Suva: 2008 erneut weniger Renten, dafür mehr Unfälle

Unfallrenten auf historischem Tiefstand Erneuter Rentenrückgang bei der Suva im Jahr 2008: Mit 2210 neu gesprochenen Invalidenrenten sank die Zahl gegenüber dem Vorjahr erneut, und zwar um fast elf Prozent. Damit wurde der tiefste Stand seit dem Inkrafttreten des Unfallversicherungsgesetzes 1984 erreicht.

2210 Mal sprach die Suva im Jahr 2008 eine unfallbedingte Invalidenrente, das sind 10,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch die Kosten gingen zurück, nämlich um 50Millionen von 681 auf 631 Millionen Franken (-7,3 Prozent). Im Durchschnitt kam eine neu gesprochene Invalidenrente auf rund 286 000 Franken zu stehen, dies bei einem durchschnittlichen Invaliditätsgrad von 29,8 Prozent.

Dieses erfreuliche Resultat führt die Suva auf zwei Hauptgründe zurück: Zum einen ist es die 2003 eingeführte innovative Wiedereingliederungsmethode, das New Case Management (NCM). Beim NCM wird nicht der Fall gemanagt, sondern die aussergewöhnliche berufliche, familäre und soziale Situation, in der sich die verunfallte Person befindet und mit der sie alleine nicht oder nur schwer zurecht käme.

Zum anderen trug die in der ersten Jahrehälfte noch gute Wirtschaftslage dazu bei, dass Arbeitgeber eher bereit waren, einem verunfallten Arbeitnehmer nach der Rehabilitation wieder einen Arbeitsplatz anzubieten, auch wenn der Mitarbeitende unter Umständen nicht mehr voll einsatzfähig war. Diese Bereitschaft wird durch die sozialpartnerschaftliche Organisation der Suva – im Verwaltungsrat haben Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter zu gleichen Teilen Einsatz – gefördert.

Verglichen mit dem Höchststand im Jahr 2003 ging die Zahl der neu gesprochenen Invalidenrenten bei der Suva um gut ein Drittel zurück (von 3357 auf 2210). Noch stärker war der Rückgang bei den Kosten. Diese sanken um nahezu 40 Prozent (von 1029 auf 631 Millionen Franken, d.h. um 38,7 Prozent). Die eingesparten Gelder kommen direkt den Kunden zugute, da die Suva Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten weitergibt.

Ende 2008 bezogen insgesamt 99 368 Personen eine Rente der Suva, davon 77388 wegen Invalidität. 21 980 Renten waren Hinterlassenenrenten. Für alle Renten wendete die Suva im vergangenen Jahr total 1,5 Milliarden Franken auf.

Superwinter treibt Unfallzahlen in die Höhe
Im vergangenen Jahr registrierte die Suva 5,3 Prozent mehr Freizeitunfälle. Nach einem leichten Rückgang 2007 stiegen sie 2008 von 239016 auf 251803. Ein erheblicher Teil der Freizeitunfälle geht auf das Konto Schneesport (Ski und Snowboard), wo der Suva 2008 mit 17406 Unfällen 3803 Unfälle (+28,0%) mehr gemeldet wurden als 2007. Zurückzuführen ist dies auf ein schneereiches Jahr 2008 mit überdurchschnittlich guten Witterungsverhältnissen.

Die Zahl der gemeldeten Fussballunfälle stieg um 6,8 Prozent auf 28957. Ob die Euro 2008 dazu geführt hat, dass mehr Fussball gespielt wurde, lässt sich jedoch nicht belegen.

Zugenommen haben im Jahr 2008 auch die Verkehrsunfälle. So wurden der Suva im vergangenen Jahr 36400 Verkehrsunfälle gemeldet (+6,9 Prozent). Diese sind erfahrungsgemäss sehr teuer. So kostet ein Verkehrsunfall durchschnittlich 13000Franken. Das ist gut dreimal so hoch wie ein Sportunfall (4100 Franken).

Moderater verlief die Entwicklung in der Berufsunfallversicherung. Die der Suva gemeldeten Berufsunfälle und Berufskrankheiten nahmen im vergangenen Jahr lediglich um 0,8 Prozent auf 186010 zu.

Bei der Unfallversicherung für Arbeitslose gingen die Unfälle aufgrund der im Jahr 2008 insgesamt nach wie vor guten Wirtschaftslage erneut zurück, nämlich um 11,2 Prozent bzw. von 13204 auf 11723.

Hinweis zu den Zahlen
Die im Text erwähnten Angaben beziehen sich auf Unfälle von Suva-versicherten Personen. Als grösster Schweizer Unfallversicherer versichert die Suva rund die Hälfte aller Arbeitnehmenden in der Schweiz, vorwiegend im Industrie- und Gewerbesektor. Die Zugehörigkeit eines Betriebs zur Suva leitet sich aus dem Artikel 66 des Unfallversicherungsgesetzes (UVG)

Kontakt für Medienschaffende
Erich Wiederkehr, Suva, Unternehmenskommunikation, Fluhmattstrasse 1,
6002 Luzern, Tel. 041 419 56 23, erich.wiederkehr 

Die Suva ist ein selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts und versichert rund 100'000 Unternehmen bzw. 1,9 Millionen Berufstätige und Arbeitslose gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Im Auftrag des Bundes führt sie auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Ihre Kunden können kompetente, ergebnisorientierte Arbeit und eine faire, zuvorkommende Behandlung erwarten. Die Suva arbeitet selbsttragend, ohne Subventionen. Gewinne kommen den Versicherten zugute. Im Verwaltungsrat sind Arbeitgeber, Arbeitnehmer und der Bund vertreten.

Suva-Newsletter. Jetzt abonnieren unter www.suva.ch/newsletter