Suva postuliert Verhaltensregeln in der Forstwirtschaft

Alarm im Wald In den letzten drei Monaten, von November 2008 bis Januar 2009, haben sich bei Holzerntearbeiten sechs tödliche Arbeitsunfälle ereignet. Die Suva reagiert auf diese akute Entwicklung und lanciert als Sofortmassnahme die «10 Verhaltensregeln für sichere Holzerntearbeiten».

Holzerntearbeiten gehören laut Suva-Statistik zu den gefährlichsten Arbeiten überhaupt. Im Jahr 2007 ereigneten sich in Forstbetrieben 295 Unfälle pro 1000 Vollbeschäftigte. Bei den Lernenden verunfallt sogar fast jeder zweite im Verlaufe eines Jahrs. In den letzten drei Monaten haben sich bei Holzerntearbeiten sechs tödliche Arbeitsunfälle ereignet. Seit Februar 2008 sind in Forstbetrieben acht Unfälle mit tödlichem Ausgang passiert – dies entspricht fast einer Verdoppelung des Mehrjahreswerts.
Risiken richtig einschätze

Durch rigorose Verhaltensänderungen können Unfälle vermieden und Leben gerettet werden. Davon profitieren auch die Kunden, da die Suva ihre Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurückfliessen lässt. Risiken werden bei Forstarbeiten zu häufig unterschätzt oder eigene Fähigkeiten überschätzt. Diese Risikokultur gilt es zu eliminieren. Darum schlägt die Suva Alarm. Sie sensibilisiert alle Forstbetriebe der Schweiz mit dem Versand der «10 Verhaltensregeln für sichere Holzerntearbeiten», die Sicherheit in der täglichen Arbeit zu verbessern.

Die Suva sieht Verbesserungspotenzial
  • im Verzicht auf Alleinarbeit bei Motorsäge- und Fällarbeiten
  • in einer sorgfältigeren systematischen Baum- und Umgebungsbeurteilung
  • in der konsequenten Umsetzung der besonderen Sicherheits- und Verhaltensregeln beim Fällen von Bäumen (beispielsweise nach dem Ausführen des Fällschnitts immer den Rückzugsort aufsuchen)
  • in der Optimierung der Notfallorganisation sowie
  • in der intensiveren Betreuung der Forstwartlehrlinge während der gesamten Lehrzeit

 

Fachkampagne in Vorbereitung

Neben dieser Sofortmassnahme plant die Suva für die kommende Holzerntesaison im Herbst eine Fachkampagne zum Thema «Risikoverhalten Forst».

Weitere Informationen zu Massnahmen der Suva im Bereich Forst finden Sie unter www.suva.ch/forst

Kontaktperson für Medienschaffende:

Helene Fleischlin, Unternehmenskommunikation, Suva, Fluhmattstrasse 1,
6002 Luzern, Tel. 041 419 65 14, helene.fleischlin@suva.ch 

Othmar Wettmann, Bereichsleiter Holz und Dienstleistungen, Suva, Rösslimattstrasse 39,
6005 Luzern, Tel. 041 419 52 68, othmar.wettmann@suva.ch 

Die Suva ist ein selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts und versichert rund 100'000 Unternehmen bzw. 1,9 Millionen Berufstätige und Arbeitslose gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Im Auftrag des Bundes führt sie auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Ihre Kunden können kompetente, ergebnisorientierte Arbeit und eine faire, zuvorkommende Behandlung erwarten. Die Suva arbeitet selbsttragend, ohne Subventionen. Gewinne kommen den Versicherten zugute. Im Verwaltungsrat sind Arbeitgeber, Arbeitnehmer und der Bund vertreten.

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