieren.

Zahlreiche Arbeitnehmende aus Italien kamen zum Teil vor Jahrzehnten in der Schweiz beruflich mit Asbest in Kontakt. Manche von ihnen erkranken aufgrund der langen Latenzzeit erst lange nach ihrer Rückkehr nach Italien an einer asbestbedingten Krankheit. Die Betroffenen haben ihr Leben lang Anspruch auf Leistungen der Suva, wenn eine asbestbedingte Berufskrankheit nachgewiesen ist. Versicherungsleistungen der Suva verjähren nicht.

INAIL sichert Suva Zusammenarbeit zu

Um mögliche Betroffene auf ihre Ansprüche hinzuweisen, hat die Suva bereits im Jahr 2006 in Lugano einen runden Tisch mit zahlreichen Organisationen durchgeführt, um den Informationsfluss an mögliche Leistungsberechtigte zu verbessern. Mit der zweiten Auflage des runden Tischs in Lugano ging man nun noch einen Schritt weiter. Mit einem Letter of Intent bekräftigten die Suva und die staatliche italienische Unfallversicherung INAIL die Absicht, die italienische Ärzteschaft – insbesondere den wichtigen Kreis der Hausärzte, aber auch weitere Spezialisten - für die Problematik von asbestbedingten Krankheiten zu sensibilisieren. Zudem soll der Weg für eine Anmeldung einer Berufskrankheit definiert und aufgezeigt werden.

Als zweites Resultat beschlossen die Teilnehmer des runden Tisches, eine Arbeitsgruppe (Task Force) zu gründen, um Betroffene auf verschiedenen Kanälen direkt zu erreichen und zu informieren. Dieser Arbeitsgruppe werden neben Suva und INAIL auch Arbeitnehmervertreter, Vertreter der Sozialberatungsstellen und Betroffenenorganisationen angehören.

Breiter Teilnehmerkreis

Teilnehmer am zweiten Round-Table-Gespräch zum Thema in Asbest in Lugano waren neben Suva und INAIL Gewerkschaftsvertreter aus der Schweiz und Italien, staatliche italienische Sozialberatungsstellen (Patronati) sowie Vertreter von Betroffenenorganisationen und Betroffene selber.

Die Suva darf in Italien keine eigenen Nachforschungen über mögliche Fälle von asbestbedingten Berufskrankheiten bzw. arbeitsmedizinischen Untersuchen anstellen. Deshalb ist sie insbesondere auf die Mithilfe der italienischen Unfallversicherung INAIL angewiesen.

Fast eine halbe Milliarde für Asbestbetroffene

Die Asbeststatistik der Suva weist für die Jahre 1939-2006 insgesamt 2104 Fälle asbestbedingter Berufskrankheiten aus, davon sind 177 Fälle aus Italien. Asbestexpositionen fanden früher nicht nur in der Asbestzementproduktion statt, sondern in zahlreichen weiteren Branchen wie dem Bauhaupt- und Nebengewerbe, der Elektro- oder Metallindustrie. Seit 1939 hat die Suva total 473 Millionen Franken als Versicherungsleistungen an Betroffene mit einer asbestbedingten Berufskrankheiten bzw. an deren Hinterbliebene ausgerichtet.

Weitere Informationen: www.suva.ch/asbest  

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Tel. 041 419 56 23, erich.wiederkehr@suva.ch@suva.ch 

Die Suva ist ein selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts und versichert rund 100'000 Unternehmen bzw. 1,9 Millionen Berufstätige und Arbeitslose gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Im Auftrag des Bundes führt sie auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Ihre Kunden können kompetente, ergebnisorientierte Arbeit und eine faire, zuvorkommende Behandlung erwarten. Die Suva arbeitet selbsttragend, ohne Subventionen. Gewinne kommen den Versicherten zugute. Im Verwaltungsrat sind Arbeitgeber, Arbeitnehmer und der Bund vertreten.

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