Vierzig Forstwart-Lernende ausgezeichnet

An der Forstmesse in Luzern zeichnete die Suva 40 Lernende aus, die ihre dreijährige Forstwart-Grundausbildung diesen Sommer ohne einen Berufs- oder Freizeitunfall abgeschlossen haben. Sie sind der Beweis, dass eine unfallfreie Ausbildungszeit möglich ist. Die Auszeichnung bildete den Startschuss der neuen Präventionskampagne «Risikoverhalten Forst».

Die Forstwirtschaft zählt nach wie vor zu den unfallträchtigsten Branchen in der Schweiz. Nur schon zwischen November 2008 und Februar 2009 verunfallten sechs Mitarbeitende von Forstbetrieben beim Fällen von Bäumen tödlich. Im Jahr 2008 ereigneten sich insgesamt rund 280 Unfälle pro 1000 Vollbeschäftigte. Bei den Lernenden sieht die Statistik verheerend aus. Fast jeder zweite verunfallt im Verlaufe eines Jahres. Die Suva setzt alles daran, tödliche und schwere Unfälle zu vermeiden. Sie startete an der Forstmesse in Luzern ihre neue Präventionskampagne «Risikoverhalten Forst».

Risiko nicht vergessen
Die Routine ist eine wichtige Unfallursache. Sie führt dazu, dass die Gefahren und Risiken bei der täglichen Arbeit «vergessen» oder unterschätzt werden. Nur durch konkrete Verhaltensänderungen können Unfälle vermieden und Leben gerettet werden. Die Suva sensibilisiert mit der neuen Kampagne die Betriebe und die Mitarbeitenden laufend mit verschiedenen Massnahmen. Verhaltensregeln für sichere Holzerntearbeiten, ein Kurzfilm zum Thema «Der Rückzugsort – meine Lebensversicherung» und der FALTI, ein Hilfsmittel für die Gefährdungserkennung, sind Teile der Kampagne.

Aufsicht verstärken und Sicherheitsregeln durchsetzen
Neben der Sensibilisierungsarbeit unterstützt die Suva Arbeitgeber und Vorgesetzte mit vermehrten Kontrollen. Einerseits führen von der Suva ausgewählte und geschulte Holzerntespezialisten in der Saison 2009/2010 rund 500 Arbeitsplatzkontrollen in Holzschlägen durch. Anderseits überprüfen die Sicherheitsspezialisten der Suva bis 2011 in allen Ausbildungsbetrieben das betriebliche Sicherheitskonzept. Unfälle beim Fällen von Bäumen werden gezielt abgeklärt, sie sind nämlich der Unfallschwerpunkt Nummer 1. Mit ihrer Kampagne hat sich die Suva zum Ziel gesetzt, die Häufigkeit der Unfälle beim Fällen von Bäumen zu halbieren. Auch sollen die Lernenden nicht häufiger als ihre älteren Kollegen verunfallen. Weitere Ziele sind die Schwere der Berufsunfälle in den Forstbetrieben wesentlich zu vermindern und die Unfallhäufigkeit um 25 Prozent zu senken. Damit kann nicht nur menschliches Leid verringert, sondern können auch Kosten gespart werden. Davon profitieren die Kunden, da die Suva ihre Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurückfliessen lässt.

Vision «250 Leben»
Arbeiten in der Höhe, Arbeiten an befahrenen Verkehrsachsen, Arbeiten im Baugewerbe sowie Forstarbeiten sind mit hohen Risiken verbunden. In der Schweiz ereignen sich gegen 100 tödlich verlaufende Berufsunfälle pro Jahr. Die Suva und die anderen Durchführungsorgane der Arbeitssicherheit haben sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2015 diese Zahl zu halbieren und so 250 Menschenleben zu bewahren. Mit einer dualen Strategie – einerseits Vollzugsdruck und Systemmassnahmen, anderseits Beeinflussung des Risikoverhaltens und Sensibilisierung aufgrund der Unfallursachenabklärung – will die Suva mit 20 Initiativen dieses anspruchsvolle Ziel erreichen. Eine der Initiativen ist die Kampagne «Risikoverhalten Forst».

BRAVO!Diese Lernenden haben ihre Grundausbildung ohne Unfall abgeschlossen:
Aeschbacher Marco, Gipf-Oberfrick; Baggenstos Thomas, Küssnacht a.R.; Belaieff David, Ollon/Villy; Bianchi Julien, La Chaux-de-Fonds; Cavegn Curdin, Breil/Brigels; Deiss Moritz, Langenbruck; Denzler Manuel, Niederhasli; Ducommun Mike, Montmollin; Estoppey Bastien, La Chaux-de-Fonds; Fankhauser David, Trub; Fasolin Alberto, Morbio Inferiore; Ferrari Alexander, Giubiasco; Frei Adrian, Bonaduz; Galati Vincenzo, Davos-Platz; Gnädinger Pirmin, Ramsen; Grischott Michael, Klosters-Dorf; Hofstetter Adrian, Oberbipp; Hossli Sacha, Holziken; Kunz Martin, Eggiwil; Maretti Carlo, Bellinzona; Matthey Christian, La Chaux-de-Fonds; Muoth Paul, Breil/Brigels; Neeser Alex, Möhlin; Nicolier Kevin, Thierrens; Oberli Stefan, Düdingen; Pluquet Jimmy St-Sulpice; Renggli Philipp, Cham; Rezzonico Dimitri, Gimel; Rickli Matthias, Wangen a. Aare; Römer Michel, Zürich; Sollberger Jonas, Oberweningen; Stehli David, Maschwanden; Stöckli Benno, Muri; Stuppan Riet, Samedan; Villiger Janet, Hörhausen; von Allmen Johnny, Lauterbrunnen; Werner Elias, Frauenfeld; Wiestner Serafin, Trin-Mulin; Wyss Björn, Furna; Zimmermann Remo, Leibstadt.

Weitere Informationen zu Massnahmen der Suva im Bereich Forst finden Sie unter www.suva.ch/forst  .

Bilder stehen ab 16 Uhr zur Verfügung unter www.photopress.ch/image/Suva .
Auskünfte an Medienschaffende erteilt:
Helene Fleischlin, Unternehmenskommunikation,
Tel. 041 419 65 14, helene.fleischlin@suva.ch 

Die 1918 gegründete Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 19 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 2900 Mitarbeitende. Sie ist ein selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts und versichert rund 110 000 Unternehmen bzw. 2 Mio. Berufstätige und Arbeitslose gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Die Suva generiert ein Prämienvolumen von rund 4,4 Mrd. Franken. Im Auftrag des Bundes führt sie seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Verwaltungsrat sind die Sozialpartner - Arbeitgeber und Arbeitnehmer - und der Bund vertreten.

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