Suva unterzeichnet Asbest-Vereinbarung mit INAIL

Die Suva und die staatliche italienische Unfallversicherung INAIL haben am 15. Juni 2009 eine Vereinbarung unterschrieben. Damit weiten sie die bereits bestehende Zusammenarbeit aus, um mittlerweile in ihre Heimat zurückgekehrte italienische Arbeitnehmende ausfindig zu machen, die früher in der Schweiz Asbest ausgesetzt waren.

In den vergangenen Jahrzehnten waren zahlreiche italienische Arbeitnehmende in Schweizer Betrieben tätig, in denen Asbest bearbeitet oder verwendet wurde. Durch Asbest verursachte Krankheiten brechen oft erst viele Jahre nach der Exposition aus. Es ist deshalb davon auszugehen, dass bei einigen der heimgekehrten italienischen Arbeitnehmenden asbestbedingte Erkrankungen aufgetreten sind, die noch nicht zu einer Anmeldung als Berufskrankheit geführt haben und sich weitere Erkrankungen in Zukunft manifestieren werden. Da die Suva nicht direkt in Italien tätig werden darf, um jene italienischen Arbeitnehmenden ausfindig zu machen, die präventiven Untersuchungen unterzogen werden sollten oder ein Anrecht auf Geldleistungen der Suva haben könnten, hat sie eine Vereinbarung mit ihrem italienischen Pendant, der INAIL, getroffen. Die INAIL erfasst die Meldungen und leitet sie an die Suva weiter.

Enge Zusammenarbeit und reger Austausch
Um mögliche Betroffene auf ihre Ansprüche hinzuweisen, hat die Suva in den Jahren 2006 und 2008 in Lugano einen runden Tisch mit zahlreichen in die Thematik involvierte Organisationen durchgeführt. Ziel ist, den Informationsfluss an mögliche Leistungsberechtigte zu verbessern. Die unterzeichnete Vereinbarung ist ein weiterer Schritt in diese Richtung. Sie sieht vor, dass die INAIL der Suva Meldungen ehemals beruflich in der Schweiz Asbest exponierter Arbeitnehmender übermittelt, damit diese bei Bedarf von Vorsorgeuntersuchungen profitieren können.

Informieren und sensibilisieren
Die INAIL informiert die italienischen Ärzte und sensibilisiert sie für asbestbedingte Erkrankungen. Für den Erfolg der Initiative ist die Mitarbeit der italienischen Ärzte unerlässlich, denn ihnen obliegt die Meldung der ihnen im Rahmen ihrer Abklärungen bekannt gewordenen Fälle von Italienern, die eine Erwerbstätigkeit mit vermutlicher Asbestesposition in der Schweiz ausgeübt haben. Nachdem die Meldung vom Arzt bei der INAIL eingegangen ist, übermittelt die INAIL diese an die Suva. Die Suva stellt aufgrund weiterer Untersuchungen fest, ob ein Leistungsanspruch besteht oder Vorsorgeuntersuchungen in die Wege zu leiten sind. Mit der Unterstützung der Ärzte möchte die Suva den in ihre Heimat zurückgekehrten italienischen Arbeitnehmenden jene Leistungen zukommen lassen, die ihnen aufgrund schweizerischen Rechts zustehen.

Weitere Informationen: www.suva.ch/asbest  

Auskünfte an Medienschaffende erteilt:
Helene Fleischlin, Unternehmenskommunikation,
Tel. 041 419 65 14, helene.fleischlin@suva.ch 

Die 1918 gegründete Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 19 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 2800 Mitarbeitende. Sie ist ein selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts und versichert rund 110 000 Unternehmen bzw. 2 Mio. Berufstätige und Arbeitslose gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Die Suva generiert ein Prämienvolumen von rund 4,4 Mrd. Franken. Im Auftrag des Bundes führt sie seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Verwaltungsrat sind die Sozialpartner - Arbeitgeber und Arbeitnehmer - und der Bund vertreten.

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