Training mit «Die 11» zeigt Wirkung

Neue Evaluationsstudie zur Fussballprävention Wer das Trainings- und Kräftigungsprogramm «Die 11» konsequent und regelmässig anwendet, hat weniger Verletzungen und ist besser gerüstet für das Fussballfeld. Das belegt eine Studie der Lamprecht & Stamm Sozialforschung und Beratung. Fazit: Prävention im Fussball ist möglich.

Mit über 600 000 Spielenden ist Fussball eine der beliebtesten Sportarten in der Schweiz. Entsprechend hoch ist die Zahl der Unfälle: Rund 40 000 Fussballer verletzen sich jährlich beim Spiel mit dem runden Leder, was zu mehr als 500 000 Ausfalltagen am Arbeitsplatz und für die Unfallversicherungen zu Kosten von über 110 Millionen Franken führt. «Mehr Spass, weniger Verletzungen»: Unter diesem Motto lancierten der Weltfussballverband FIFA, der Schweizerische Fussballverband SFV und die Suva im Herbst 2004 gemeinsam das Trainings- und Kräftigungsprogramm «Die 11». Zehn Übungen und ein Appell an Spieler zu mehr Fairplay sollten dafür sorgen, dass Fussballspieler nicht beim Arzt oder gar im Spital enden. Damit will die Suva nicht nur menschliches Leid und Schmerzen verhindern, sondern auch die Kosten der Fussballunfälle senken. Davon profitieren letzten Endes auch die Versicherten in Form von tieferen Prämien.

Umfrage bei Trainern
Im vergangenen Herbst wurde die Firma Lamprecht & Stamm Sozialforschung und Beratung von der Suva beauftragt, den Effekt des Präventionsprogramms «Die 11» zu evaluieren. Dafür wurde eine repräsentative Auswahl aller im Schweizer Amateurfussball tätigen Trainer befragt. Rund 80 Prozent aller lizenzierten Fussballtrainer kennen das Trainingsprogramm «Die 11» und rund zwei Drittel davon führen das ganze Programm oder Teile davon mit ihren Spielern regelmässig durch. Der SFV, die FIFA und die Suva werten die Resultate als grossen Erfolg. Hansruedi Hasler, technischer Direktor des SFV sagt: «Durch den Einbezug der Trainer von Beginn der Kampagne an wollten wir die Fussballspielenden auf allen Stufen erreichen. Heute stellen wir fest, dass die Arbeit der Trainer Früchte trägt.»

Gezieltes Training ist unumgänglich
Das Trainings- und Kräftigungsprogramm «Die 11» wurde unter der Leitung von Prof. Dr. med. Jiri Dvorak von den Experten des FIFA Medical Assessment and Research Centres (F-MARC) ausgearbeitet. Die Übungen wurden mit dem Ziel entwickelt, den häufigsten Verletzungen im Fussball vorzubeugen. Die Auswertung zeigt, dass Verletzungen im Spiel zwischen 2004 und 2008 um 12 Prozent zurückgegangen sind. Um einen Rückgang der Verletzungen zu erreichen, genügt es nicht, irgendwelche Kräftigungs-, Koordinations- und Sprungkraftübungen durchzuführen. Nur in Teams, die mindestens die Hälfte der Übungen von «Die 11» durchführten, zeigt sich die gewünschte Wirkung.

«Die 11» geht in die Verlängerung
Die Ergebnisse der Studie können als eine erfolgreiche Zwischenbilanz gewertet werden, sagt Heinz Wyss, Kampagnenleiter Fussball bei der Suva. «Doch die Arbeit muss weiter gehen, denn die Resultate zeigen auch Verbesserungspotenzial auf», so Heinz Wyss. Noch zu viele Sportler wenden nur einzelne Übungen von «Die 11» und nicht das ganze Programm an. Die Übungen werden mit eigenen Übungen kombiniert, die jedoch nicht die gleiche Wirkung zeigen, da es dabei nicht um gezielte Kräftigungs-, Koordinations- oder Balanceübungen handelt und häufig auch nicht korrekt durchgeführt werden. Die Suva will hier Klärung schaffen und eine entsprechende Anpassung des Programms vornehmen.

«Die 11» - nicht nur für Fussballer
Mit «Die 11» wandte sich die Suva ursprünglich an die Amateur- und Gelegenheitsfussballer in der Schweiz mit dem Ziel, das Unfallrisiko im schweizerischen Fussball zu senken. Die Kampagne wurde aber auch von Trainern anderer Ballsportarten wie z.B. Volleyball-, Basketball- und Handball wahrgenommen. Diese würden es begrüssen, wenn ein ähnlich einfaches und umfassendes Trainingsprogramm auch in ihrem Sport eingeführt werden könnte. Dies ist zur Zeit bei der Suva zur Evaluation.

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Für die FIFA:
Dr. med. Jiri Dvorak
FIFA Medical Assessment and Research Centre
Schulthess Klinik Zürich
FIFA Strasse 20, P.O. Box; 8044 Zürich
Tel. 043 222 77 77, Fax 043 222 73 73, medical@fifa.org 

Für den SFV:
Dr. Hansruedi Hasler, Technischer Direktor SFV
Postfach, 3000 Bern 15
Tel. 031 950 81 91, Fax 031 950 81 81, hasler.hansruedi@football.ch 

Die Suva ist ein selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts und versichert rund 100'000 Unternehmen bzw. 1,9 Millionen Berufstätige und Arbeitslose gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Im Auftrag des Bundes führt sie auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Ihre Kunden können kompetente, ergebnisorientierte Arbeit und eine faire, zuvorkommende Behandlung erwarten. Die Suva arbeitet selbsttragend, ohne Subventionen. Gewinne kommen den Versicherten zugute. Im Verwaltungsrat sind Arbeitgeber, Arbeitnehmer und der Bund vertreten.

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