Fünfjahresbericht der Unfallstatistik UVG 2003 - 2007

Das Unfallrisiko sinkt weiter Noch nie wurden in der Schweiz so viele Freizeitunfälle registriert wie 2008. Auch die Zahl der Berufsunfälle war seit sieben Jahren nicht mehr auf einem so hohen Stand. Trotzdem nimmt das Unfallrisiko weiter ab, wie aus dem eben erschienenen Fünfjahresbericht der Unfallstatistik 2003 – 2007 hervorgeht.

Mit rund 482 000 Freizeitunfällen wurde im Jahr 2008 ein neuer Höchststand erreicht. Bei den Berufsunfällen waren es mit 268 000 ebenfalls deutlich mehr als in den Jahren zuvor. Dies hat damit zu tun, dass 2008 rund 10 Prozent mehr Personen beschäftigt waren als im Jahr 2003. Eine Zunahme der versicherten Personen führt auch zu einer Zunahme der absoluten Zahl der Unfälle. Diese stiegen zwischen 2003 und 2008 um 4 Prozent. Erfreulicherweise hat aber das Unfallrisiko – das Verhältnis zwischen Unfällen und Beschäftigten – von 74 Fällen pro 1000 Vollbeschäftigte auf 69 Fälle abgenommen. Neben der Zunahme der Bevölkerung und damit der beschäftigten Personen gibt es weitere Einflüsse wie beispielsweise die zunehmende Überalterung der Gesellschaft, der fortschreitende Wandel von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft oder auch die Witterungsverhältnisse, die sich auf die Unfallzahlen auswirken. Dies macht es nicht einfach, die Wirkung von Präventionsmassnahmen statistisch nachzuweisen.

Erfolgreiche Prävention
Dennoch lässt sich zeigen, dass eine umfassende Prävention das Berufsunfallrisiko deutlich senken kann. In Betrieben, die sich an einem Programm für integrierte Sicherheit beteiligten, beobachtete man eine durchschnittliche jährliche Kostenersparnis von rund 250 Franken je Beschäftigten. Ihre stärkste Wirkung entfalteten die Massnahmen in den ersten drei Jahren nach der Umsetzung.

Mit Hilfe der Ergebnisse der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (SAKE), die jährlich vom Bundesamt für Statistik bereitgestellt werden, lässt sich nachweisen, dass die Berufs- und die Freizeitunfallhäufigkeit je 1000 Vollbeschäftigte in allen Altersgruppen sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen in den letzten 16 Jahren abgenommen hat. Der Rückgang ist bei den Berufsunfällen ausgeprägter als bei den Freizeitunfällen. Am stärksten ist der Rückgang bei jungen Personen im Alter von 15 bis 24 Jahren, die das höchste Unfallrisiko aufweisen.

Langfristig stabile Kosten
Im Gegensatz zu den Kosten im übrigen Gesundheitswesen, die seit langem weit über die allgemeine Teuerung ansteigen, sind die Kosten der obligatorischen Unfallversicherung, gemessen an der Lohnsumme, in den letzten 16 Jahren nicht gestiegen. Sie weisen im Jahr 2007 mit 18,20 Franken je 1000 Franken versicherter Lohnsumme sogar einen leicht niedrigeren Stand auf als 1991 mit 18,60 Franken.

Unfallstatistik UVG 2003 - 2007
Die bei der Suva in Luzern angesiedelte Sammelstelle für die Statistik der Unfallversicherung UVG (SSUV) erstellt alle fünf Jahre einen ausführlichen Bericht zur Unfallstatistik. Der Fünfjahresbericht basiert auf den Ergebnissen aller derzeit 37 UVG-Versicherer, die Arbeitnehmer und registrierte Stellensuchende obligatorisch gegen Berufs- und Freizeitunfälle versichern. In zwölf Kapiteln werden die wichtigsten Aspekte der Unfallstatistik dargestellt und die Entwicklung der zentralen Kenngrössen aufgezeigt. Weitere Kapitel befassen sich unter anderem mit den rechtlichen Grundlagen, den Berufskrankheiten und den volkswirtschaftlichen Kosten, der Prävention oder der europäischen Arbeitsunfallstatistik. Der Tabellenanhang liefert einen umfassenden Überblick über die verfügbaren Statistiken zum Versicherungsbestand, zu den Fällen und Kosten sowie zur Unfallprophylaxe.

Bezugsquellen:
Der Fünfjahresbericht UVG 2003 – 2007 kann für 51,20 Franken bestellt werden unter: www.unfallstatistik.ch   oder www.suva.ch/waswo (Bestellnummer: 1946/18).

Die französische Ausgabe erscheint im November 2009.

Auskünfte an Medienschaffende erteilt:
Erich Wiederkehr, Unternehmenskommunikation,
Tel. 041 419 56 23, erich.wiederkehr@suva.ch 

Die 1918 gegründete Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 19 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 2900 Mitarbeitende. Sie ist ein selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts und versichert rund 110 000 Unternehmen bzw. 2 Mio. Berufstätige und Arbeitslose gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Die Suva generiert ein Prämienvolumen von rund 4,4 Mrd. Franken. Im Auftrag des Bundes führt sie seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Verwaltungsrat sind die Sozialpartner - Arbeitgeber und Arbeitnehmer - und der Bund vertreten.

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