Statistik der Militärversicherung Ausgabe 2009

Mehr Krankheitsfälle, stabile Kosten Die Militärversicherung hatte im letzten Jahr 6,8 Prozent mehr Krankheitsfälle zu verzeichnen als im 2007. Die Zahl der Unfälle hat um 1,5 Prozent zugenommen. Insgesamt wurden 202 Millionen Franken für Versicherungsleistungen aufgewendet. Die Kosten sind somit stabil geblieben.

Wie die von der Suva herausgegebene Statistik der Militärversicherung zeigt, ist die Zahl der neu registrierten Fälle 2008 im Vergleich zum Vorjahr um 6,5 Prozent auf rund 34 600 Fälle angestiegen. 58 Prozent davon waren so genannte Bagatellfälle von Milizangehörigen. Das sind Unfälle und Krankheitsfälle, die noch während der Dienstzeit abgeschlossen werden können und lediglich Heilkosten verursachen.

Mehr Krankheiten und Unfälle
Die Zahl der anerkannten ordentlichen Fälle – alle Fälle abzüglich der Bagatellfälle – hat um 5,0 Prozent zugenommen und liegt jetzt bei 12 800 Fällen. Der Anstieg der Fallzahlen ist hauptsächlich auf die Krankheitsfälle zurückzuführen (6,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). In dieser Kategorie sind erstmals seit 2002 wieder mehr Fälle registriert worden (Grafik 1). Bei den Unfällen ist keine markante Veränderung der Fallzahlen im Vergleich zu den Vorjahren zu beobachten. Die aktuelle Entwicklung der Fallzahlen hat vorerst keinen unmittelbaren Einfluss auf die Kosten. Von den rund 202 Millionen Franken (Vorjahr 205 Millionen), die für Versicherungsleistungen aufgewendet wurden, gehen nämlich über zwei Drittel auf das Konto von Fällen, die vor fünf oder mehr Jahren registriert worden sind.

Anhaltender Kostenrückgang bei den Renten
Über 60 Prozent der Leistungen der Militärversicherung werden in Form von Renten ausgerichtet. Im Jahr 2008 waren dies rund 121 von 202 Millionen Franken. 54 Millionen Franken entfallen auf Heilkosten und 27 Millionen Franken auf Taggelder (Grafik 2). Der Kostenrückgang um 2,1 Millionen Franken bei den Rentenleistungen geht zum grössten Teil auf die sinkende Zahl von Rentenbezügern zurück. Auf Grund der Altersstruktur des Rentnerbestands ist die Zahl der Invalidenrentner, die durch Tod ausscheiden, seit einiger Zeit grösser als die Zahl der neuen Rentenbezüger. Mittelfristig wird dieser Trend anhalten. Die Entwicklung des Bestands der Hinterlassenenrenten verläuft ähnlich wie bei den Invalidenrenten.

Die Militärversicherung bei der Suva
Seit dem 1. Juli 2005 führt die Suva die Militärversicherung. Auf die Versicherungsleistungen hatte dieser Wechsel keine Auswirkungen. Die Militärversicherung bildet weiterhin einen eigenen Sozialversicherungszweig, dessen Aufgaben gesetzlich festgelegt sind. Die Militärversicherung versichert Personen, die im Rahmen von Sicherheits- und Friedensdiensten des Bundes Einsätze leisten. Zur Hauptsache sind dies Milizangehörige von Armee, Zivildienst und Zivilschutz. Auch Teilnehmer an friedenserhaltenden Aktionen des Bundes und Angehörige des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe (SKH) sind versichert. Des Weiteren gehören beruflich Versicherte (Berufsmilitärs, Zeitmilitär usw.) zum Versichertenbestand. Nach ihrer Pensionierung können Berufsmilitärs die prämienpflichtige obligatorische Krankenversicherung bei der Militärversicherung weiterführen. Gegenstand der Militärversicherung sind alle Schädigungen der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit des Versicherten, die während der Dienste und Einsätze auftreten, unabhängig davon, ob die Schäden durch Krankheit oder Unfall hervorgerufen worden sind.

MV-Revision löst gemischte Gefühle aus
Der Bundesrat will mit einer Teilrevision des Militärversicherungsgesetzes einerseits Synergien zwischen der Militärversicherung und der Unfallversicherung noch besser nutzen. Andererseits sollen Einsparungen von rund 10 Millionen Franken erzielt werden. Im Januar 2009 hat der Bundesrat den entsprechenden Gesetzesentwurf in die Vernehmlassung gegeben. Die Militärversicherung steht der geplanten Revision skeptisch gegenüber und glaubt nicht, dass die angestrebten Ziele erreicht werden können. Neben der Reduktion der Versicherungsleistungen für die Miliz hegt sie die grössten Vorbehalte bei der vom Bundesrat vorgeschlagenen Auslagerung der Krankenversicherung für Berufsmilitär, von der sich dieser die grössten Einsparungen erhofft. «Zudem lässt der Bundesrat ausser Acht, dass die Kosten hier lediglich umverteilt werden und kaum sinken dürften», so Stefan A. Dettwiler, Direktor der Abteilung Militärversicherung. Für die Militärversicherung gäbe es zudem aufwendige Abgrenzungsfragen zwischen Krankheit/Unfall, was wiederum zu höheren Verwaltungskosten führen dürfte. Die Militärversicherung arbeitet bereits heute überaus effektiv und effizient und schöpft Synergien mit der Unfallversicherung aus, was in der detaillierten Vernehmlassung dargelegt wurde.

Weitere Auskünfte an Medienschaffende erteilen:
Angela Zobrist, Suva, Unternehmenskommunikation, Fluhmattstrasse 1,
6002 Luzern, Tel. 041 419 54 76, angela.zobrist@suva.ch 

Alois Fässler, Suva, Statistik, Fluhmattstrasse 1, 6002 Luzern,
Tel. 041 419 56 98, alois.faessler@suva.ch 

Die Ausgabe 2009 der Statistik der Militärversicherung ist in Deutsch und Französisch erhältlich und kann gratis bestellt und heruntergeladen werden unter: www.suva.ch/waswo(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet) , Bestellnummer 4514.d(09).


Die Suva ist ein selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts und versichert rund 100'000 Unternehmen bzw. 1,9 Millionen Berufstätige und Arbeitslose gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Im Auftrag des Bundes führt sie auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Ihre Kunden können kompetente, ergebnisorientierte Arbeit und eine faire, zuvorkommende Behandlung erwarten. Die Suva arbeitet selbsttragend, ohne Subventionen. Gewinne kommen den Versicherten zugute. Im Verwaltungsrat sind Arbeitgeber, Arbeitnehmer und der Bund vertreten.

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